Verwandte Artikel zu Turils Reise: Roman: Roman. Originalausgabe

Turils Reise: Roman: Roman. Originalausgabe - Softcover

Michael Marcus Thurner

 
9783453525641: Turils Reise: Roman: Roman. Originalausgabe

Inhaltsangabe

Die faszinierendste Reise aller Zeiten


In einer Zukunft, in der die Menschen auf zahllose außerirdische Völker gestoßen sind, hat Turil den unmöglichsten aller Berufe: Er ist ein interstellarer Bestattungsunternehmer. Er erteilt Sterbesakramente, spricht tröstende Worte oder richtet auch rauschende Feste aus – je nachdem, von welcher Spezies der Verstorbene abstammte. Turil verbringt sein Leben damit, von Planet zu Planet zu reisen. Doch die wundersamste Reise steht ihm erst noch bevor – denn ohne es zu wissen, trägt Turil das Schicksal der galaktischen Zivilisation in sich ...


Großartige Science Fiction aus Deutschland.


Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Michael Marcus Thurner, geboren 1963, veröffentlichte erste Romane im Rahmen der PERRY RHODAN-Fan-Edition, bevor er im Jahr 2002 als Stammautor in die ATLAN-Serie einstieg. Seit Anfang 2005 schreibt Thurner als festes Mitglied im PERRY RHODAN-Team. Der Autor lebt und arbeitet in Wien.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Zituyn zog soeben seine Wurzeln an die Oberfl�e, um die ungemein l�ige Schicht Parasitenw�rmer abzukratzen, als das Ding auf den Boden krachte. Die Erde bebte, der L� und eine Woge hei�r Luft rissen ihn beinahe um. Ein Ding?!
Zituyn war ein einfacher Wurzelhauer, und er verstand nicht viel von den Wirrnissen der gro�n, weiten Welt. Er arbeitete Tag und Nacht, um sich und seiner Familie einen akzeptablen Lebensstandard und einmal im Jahr einen Kuraufenthalt in den Sumpfb�rn von Twaroch zu erm�glichen. Dies hier - der L�, die Wolke, die Ahnung von etwas Fremdartigem, das sich in den Boden bohrte - irritierte ihn.
Zituyn lie�die W�rmer W�rmer sein und n�rte sich z�gerlich dem Absturzplatz inmitten seiner Plantage. Unmengen des trockenen Savannenstaubs, den er so sehr hasste, flirrten in der Luft, legten sich langsam �ber seine Astfalten und krochen in jede noch so kleine K�rperritze. Dann fegte der b�ige Ostwind den Staub beiseite und erlaubte ihm einen ersten Blick auf das fremde Objekt. Es handelte sich um eine gerade mal wurzeldicke Rechteckplatte, gl�end, mit wei�n Einsprengseln in einer kupferroten Oberfl�e. Die Platte gl�hte; von den scharfkantigen R�ern kroch Feuer �ber die Ranken seiner Ovenchunken-Zucht und setzte die leckeren Gem�sebl�er ebenfalls in Flammen.
"Was, bei den Afterwurzeln des G�tzlichen ..." Fluchend peitschte Zituyn Erde hoch und lie�sie auf die Brandherde regnen, bevor sich das Feuer weiter ausbreitete. Es war hartn�ig, und die Hitze, die von der gl�enden Platte ausging, schmerzte ihn bis tief ins Innere seiner Blattfasern.
"Funtarin! Epeskoar! Ditrik!", schrie Zituyn, doch keiner der Erntehelfer lie�sich blicken. Sicherlich k�hlten die drei Kameraden ihre Astarme wieder mal im nahegelegenen T�mpel, statt zu arbeiten. Er alleine musste sich um dieses Ungl�ck k�mmern.
Allm�ich lie�die Hitze nach. Zituyn trat vorsichtig n�r und klopfte gegen das Metall. Sein Spiegelbild, das er in der Oberfl�e der Platte wellig und ein wenig verzerrt sah, tat es ihm gleich - allerdings mit einer Verz�gerung von mehreren Sekunden.
Erschrocken wich er zur�ck. Das Ding - es stammte aus dem Weltall! Er hatte davon geh�rt, dass manche Raumschiffe von einer d�nnen Schicht verzerrter Eigenzeit umgeben waren und eine Weile ben�tigten, bevor sie zur�ck in die Gegenwart eines planetaren Umfelds oszillierten.
Er hatte das Ding angefasst. Bestand die Gefahr, dass er sich irgendwie ... infiziert hatte?
Zituyn ben�tigte dringend jemanden, der ihm sagte, was zu tun war. Jetzt gleich, bevor er einen Fehler machte. Er tastete mit den Hauptwurzeln tief in den Boden, so tief, dass er einen Strang des alten, aber noch immer ausgezeichnet funktionierenden Nachrichtennetzes ertasten konnte. Sanfte Vibrationen durchdrangen ihn. Das System war nur wenig ausgelastet, und er sandte seine Botschaft augenblicklich ab.
