England, um 1380. Um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, lässt sich Lady Kathryn auf einen Handel mit dem mächtigen Abt von Broomholm ein: Auf Kosten der Abtei nimmt sie den Buchmaler Finn und dessen Tochter Rose bei sich auf. Was Lady Kathryn jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich an einer streng verbotenen Übersetzung der Bibel ins Englische –, der Sprache des gemeinen Volkes. Mit diesem Frevel schafft er sich mächtige Feinde, die sie beide in höchste Gefahr bringen. Denn eines Tages wird ein Priester getötet …
Davon träumen die Leser: ein historischer Stoff, der auf wahren Ereignissen beruht, höchst farbenprächtig und opulent erzählt!
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Brenda Vantrease promovierte an der Middle Tennessee State University in englischer Literatur. Sie arbeitete viele Jahre als Englischlehrerin und Bibliothekarin. Doch ihre wahre Leidenschaft galt der englischen Geschichte und Literatur. Ausgiebig bereiste sie Großbritannien und Irland. Sie schrieb zahlreiche Essays. Die englische Ketzerin ist nach Der Illuminator und Die Schriftenhändlerin ihr dritter großer historischer Roman. Brenda Vantrease lebt in Nashville, Tennessee.
"Mit ihrem Debütroman präsentiert Brenda Vantrease einen packenden Mittelalterschmöker. ... Endlich einmal eine Autorin, die das Mittelalter nicht verklärt, sondern - sehr anschaulich - als raue und kompromisslose Zeit beschreibt. Ein Happy-End kann es hier nicht geben. Und doch gelingt Brenda Vantrease ein wunderbarer, versöhnlicher Schluss."
Brigitte
"Brenda Vantrease liefert einen opulenten Roman, in dem Fantasie und Fakten zu einem farbenprächtigen Bildteppich verwoben werden. Anschaulich und spannend erzählt sie von einer faszinierenden Epoche, ohne sie zu verklären. Nicht zuletzt die romantische Liebesgeschichte macht den Schmöker zur perfekten Lektüre für lange Winterabende bei Kerzenschein."
Münchner Merkur
"Brenda Vantreases Roman ist ein richtiger Historienschmöker, der nicht nur durch seinen schönen Einband in der Menge historischer Romane angenehm auffällt."
NDR
Prolog
Oxford, England, 1379
John Wycliffe legte seine Feder zur Seite und rieb sich die müden Augen. Die Kerze war schon fast heruntergebrannt und spuckte kleine Wölkchen aus Rauch. In wenigen Minuten würde sie endgültig erloschen sein. Das war seine letzte Kerze. Es war erst Mitte des Monats, aber er hatte den ihm zugeteilten Vorrat bereits vollständig aufgebraucht. Als Dozent am Balliol College der Universität von Oxford stand ihm eine gewisse Anzahl von Kerzen zu. Die anderen Kleriker, die bei Tag arbeiteten und nachts schliefen, kamen damit meistens auch aus. Wycliffe aber schlief nachts kaum. Sein Vorhaben trieb ihn zeitig aus dem Bett und hielt ihn lange davon fern.
Das orangefarbene Glühen des Kohlenbeckens vermochte die Dunkelheit, die sich in den Ecken seines spartanischen Zimmers auszubreiten begann, nicht zu vertreiben. Die Kerze zischte und verlosch. Bald würde das Mädchen kommen, um sauber zu machen. Er würde sie zum Kerzenmacher schicken und die Kerzen aus eigener Tasche bezahlen. Er wollte keinesfalls Aufmerksamkeit auf seine Arbeit lenken, indem er den Quästor, den Schatzmeister, um Nachschub bat oder sich von seinen Kollegen ein paar Kerzen geben ließ.
Zumindest konnte er sich jetzt, während er auf das Zimmermädchen wartete, eine kleine Pause gönnen. Die hatte er auch dringend nötig. Seine Hand tat ihm vom stundenlangen Schreiben weh. Er hatte Kopfschmerzen, weil er seine Augen in dem matten Licht zu sehr angestrengt hatte, und die gebeugte Sitzhaltung vor seinem Schreibpult hatte seine Glieder steif werden lassen. Auch sein Geist war erschöpft. Wie immer, wenn er müde wurde, begann er seine Mission in Frage zu stellen. War es möglicherweise gar nicht Gott selbst, der ihn zu dieser gewaltigen Aufgabe berufen hatte, sondern lediglich sein Stolz und seine intellektuelle Arroganz? Oder hatte er sich einfach nur durch den Herzog von Lancaster auf diesen tückischen Pfad locken lassen? Der Herzog war gerade dabei, die Herrschaft über ein ganzes Königreich zu erlangen, und verspürte dabei keineswegs den Wunsch, seinen Reichtum mit einer gierigen Kirche zu teilen. Aber es konnte keine Sünde sein, so sinnierte Wycliffe, einen solchen Mann als Gönner zu akzeptieren, jedenfalls dann nicht, wenn sie auf diese Weise gemeinsam die Tyrannei der Priester, Bischöfe und Erzbischöfe brechen konnten. John of Gaunt, der Herzog von Lancaster, handelte aus purem Eigennutz, John Wycliffe, um die Seele Englands zu retten.
