Postkarten

Zunächst waren Postkarten nur als einfache Möglichkeit zum schnellen Austausch von Kurznachrichten gedacht. Seit Ihrem Aufkommen im 19. Jahrhundert wandelten sich Postkarten jedoch zu einem bedeutenden Kommunikationsmedium und nicht zu vergessen: zum unverzichtbarem Urlaubs-Accessoire. Ob lange Sandstrände oder steile Berghänge – überall hielten Menschen plötzlich Postkarten mit Sätzen wie "Ich wünschte Du wärest hier“ in ihren Händen.

Die ersten Postkarten hatten noch nicht die heute gängige Aufteilung. Der Kartenrücken war zunächst nur den Adressangaben vorbehalten. Dadurch war der Kartenschreiber gezwungen seine Nachricht auf die Vorderseite an den Rand des Bildes zu zwängen. Ab 1905 wurde die Adressenseite der Postkarte in Deutschland schließlich geteilt, wodurch jetzt die linke Seite zum Schreiben von längeren Nachrichten zur Verfügung stand.

Albert Einstein

Philokartisten werden die Sammler von Postkarten genannt - und Sammelgründe gibt es viele. Den einen fasziniert eine bestimmte Epoche oder der Stil einer Postkarte, für den anderen ist das Herkunftsland oder die Region ausschlaggebend.

Wieviel bestimmende Faktoren es für den Sammlerwert einer Postkarte noch geben mag, die Ursachen für wirklich große Wertsteigerungen sind oft nicht die Motive der Karten, sondern das was auf deren Rückseite steht. Private Mitteilungen oder die eigenhändige Unterschrift bekannter Persönlichkeiten wie Albert Einstein oder Johannes Brahms können der entscheidende Grund sein, dass aus einer gewöhnlichen Postkarte ein begehrtes Sammlerstück wird.

Die zehn teuersten Postkarten, die jemals über AbeBooks verkauft wurden:

1.

Postkarte mit einer Abbildung der Kathedrale von Vence von Henri Matisse - 790 €
Henri Matisse Auf der Rückseite unterschrieben mit "Avec mes meilleures. Voeux H. Matisse“.

2.

Autographische Postkarte von Wallace Stevens - 780 €
Wallace StevensPostkarte eines Fans datiert auf den 4. Oktober 1954. Der Bitte des Fans nach seinem Lieblingsgedicht und einer Unterschrift, kam der Pulitzerpreisträger mit den Worten nach: "I have no favourite poem. Wallace Stevens“.

3.

Postkarte mit einem Bild von "Fraunces Tavern“ in New York von Horror-Schriftsteller H. P. Lovecraft - 566 €
H. P. LovecraftGerichtet an Arthur Leeds im Jahr 1932 und unterschrieben vom amerikanischen Dichter Samuel Loveman sowie "HPL“.

4.

Nichtunterschriebene Postkarte von Charles Dodgson (auch bekannt als Lewis Carroll) - 507 €
Lewis CarrollEines der unveröffentlichten Schriftstücke zwischen Lewis Carroll, dem Autor von Alice im Wunderland und der jungen Mabel Amy Burton aus dem Jahr 1880.

5.

Autographierte Postkarte von George Bernard Shaw - 450 €
George-Bernard-ShawAdressiert an "Mr. Neither Holroyd nor Laurence“. Verfasst von der einzigen Person, die jemals den Literaturnobelpreis UND einen Oscar (für "Pygmalion“, die Vorlage für "My Fair Lady“) erhalten hat.

6.

Bildpostkarte von Albert Schweitzer - 190 €
Albert SchweitzerDie Karte war adressiert an Joseph Lippmann vom Albert Schweitzer Hospital in Französisch-Äquatorialafrika. Schweitzer erhielt 1952 den Friedensnobelpreis für die Gründung des Hospitals. Dort arbeietete er auch an drei Ausgabenseiner "Kulturphilosopie“ – Die Karte ist beschrieben und mit Unterschrift versehen (in französischer Sprache).

