Die Oberflächenkristallographie spielt in der Oberflächenwissenschaft dieselbe grundlegende Rolle, die die Bulk-Kristallographie in der Festkörperphysik und -chemie so erfolgreich gespielt hat. Die Struktur auf atomarer Ebene ist einer der wichtigsten Aspekte für das Verständnis des Verhaltens von Oberflächen in so vielfältigen Bereichen wie heterogener Katalyse, Mikroelektronik, Adhäsion, Schmierung, Cor-Rosion, Beschichtungen und Fest-Fest- und Fest-Flüssig-Grenzflächen. Niedrigenergetische Elektronenbeugung oder LEED ist zum erstklassigen Technikum geworden, der zur Bestimmung atomarer Positionen an Oberflächen verwendet wird. Auf der einen Seite hat LEED bisher die zahlreichsten und vollständigsten strukturellen Ergebnisse (fast 200 Strukturen) geliefert, während LEED andererseits durch eine Vielzahl anderer oberflächenkristallographischer Methoden wie Photoemission, SEXAFS, Ionenstreuung und Atombeugung als "Technik zum Schlagen" angesehen wurde. Obwohl diese anderen Ansätze beeindruckende Erfolge hatten, ist LEED die produktivste Technik geblieben und hat die vielseitigste von adsorbierten seltenen Gasen über rekonstruierte Oberflächen von Sem-Ikonduktoren und Metallen bis hin zu Molekülen, die an Metallen adsorbiert sind, gezeigt. Diese Aussagen sollten jedoch nicht als übermäßig dogmatisch angesehen werden, da alle oberflächenempfindlichen Techniken ungenutzte Potenziale beibehalten, die zweifellos erforscht und genutzt werden. Darüber hinaus bleibt die Oberflächenwissenschaft ein Multi-Technik-Unterfangen. Insbesondere war und wird LEED nie selbst genug sein. LEED hat sich erheblich weiterentwickelt und hat tatsächlich einen Wendepunkt erreicht.
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