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Das Kommando: Roman - Hardcover

 
9783453012035: Das Kommando: Roman

Inhaltsangabe

Roman 2005 542 S. Gebundene Ausgabe Heyne HC,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Aus dem Klappentext

»Vince Flynn ist der König der groß angelegten politischen Verschwörung!«
Dan Brown

»Ein weltumspannender, geopolitischer Thriller, der mit Insiderinformationen, militärischer Sprengkraft und CIA-Geheimnissen gespickt ist. Vince Flynn bleibt der König der groß angelegten politischen Verschwörung!«
Dan Brown

»Vince Flynns neuer geopolitischer Thriller könnte aktueller nicht sein.«
St. Paul Pioneer Press

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Auftakt

Mit fünfundzwanzig Knoten durchfurchte das schnittige graue

Schnellboot vom Typ Mark V das warme Wasser des Philippinischen

Meeres. Die Männer an Deck störte es nicht, dass sie

damit gegen internationales Seerecht verstießen und mindestens

einen Vertrag brachen. Ihrer Ansicht nach wäre dieser

Einsatz schon vor Monaten nötig gewesen. Formalien, Bedenken,

juristische Feinheiten und diplomatische Winkelzüge waren

etwas für Leute, die in bequemen Ledersesseln in Büros

saßen, deren Wände gerahmte Diplome von Eliteuniversitäten

schmückten.

Die Aufbauten des speziell für solche Einsätze entworfenen

und für die Bedürfnisse der SEALs ausgerüsteten Bootes ragten

kaum über die Wasseroberfläche, sodass es sich unter dem

Küstenradar hindurchmogeln konnte. Es wurde in erster Linie

eingesetzt, wenn Männer jener Eliteeinheit der US-Marine an

Land gebracht werden sollten. Der Name SEAL setzt sich aus

den ersten Buchstaben von SEa, Air und Land zusammen,

denn die Einheit ist gleichermaßen zur See, in der Luft und an

Land einsetzbar. Statt der üblichen Schiffsschraube verfügte

das Boot über zwei Rückstoß-Triebwerke und hatte trotz seiner

Länge von immerhin fünfundzwanzig Metern auch bei

voller Beladung lediglich einen Tiefgang von gut anderthalb

Metern. Dank dieser Eigenschaften konnte es mit großer Genauigkeit

in unmittelbarer Küstennähe manövrieren.

Fünf Männer mit schwarzen Pilotenhelmen und Nachtsichtbrillen

bemannten einen 40-mm-Granatwerfer vom Typ

M 203 und vier Maschinengewehre des Kalibers .50. Acht weitere

Männer, die Schlapphüte über ihren speziellen Tarnanzügen

für den Dschungelkampf trugen, saßen auf dem Dollbord

eines Schlauchboots, das demnächst zu Wasser gelassen

würde. Mindestens zum zehnten Mal überprüften sie gründlich

ihre Ausrüstung. Sie wirkten gelassen. Ihren mit grüner

und schwarzer Tarnfarbe bemalten Gesichtern war nicht anzusehen,

dass ihnen ein Kampfeinsatz bevorstand.

Wie schon so oft zuvor beobachtete der achtundzwanzigjährige

Kapitänleutnant Jim Devolis seine SEALs voller Anspannung.

Noch einmal kontrollierten alle den Sitz des H-förmigen

Gurtzeugs mitsamt der Funktion der Karabinerhaken,

vergewisserten sich, dass alle Granaten fest in ihren Schlaufen

steckten, und probierten ihre Funksprechgeräte aus. Irgendwie

erinnerten sie ihn an Paviane im Zoo, die sich gegenseitig

lausten. Alle hatten neue Batterien in den teuren Nachtsichtbrillen,

die sie zusammen mit einem Satz Reservebatterien in

wasserdichten Beuteln an ihrem Gurtzeug trugen. Die Läufe

ihrer Schusswaffen hatten sie mit über die Mündung gezogenen

Kondomen gegen das Eindringen von Sand gesichert

und aus dem gleichen Grund Magazin und Schloss mit einer

Schicht Silikon bedeckt. Bis auf den Sanitäter waren sie ausnahmsweise

mit leichtem Gepäck unterwegs, und dass sie dessen

Können in dieser Nacht nicht benötigen würden, hoffte

Devolis von ganzem Herzen. Als einzige Verpflegungsreserve

gab es für jeden ein paar Kraftriegel, denn der Plan sah vor,

dass sie schon vor Sonnenaufgang zurück waren - ganz so, wie

die SEALs es liebten.

