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Patient Null: Roman: Ein Joe-Ledger-Roman. Deutsche Erstausgabe - Softcover

Jonathan Maberry

 
9783453526044: Patient Null: Roman: Ein Joe-Ledger-Roman. Deutsche Erstausgabe

Inhaltsangabe

»Die Nacht der lebenden Toten« meets Michael Crichton!

Als Detective Joe Ledger den Terroristen Javad Mustapha mit zwei Kugeln niederstreckt, scheint der Auftrag erledigt: Der Feind ist tot. Vier Tage später erfährt Ledger jedoch, dass Mustapha von den Toten zurückgekehrt ist. Die Terroristen haben in einem Geheimlabor ein Virus entwickelt, mit dem sie Menschen in Zombies verwandeln können. Für Ledger beginnt ein beispielloser Alptraum …

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Jonathan Maberry ist seit 1979 als Autor tätig. Neben 18 Sachbüchern hat er auch sechs Horrorromane und eine Vielzahl an Short-Stories veröffentlicht, dazu Liedtexte, Gedichte und Theaterstücke. Für seine Romane wurde er mehrfach mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ocean City, Maryland Samstag, 27. Juni/ 10:22 Uhr

Sie tauchten am Strand auf. Aalglatt und frisch poliert. Zwei vorne, einer hinten als Deckung. In Dreiecksformation kamen sie auf mich zu. Ich wollte gerade die Autotür aufmachen. Sie hatten nichts Besonderes an sich, halt drei große Typen in grauen Anzügen von der Stange, die sich in der Hitze von Ocean City einen abschwitzten.
Der Vordere hielt die Hand hoch, um mir "no problemo" zu signalisieren. Es war ein heißer Samstagmorgen, und ich trug Shorts und ein Hawaii-Shirt, auf dem sich Meerjungfrauen tummelten. Darunter hatte ich ein Tom-Petty-T-Shirt an. Badelatschen und eine Ray-Ban vollendeten mein Outfit. Meine Knarre lag in einem verschlossenen Werkzeugkasten im Kofferraum, und als ob das nicht reichte, war um den Abzugshahn auch noch ein Schloss angebracht. Ich war am Strand, um mir den neuen Jahrgang von Beach-Bunnys zu Gemüte zu führen. Außerdem war ich seit der Schießerei bis Montagmorgen freigestellt, wo mich eine nette Unterredung mit meinen Vorgesetzten und den Internen erwartete. Das mit der Lagerhalle war eine schlimme Geschichte, und ich hatte frei, um das Ganze zu verdauen. Allerdings machte ich mir keine allzu großen Sorgen, denn ich war schon so gut wie aus dem Schneider. Es schien ganz so, als ob diese Typen die Situation sachlich und neutral halten wollten. Bloß keinen Stress. Hätte ich selbst auch nicht besser gekonnt. Hut ab. "Mr. Ledger?"
"Detective Ledger", erwiderte ich, einfach nur, um Contra zu geben.
Noch nicht einmal der Anflug eines Lächelns. Er nickte, wobei sich sein Kopf höchstens einen Millimeter bewegte. Kopf und Hals sahen aus wie ein umgestülpter Eimer.
"Ich möchte Sie bitten, mit uns zu kommen", meinte er mit emotionsloser Stimme.
"Erst mal Dienstmarke, oder Sie können gleich wieder abdampfen."
Eimerkopf warf mir einen durchdringenden Blick zu. Dann holte er seine FBI-Marke hervor und hielt sie mir vor die Nase. Ich las nicht weiter als bis zu seinen Initialen.
"Worum geht es?"
"Würden Sie bitte mit uns kommen?"
"Ich bin freigestellt, Jungs. Was soll der Quatsch?"
Keine Antwort.
"Ist euch bewusst, dass ich in drei Wochen in Quantico anfange?"
Wieder keine Antwort.
"Wollt ihr, dass ich euch in meinem Wagen folge?"
Nicht, dass ich vorhatte, einen Abgang durch die Mitte zu machen, aber mein Handy befand sich im Handschuhfach meines Geländewagens, und ich hätte die Situation gerne mit meinem Lieutenant abgecheckt. Sie kam mir irgendwie schräg vor. Nicht unbedingt bedrohlich, nur schräg.
"Nein, Sir. Wir werden Sie danach wieder sicher hier abliefern." "Wonach?"
Zum dritten Mal keine Antwort.
Ich sah den Mann an. Dann den Typen neben ihm. Den Dritten spürte ich in meinem Rücken. Sie waren alle groß und gut gebaut. Sogar aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, dass Eimerkopf sein Gewicht schön auf beiden Fußballen ausbalancierte. Der andere stand rechts von mir. Seine Fingerknöchel waren riesig, aber seine Hände wiesen keine Narben auf. Wahrscheinlich eher Boxen als asiatischer Kampfsport; Boxer tragen Handschuhe.
Sie machten beinahe alles richtig. Aber nur beinahe, denn sie rückten mir ein wenig zu sehr auf die Pelle. Man sollte einem potenziellen Gegner nie zu nahe kommen.
Aber ich musste zugeben, dass sie recht überzeugend wirkten, und es ist verdammt schwierig, den FBI-Look glaubhaft zu kopieren.
"Okay", sagte ich also.