Das Ding �ffnete sich.
Eine Platte, scheinbar d�nner als ein Blatt, klappte aus der Ursprungsform und plumpste rechts zur Seite. So satt, als h�e es mehr Gewicht als ein Stahltr�r. Eine weitere Platte fiel zur Linken, die n�ste kippte in Zituyns Richtung. Jedes einzelne Objekt entfaltete sich weiter, und in immer rascherem Tempo entstand eine Fl�e, eine metallene Ebene. Die Teile lagen so passgenau zueinander, dass keine Zwischenr�e zu erkennen waren. Der urspr�ngliche Rechteckk�rper verblieb im Zentrum. Er schien keinerlei Substanz verloren zu haben.
Zituyns Angst schlug in Panik um. Er musste immer weiter zur�ckweichen, wollte er nicht von den Metallplatten erschlagen werden. Er nahm die Hand- und Gesichtswurzeln zu Hilfe, als er davoneilte, beschleunigte immer mehr, setzte hastig �ber die Steinumrandung des Ovenchunken-Feldes hinweg. Platten krachten auf die schweren Felsbrocken und pulverisierten sie. Zituyn wagte es nicht zur�ckzublicken. Er lief und lief und lief, so rasch ihn seine Wurzeln trugen.
Irgendwann kehrte hinter ihm Ruhe ein. Er rannte noch ein St�ckchen weiter, bevor er es wagte, anzuhalten und dringend ben�tigten Sauerstoff durch die K�rper�ffnungen einzufiltern. Zituyn nahm all seinen Mut zusammen und drehte sich um. Ein d�sterrot gl�endes Metallfeld breitete sich vor seinen Augen aus, mit einer Ausdehnung von gut und gerne hundert mal hundert Metern.
Stille. Kein Vogel wagte es zu trillern, die im Fr�hjahr ausschw�enden Fruchtfliegen, die schlimmsten Feinde seiner Zucht, hatten l�st das Weite gesucht. Unter seinen Beinen f�hlte Zituyn die Ausl�er des weit verzweigten Wurzelwerks einer Baumgruppe, die hinter dem n�sten H�gel gesiedelt hatte. Die Wurzelfreunde verharrten in einer Art Stasis und hatten jegliche Nahrungsaufnahme eingestellt. Die Ruhe schreckte Zituyn mehr als alles andere zuvor. Selbst der ewige Wind hatte sich zu einem matten, kaum noch h�rbaren S�eln gewandelt.
Aus dem Zentrum der Fl�e trieb ein Etwas hervor. Quecksilber�liche Substanz umfloss einen Klumpen, der entfernt einem Humanes-K�rper glich. Er schob sich h�her und h�her, wuchs wie eine Pflanze aus dieser zwei-dimensionalen Fl�e und spottete damit aller Gesetzm�gkeiten. Aus Nichts wuchs Etwas; ein knollenf�rmiges Ding, dem Ovenchunken-Triebling nicht un�lich.
Zituyn beobachtete den Prozess mit schreckstarren Astarmen. Er wusste, dass er einen Alarmruf abgeben musste - doch es fehlte ihm die Kraft. Eine Art Bannstrahl ging von diesem Klumpen aus, der sich nun von der ihn einengenden Quecksilberschicht befreite. Das Wesen darin zwang ihn, wie paralysiert zu verharren. Jede Regung, jeder vern�nftige Gedanke war ihm verboten.
Die Gazehaut fiel zu Boden und verband sich dort wieder mit der unergr�ndlichen Metallfl�e. Das Gesch�pf wankte leicht. Es sch�ttelte Fl�ssigkeit oder Schwei�aus dem dunklen Pelz, machte vorsichtig ein paar Schritte nach vorne und bewegte dann den Kopf in alle Richtungen. Es wirkte gedrungen und muskul�s, strahlte Arroganz und Aggressivit�aus.
Der Unheimliche scherte sich vorerst nicht um ihn. Er schien nach etwas anderem zu wittern, zu schn�ffeln. Die Nase, von tiefen Lamellenkerben gekennzeichnet, ragte zwischen zwei blutroten Kulleraugen hervor. Das Ein- und Ausatmen wurde von r�chelnden Ger�chen begleitet, als erhielte der Unbekannte nicht ausreichend Sauerstoff.
Er bewegte sich mit schweren Schritten, die laut auf der Metalloberfl�e widerhallten. Auf einen Wink der Klauenhand mit den f�nf Fingern hob sich ein Aggregat aus dem Boden, ein Rundpult mit vielen grell glitzernden Schaltfl�en. Dar�ber drehte sich eine Art Parabolantenne mit gro�r Geschwindigkeit.
Ich muss weg!, dachte Zituyn, jetzt, da er nicht herschaut, nicht auf mich achtet!


„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.