König Edwards Tod war für das Land ein Segen gewesen, und das trotz der politischen Machtkämpfe, die jetzt zwischen den Onkeln des minderjährigen Königs tobten. Edward hatte ein lasterhaftes Leben geführt, der Makel der Sünde hatte seinen Hof zerfressen. Er hatte sich sogar in aller Öffentlichkeit mit seiner Mätresse Alice Perrers gezeigt, von der es hieß, dass sie eine große Schönheit sei. Wycliffe hielt sie jedoch für nichts anderes als ein Werkzeug des Teufels. Welcher schwarzen Kunst hatte sich dieses intrigante Frauenzimmer wohl bedient, um die Seele eines Königs zu gewinnen? Zumindest hatte mit Edwards Tod auch Alice Perrers die Jauchegrube verlassen, zu der sein Hof geworden war. Jetzt war John of Gaunt Reichsverweser. Und John of Gaunt stand auf seiner Seite.
Vorläufig jedenfalls.
Wycliffe schob seinen Stuhl ein Stück zurück und stand vom Schreibpult auf. Er sah zum Fenster hinaus, das ihm einen wunderbaren Blick über Oxford bot. Unten auf der Straße grölte eine Gruppe betrunkener Studenten, für die der Abend offensichtlich noch lange nicht zu Ende war. Woher sie das Geld für den nicht versiegenden Nachschub an Bier hatten, blieb ihm ein Rätsel. Er vermutete, dass sie stets das billigste Ale, den letzten Ausschank, tranken, obwohl sicher weit mehr Ale nötig war, als es der Bauch eines dicken Mannes fassen konnte, um eine so ausgelassene Stimmung zu bewirken. Einen Moment lang beneidete er die bierseligen Studenten beinahe um ihre Unschuld, ihre zügellose Freude und ihre einzigartige Ziellosigkeit.
Das Mädchen sollte eigentlich schon längst da sein. Sie hatte sich jetzt bereits um eine Stunde verspätet, das sagte ihm das tiefe Indigoblau, das sich im Fenster spiegelte – einem verglasten Fenster, das zugleich Zeichen seines hohen Ranges war. Er hätte in dieser Zeit zwei ganze Seiten der Vulgata übersetzen können – zwei Seiten mehr, die er auf das Päckchen hätte legen können, das er morgen nach East Anglia schicken würde. Die Arbeit des Illuminators gefiel ihm gut. Nicht zu überladen, aber sehr schön und des Textes würdig. Ganz anders als der Stil der Pariser Gilde mit ihren protzigen Farben und der verschwenderischen Ausgestaltung. Wie er diese gotteslästerlichen, grotesken Ornamente hasste, die wilden Tiere, Vögel und närrischen Figuren, die zur Belustigung des Lesers in die Marginalien eingefügt waren. Sein Illuminator hier arbeitete auch noch billiger als die Pariser Meister. Und der Herzog persönlich hatte ihm versichert, dass man auf seine Diskretion vertrauen konnte.
Stimmen hallten jetzt wieder von unten herauf, Lachen, Liedfetzen, und verklangen dann in der Ferne. Das Mädchen würde gewiss bald kommen. Er musste heute Nacht unbedingt noch weiter arbeiten. Die Hälfte des Johannesevangeliums hatte er bereits übersetzt. Schatten flackerten durch das Zimmer. Seine Lider wurden schwer.
Jesus hatte sich mit den Priestern im Tempel angelegt. Wycliffe konnte sich mit einem Papst anlegen. Oder mit zweien.
Die Kohlen im Becken fielen in sich zusammen und flüsterten ihm dabei zu. Während du trödelst, verderben viele Seelen.
Dann schlief er vor der Kohlenglut ein.
