DAS PHANTOM DER OPER: Roman (dtv Literatur) - Softcover

Buch 4 von 8: Bibliothek der Schauerromane

Leroux, Gaston

 
9783423109536: DAS PHANTOM DER OPER: Roman (dtv Literatur)

Inhaltsangabe

7. Auflage, August 1990, ISBN 342310953X

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Über die Autorin bzw. den Autor

Gaston Leroux wurde am 6. Mai 1886 in Paris geboren und starb am 15. Juli 1927 in Nizza. Er war zunächst als Rechtsanwalt, dann als Journalist tätig und hatte großen Erfolg als Verfasser zahlreicher Kriminalromane. Heute gilt er als einer der Klassiker dieses Genres.

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Am Abend der Galavorstellung, die Monsieur Debienne und Monsieur Poligny, die zurücktretenden Direktoren der Oper, anläßlich ihres Abschieds gaben, stürzte plötzlich ein halbes Dutzend Dämchen des Corps de ballet nach ihrem Auftritt in "Polyeucte" ganz aufgeregt in die Garderobe der Sorelli, einer gefeierten Primaballerina. Die einen lachten übertrieben und unnatürlich, die anderen stießen Schreckensschreie aus.

Die Sorelli, die einen Augenblick allein zu sein wünschte, um nochmals die Rede zu -»üben«, die sie später im Foyer auf Debienne und Poligny halten sollte, drehte sich verstimmt über die Störung zu dem aufgebrachten Häuflein um. Da nannte ihr die kleine Jammes - Stupsnäschen, Vergißmeinnichtaugen, Pfirsichwangen, Schwanenhals - mit vor Angst bebender Stimme in vier Worten den Grund für den Tumult: »Es ist das Phantom!«

Sie schloß die Tür ab. Die Garderobe der Sorelli war unpersönlich elegant. Die banale Einrichtung bestand aus einem Drehspiegel, einem Diwan, einem Toilettentisch und Schränken. An den Wänden hingen einige Stiche, Erinnerungsstücke ihrer Mutter, die noch die schöne Zeit der alten Oper in der Rue Le Peletier miterlebt hatte. Porträts von Vestris, Gardel, Dupont, Bigottini. Den Balletteusen kam diese Garderobe wie ein Palast vor, denn sie waren in Gemeinschaftsräumen untergebracht, wo sie sich bis zum Klingelzeichen des Inspizienten die Zeit vertrieben, indem sie sangen, sich zankten, mit Friseuren und Garderobieren handgreiflich wurden oder sich ein Gläschen schwarzen Johannisbeersaft, Bier, ja sogar Rum genehmigten.

Die Sorelli war sehr abergläubisch.

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