Die Anspannung nahm zu, während sie sich der entscheidenden

Stelle näherten. Erleichtert merkte Devolis, dass seine

Männer nicht länger herumalberten. Es war an der Zeit, sich

auf die Aufgabe zu konzentrieren. Er drehte den Kopf nach

rechts unten, wo sich das Mundstück am Schlauch seines Neopren-

Trinkrucksacks befand, und nahm einen Schluck. Schon

in den vergangenen zwei Tagen hatten seine Leute und er so

viel Wasser getrunken, wie sie nur konnten. In diesen Breitengraden

war es wichtig, vor einem Einsatz möglichst viel Flüssigkeit

aufzunehmen. Selbst nachts lag die Temperatur bei

knapp dreißig Grad und die Luftfeuchtigkeit bei nahezu achtzig

Prozent. Lediglich der Fahrtwind, den das Mark V erzeugte,

verhinderte, dass sie in ihren Tarnanzügen schwitzten. An Land

allerdings würde sich das schlagartig ändern. Um ihren Auftrag

zu erledigen, mussten sie drei Kilometer landeinwärts zu

Fuß durch den dichten tropischen Dschungel vordringen, wobei

trotz der großen Wassermenge, die sie in den letzten zwei Tagen

zu sich genommen hatten, jeder allein auf dem Hin- und

Rückweg zwei bis vier Kilo Gewicht verlieren würde.

Eine kräftige Hand legte sich auf Devolis' Schulter. Er drehte

sich um und sah den Bootskommandanten an.

"In zwei Minuten sind wir da, Jim. Deine Jungs sollen sich

fertig machen."

Devolis nickte, wobei er die Augen rasch schloss und öffnete,

sodass sich das Weiße darin leuchtend vor der dunklen

Tarnfarbe auf seinem Gesicht abzeichnete. "Danke, Pat." Beide

hatten das Absetzmanöver in Coronado in Kalifornien, wo

sich das Hauptquartier der Marineeinheit Eins für Sondereinsätze

befand, schon unzählige Male geübt.

"Bleib aber in der Nähe", sagte Devolis mit einem breiten

Lächeln.

Der Kommandant gab das Lächeln mit der Selbstsicherheit

eines Mannes zurück, der sein Handwerk versteht. "Wenn du

mich rufst, bin ich wie ein geölter Blitz da."

"Das hör ich gern", sagte Devolis und nickte. Dann wandte

er sich seinen Männern zu. Mit senkrecht erhobenem Zeige-

finger machte er eine Kreisbewegung, und sogleich sprangen

sie auf. Einen Augenblick später drosselte das Schnellboot sein

Tempo bis auf knapp fünf Knoten.

Das abwärts geneigte Achterdeck ermöglichte es, bei geringer

Fahrt Boote zu Wasser zu lassen und wieder aufzunehmen.

Wortlos trugen die Männer ihr schwarzes Patrouillen-

Schlauchboot CRRC mit dem 40-PS-Außenbordmotor über

die mit einem rutschfesten Belag versehene Heckrampe zum

Wasser. Unmittelbar vor der schäumenden weißen Hecksee

blieben sie stehen und setzten das Boot so ab, dass die Schraube

des Außenbordmotors im Wasser hing. Ein Besatzungsmitglied

des Mark V hielt es an der Bugleine fest und wartete, bis

alle eingestiegen waren, mit einer Hand sicheren Halt gefunden

und mit dem Daumen den anderen angezeigt hatten, dass

sie bereit waren.

Auf den Befehl Leine los! warf er sie ins Schlauchboot.

Während er es gemeinsam mit einem zweiten Mann das letzte

Stück ins lauwarme Wasser schob, drängten sich die SEALs

möglichst weit im Heck zusammen, damit der Bug nicht unterschnitt,

während sich ihr Boot von der Plattform löste. Solange

es sacht im Kielwasser des Schnellbootes schaukelte,

rührte sich niemand. Alle saßen vollkommen ruhig da und

hörten auf das leise Geräusch, mit dem es sich rasch entfernte.

Sie brannten darauf, ihren Auftrag zu erledigen. Auf keinen

Fall sollte es zurückkehren, bevor sie ihre Pflicht getan hatten.
Zu ihrem Unglück wussten sie nicht, dass ein Angehöriger

ihres eigenen Landes sie und ihr Unternehmen tausende von

Kilometern entfernt in allergrößte Gefahr gebracht hatte.

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