Joan wusste, dass sie zu spät kam, als sie die Treppe zu Master Wycliffes Zimmer hinaufhastete. Sie hoffte inständig, dass er zu sehr mit seiner Arbeit beschäftigt war, um es zu bemerken. Sie hatte hinter seinem Fenster jedoch keinen Kerzenschein gesehen. Manchmal registrierte er ihre Anwesenheit kaum, während sie seine schmutzige Wäsche einsammelte, den Fußboden fegte und seinen Nachttopf leerte. Aber wenn sie Pech hatte, war er, was allerdings nur selten vorkam, in gesprächiger Stimmung. Dann erkundigte er sich nach ihrer Familie, fragte sie, wie ihre Verwandten die Sonntage verbrachten, und wollte wissen, ob von ihnen jemand lesen könne.
Nicht, dass ihr seine Neugier unangenehm gewesen wäre. Denn trotz seiner schroffen, abweisenden Art hatte er sehr freundliche Augen, und immer wenn er sie »Kind« nannte, erinnerte er sie an ihren Vater, der letztes Jahr gestorben war. Aber heute wollte sie nicht mit ihm reden. Sie war sich nämlich sicher, dass sie dann zu weinen anfangen würde. Abgesehen davon würde er das hier nicht gutheißen, dachte sie, als sie die Reliquie betastete, die wie ein Rosenkranz an ihrer Taille hing. Sie hatte sie mit ihrem roten Band an der Hanfschnur befestigt, die ihr als Gürtel diente.
Sie strich sich das lose Haar unter der schäbigen Leinenkappe glatt, holte tief Luft und klopfte dann leise an die Eichentür. Als sie keine Antwort vernahm, klopfte sie noch einmal, diesmal lauter. Sie räusperte sich. »Master Wycliffe, ich bin’s, Joan. Ich bin gekommen, um Eure Wohnung sauber zu machen.«
Sie drückte die Türklinke herunter und öffnete die Tür einen Spalt.
»Master Wycliffe?«
Aus dem düsteren Inneren tönte es ihr barsch entgegen: »Komm herein, Kind. Du bist spät dran. Wir verschwenden Zeit.«
»Es tut mir wirklich Leid, Master Wycliffe. Aber es war wegen meiner Mutter, wisst Ihr. Sie ist sehr krank. Und außer mir ist niemand da, der sich um die Kleinen kümmern könnte.«
Sie huschte im Zimmer umher, zündete die Binsenlichter an. Die Flammen flackerten, als sie das Fenster öffnete und den Inhalt seines Nachttopfs in weitem Bogen hinausschüttete. Sie raffte seine schmutzige Wäsche zu einem Bündel zusammen und spürte dabei, wie sein Blick auf ihr ruhte. Die Papiere auf seinem Schreibpult rührte sie niemals an. Sie hatte auf schmerzhafte Weise...
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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paperback. Zustand: Gut. 576 Seiten; B1854-14 3442366224 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 500. Bestandsnummer des Verkäufers 28447
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Softcover. Zustand: Fine. Leichte Risse; Gebogener Buchrücken. England, um 1380. Um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, lässt sich Lady Kathryn auf einen Handel mit dem mächtigen Abt von Broomholm ein: Auf Kosten der Abtei nimmt sie den Buchmaler Finn und dessen Tochter Rose bei sich auf. Was Lady Kathryn jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich an einer streng verbotenen Übersetzung der Bibel ins Englische -, der Sprache des gemeinen Volkes. Mit diesem Frevel schafft er sich mächtige Feinde, die sie beide in höchste Gefahr bringen. Denn eines Tages wird ein Priester getötet. Davon träumen die Leser: ein historischer Stoff, der auf wahren Ereignissen beruht, höchst farbenprächtig und opulent erzählt! Bestandsnummer des Verkäufers 9a9c79a1-d650-4a49-b59d-91d77b69d794
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Tb. Zustand: wie Neu. Zustand des Schutzumschlags: Wie neu. 1 Auflage. Autor/in: Vantrease, Brenda Titel: Der Illuminator ISBN: 9783442366224 (früher: 3442366224) Format: 183x125 mm Seiten: 576 Gewicht: 469 g Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag Einband: Taschenbuch Sprache: Deutsch Zustand: wie neu Verlagstext: England, um 1380. Um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, lässt sich Lady Kathryn auf einen Handel mit dem mächtigen Abt von Broomholm ein: Auf Kosten der Abtei nimmt sie den Buchmaler Finn und dessen Tochter Rose bei sich auf. Was Lady Kathryn jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich an einer streng verbotenen Übersetzung der Bibel ins Englische -, der Sprache des gemeinen Volkes. Mit diesem Frevel schafft er sich mächtige Feinde, die sie beide in höchste Gefahr bringen. Denn eines Tages wird ein Priester getötet . Davon träumen die Leser: ein historischer Stoff, der auf wahren Ereignissen beruht, höchst farbenprächtig und opulent erzählt! Bestandsnummer des Verkäufers 18149
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