"Die Hypothese wird verteidigt, dass die Gesetze der Physik nicht in dem Sinne restriktiv sind, in dem Gesetze in Gesetzesbüchern sind. Die Gesetze der Physik, so wird behauptet, erfordern oder verbieten weder eine bestimmte Anzahl, Ereignis, Bedingung, Eigentum, Konfiguration oder andere Merkmale. Sie lassen alles geschehen, was logisch mit allen beobachtbaren Tatsachen übereinstimmt, und das ist in diesem Sinne logisch möglich. Dies kann dadurch ausgedrückt werden, dass jede gültige Verallgemeinerung in der Physik so ausgedrückt werden kann, dass der Begriff "jeder" oder "entweder" in seiner Formulierung vorkommt: Beispiele sind: "Ein Sonnensystem kann eine beliebige Anzahl von Planeten enthalten. Ein Kernpartikel kann eine beliebige Anzahl von Stückladungen bis zur Stabilitätsgrenze tragen. Raum kann jeder Geometrie entsprechen. Ein unteilbares Teilchen kann entweder eine positive oder eine negative Einheitsladung tragen." Es wird gezeigt, dass Physiker in der Vergangenheit oft auf diese Hypothese gehandelt haben und dass dann, wenn sie dies getan haben, Fortschritte in Richtung der Vereinheitlichung der Physik gemacht wurden. Die Schlussfolgerungen basieren jedoch manchmal auf der alternativen Hypothese, dass die Gesetze der Physik von der Art des Gesetzbuchs sind, wenn auch vielleicht versehentlich. Diese Schlussfolgerungen mussten später zugunsten unspezifischer Schlussfolgerungen aufgegeben werden. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Physik grundsätzlich von allen anderen Disziplinen, einschließlich der Biologie. Die hier verteidigte Hypothese trägt den Namen "Prinzip der Mindestannahme". Es wird als das grundlegendste aller Prinzipien der Physik erklärt. Wird sie kompromisslos konsequent angewendet, schließt sie jede Ad-hoc-Erklärungshypothese einer bestimmten Art aus. Denn wenn das Prinzip der Minimalannahme für das gesamte Universum des Physikers gilt, so muß es theoretisch möglich sein, aus diesem Prinzip alle anderen Verallgemeinerungen in diesem Universum abzuleiten, ohne dass andere Hypothesen erforderlich sind. Reginald Otto Kapp war ein Maschinenbauingenieur, der zum ersten Professor für Elektrotechnik an der Universität Birmingham ernannt wurde, Dozent, Autor und Gründer von The Presentation of Technical Information (PTI).
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