Warum koexistieren kleine Farmen weiterhin mit immer größeren landwirtschaftlichen Betrieben in fortgeschrittenen westlichen Gesellschaften? Durch eine gründliche Fallstudie von Italien und eine vergleichende Analyse von kleinen Farmen in den Vereinigten Staaten versucht Dr. Bonanno diese Frage zu beantworten und die komplexen Beziehungen zwischen der Ideologie und dem Verhalten von Bauernfamilienmitgliedern, dem kleinen landwirtschaftlichen Sektor und der Interaktion kleiner Farmen in den relevanten Bereichen der Gesellschaft zu untersuchen. Er stellt fest, dass auf struktureller Ebene ein Mangel an beruflichen Alternativen und Widersprüchen sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch auf dem Landmarkt die Landwirte oft dazu zwingt, trotz persönlicher Unzufriedenheit marginale Farmen zu behalten. Auf ideologischer Ebene zeigen viele Bauernfamilien eine tiefe Bindung an die landwirtschaftliche Lebensweise und nennen dies als einen grundlegenden Grund, den Bauernhof nicht für andere Arbeiten zu verlassen. Dr. Bonanno analysiert auch die Rolle kleiner Betriebe im Sozialsystem und kommt zu dem Schluss, dass sie eine legitimative Funktion erfüllen. Diese legitimative Rolle fördert Widersprüche innerhalb der sozialen und wirtschaftlichen Systeme, die der Staat nicht lösen kann, und trägt so zur Fortsetzung einer dualen Struktur in der landwirtschaftlichen Entwicklung bei: 3/4 große und sehr große landwirtschaftliche Betriebe an einem Ende der Skala und marginale, aber anhaltende Kleinbetriebe am anderen Ende.
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