Ocean City, Maryland Samstag, 27. Juni/ 10:31 Uhr

Eimerkopf hockte neben mir auf der hinteren Sitzbank, die beiden anderen saßen vorne. Der Fahrer des großen Regierungs-Crown-Vic war der Typ, der vorher Rückendeckung gegeben hatte. Ein Haufen Taubstummer hätte mehr geschnattert als meine drei FBI-Exemplare. Das einzige Geräusch kam von der voll aufgedrehten Klimaanlage. Natürlich war das Radio ausgeschaltet. Alles in allem ein verdammt aufregender Trip.
"Ich hoffe, wir fahren nicht den ganzen Weg zurück nach Baltimore." Das hätte eine mehr als dreistündige Autofahrt bedeutet, und meine Shorts waren voller Sand.
"Nein."
Das war das einzige Wort, das ich Eimerkopf während der Fahrt entlocken konnte. Ich machte es mir also bequem und wartete ab, was auf mich zukam.
Mir fiel auf, dass Eimerkopf Linkshänder war. Die Beule seines Pistolenhalfters verriet es. Er hatte mich zu seiner Rechten gesetzt, so dass sich sein Sakko zwischen mir und seiner Knarre befand. Außerdem konnte er mich im Fall der Fälle mit seiner Rechten abwehren und gleichzeitig mit der Linken ziehen. Wirklich professionell und gut geplant. An seiner Stelle hätte ich mich allerdings nicht am Lederriemen über der Tür festgehalten. Das war der zweite, wenn auch kleine Fehler, den er beging. Ich wunderte mich im Stillen, ob er mich testen wollte oder nur sein Training nicht vernünftig umsetzte. Natürlich bestand auch noch die Möglichkeit, dass es ihm an Instinkt fehlte.
Ich lehnte mich zurück und ließ mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen. Wenn das Ganze etwas mit der Aktion in der Woche zuvor bei den Docks zu tun hatte und ich deswegen tief in der braunen Sauce saß, dann war mein nächster Schritt klar: ankommen und meinen Anwalt anrufen. Außerdem wollte ich einen von der Gewerkschaft dabeihaben. Die ganze Vorgehensweise war nie und nimmer Standard Operating Procedure. Es sei denn, wir hatten es mit Homeland zu tun. Sollte das der Fall sein, würde ich auf der Stelle einen Anwalt und meinen Kongressabgeordneten anrufen - und zwar am besten gleichzeitig. Die Sache in der Lagerhalle war völlig korrekt abgelaufen, und ich hatte nicht vor, dass irgendein Fuzzi mir deswegen etwas anhängte.
Seit achtzehn Monaten war ich Teil einer Taskforce, wie sie seit 9/11 landauf, landab aus dem Boden schossen. Unsere Einheit bestand aus mir und ein paar Kollegen von der Baltimore-Police, einem Haufen Leute aus Philadelphia und Washington D.C. und einer bunt gemischten Staffel von Bundessicherheitspolizisten: FBI, NSA, ATF und weiteren Buchstabenkombinationen, die mir noch nie zuvor untergekommen waren. Keiner hatte wirklich viel bei dieser Taskforce zu tun, aber jeder wollte die Finger im Spiel haben, falls sich etwas Interessantes ergab - und mit "Interessantes" meine ich karrierefördernd.
Ich wurde da irgendwie mit hineingezogen.

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