7.

Postkarte von Hermann Hesse - 130 €
Hermann Hesse Von Hermann Hesse unterschriebene Postkarte – datiert auf den 31. Dezember 1955: "Liebe Frau (…) Ihrem H Hesse“

8.

8. Autographierte Postkarte von Orson Welles - 95 €
Orson WellesNachricht des legendären Regisseurs an seinen Freund den Journalisten Leonard Lyons.

9.

9. Bildpostkarte von Rudyard Kipling - 95 €
Rudyard KiplingPostkarte von Kipling, unterzeichnet "Rudyard Kipling" in roter Tinte und datiert von 1935, ein Jahr vor seinem Tod.

10.

10. Postkarte von Stephen King - 47 €
Stephen KingGut erhaltene Postkarte mit Unterschrift, datiert vom 6. Januar 1982. Der bekannte Horror-Schriftsteller unterschrieb die Karte im Rahmen einer Charity-Auktion.

Die aktuell wertvollsten Postkarten berühmter Persönlichkeiten bei AbeBooks:

Egon Schiele

Egon Schiele (1890-1918), Maler. Prag, 24. Juni 1915. Unveröffentlichtes Schreiben an seine Frau Edith im Prager Hotel Paris: "Bevor wir nicht Montur bekommen darf niemand heraus also ein nahes Wiedersehn erst am Bestimmungsort. Böhl. ist schon gekommen macht mir Sorge. Ich habe zur Sicherheit einige Auswege die ich auf solchen Karten schrieb, die ich Dir aber selbst geben möchte es sind 5 Stück. Im Gefangen[en]lager bleiben wir wahrscheinlich Donnerstag und Freitag noch vielleicht auch Samstag? Komme zum Gitter zur besseren Seite, wo wir uns zuletzt die Hand gaben. Essbesteck würde ich brauchen und wenn Böhl. schon eingetroffen wäre ziemlich viel. Lebe wohl es ist 9h gleich. Hoffentlich sehn wir uns morgen Früh oder Mittags. Bussi. Schlaf Dich jetzt gut aus. Nur Geduld. Jetzt können wir ganz beruhigt sein alles ist sehr sehr gut gekommen!" Zum Titel

Preis: 13.500 €

Kaufen

Giacomo Puccini

Giacomo Puccini (1858-1924), italienischer Komponist. Sammlung von 5 Briefen und Postkarten sowie 1 e. Brieffragment. Mailand, Lucca und Viareggio, 1884-1924. Zusammen 7 ½ Seiten 8°. Schöne, zum Teil unveröffentlichte Briefe an seine Mutter Albina, an seine Nichten Albina Franceschini und Albina del Panta ("Glück für euch, die ihr keine weder Künstler noch Dirigenten am Hals habt! Rondine kommt morgen dran, daß Gott mir gnädig sei. Hunde! Noch mal Hunde! Überhunde!"), an den Gatten seiner Nichte Nelda Mario Giaccai sowie zwei Briefe an seinen Bruder Michele. Zum Titel

Preis: 5.500 €

Kaufen

Albert Einstein

Carte postale signée de Jacques Simonot

Albert Einstein (1879-1955), Physiker, Nobelpreisträger; Schöpfer der Relativitätstheorie. Berlin, 7. Januar 1920, 1 ½ Seiten. An den Staatsanwalt Dr. Zürcher in Zürich: "Auf Wunsch meiner Frau habe ich das Geld, was ich bisher bei Herrn Karr für meine Familie liegen hatte, in Ihre Hände gelangen lassen. Hoffentlich haben Sie es erhalten. Heute schicke ich weitere 5000 M[ark] an Sie ab zu dem gleichen Zweck. Das Geld soll jetzt nur im Notfall umgewechselt werden, da das reale Wertverhältnis Mark/Franc doch erheblich grösser ist als das Kursverhältnis (11/100), sodass Umwechslung wahrscheinlich unvorteilhaft. In einigen Monaten kann ich Ihnen wieder Schweizer Geld senden, da ich im Ausland verschiedentlich etwas Geld verdienen werde. Ich zweifle sogar immer noch daran, ob ich meine Familie umziehen lassen soll. Vielleicht kann ich es doch einrichten, dass sie dort bleiben. Ich bitte Sie inständig, mich über den Stand meiner dortigen Familie so aufzuklären, dass ich weiss, was ich Zangger in Wirklichkeit an Geld schuldig bin. Von ihm kann ich es nicht herauskriegen. Wenn nötig komme ich einmal eigens nach Zürich, um alles zu besprechen und zu ordnen. Auch was ich meiner Frau schuldig bin, möchte ich gerne wissen. Sie darf unter keinen Umständen zu Schaden kommen." Zum Titel

Preis: 4.500 €

Kaufen

Ernst Haeckel

Ernst Haeckel (1834–1919), Zoologe. 9 e. Briefe und 1 e. Postkarte mit U. Jena, Rapallo und Berlin, 1896–1915. Zusammen 22 Seiten. An den Geographen und Zoologen Leonhard Schultze-Jena (1872–1955), der schon als Student Kontakt zu Haeckel hatte, u. a. über dessen Reisepläne, seine Arbeit, mit der Bitte, an seines Statt Vorlesungen zu halten, "da ich die nächste Woche noch in Schweden bleibe." Glückwünschen zur Vermählung und Kondolenz zum Tod des Bruders. "Ihr kleinerer Plan, ein Jahr an der Küste von Deutsch-Südwest-Afrika zu arbeiten, und die überaus reiche (und wenig bekannte) littorale und marine Fauna dieses interessanten Küstenstriches zu untersuchen (besonders das reiche Plankton) hat meinen vollen Beifall. Ihr größerer Plan dagegen, eine große Expedition in das Innere von Südwest-Afrika zu organisieren, und dabei größere Sammlungen der terrestrischen Fauna zu erlangen, erscheint mir um so bedenklicher und schwieriger, je länger ich darüber nachdenke." Zum Titel

Preis: 3.200 €

Kaufen

Johannes Brahms

Johannes Brahms (1833-1897), Komponist. E. Postkarte m. U. "JBr.", Frankfurt, 6. Februar 1893, 1 Seite quer-8°. Mit Namens- und Absenderstempel "C. Schumann". An seinen Verleger Fritz Simrock: "Ich fahre heute nach Hbg. ab (Petersburger Hof) nachdem ich hier eine sehr angenehme und schöne Woche verlebt habe – Fr. Schumann, also über aller Erwarten wohl, heiter und lieb gefunden habe. In etwa 8 Tagen komme ich wohl in’s Karlsbad" Brahms besuchte Clara Schumann am 31. Januar 1893. Ihr Tagebuch bekennt vom 31. Januar "Brahms kommt heute. Wie ist mir bange ums Herz!" Zum Titel

Preis: 3.200 €

Kaufen

Mahatma Gandhi

René Dary

Mohandas Karamchand "Mahatma" Gandhi (1869-1948), Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. E. Postkarte m. U., "Bapus Segen", Vardha, 8. Juni 1935, eine Seite kl.-8°, in Gujarati. Brief an Tehmina Behram Khambatta, die Frau seines Freundes Dr. Behram Navroji Khambatta. Gandhi hoffe, dass sich ihr Mann schnell wieder erhole: "Ich war sehr erfreut, Deinen ausführlichen Brief zu lesen. Bitte halte mich weiterhin auf dem Laufenden. Die Lage muss sich jeden Tag verbessern. Es ist gut, dass Dinbandhu dort ist" In einem Anhang fügt er hinzu: "die besten Grüße auch an Khambatta. Möge Gott ihm zu einer schnellen Genesung verhelfen." (Übersetzung). Zum Titel

Preis: 3.000 €

Kaufen