Stern der Laren: Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg 2 - Softcover

Lukas, Leo

 
9783453532632: Stern der Laren: Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg 2

Inhaltsangabe

Perry Rhodan: Die erfolgreichste Science-Fiction-Serie der Welt exklusiv bei Heyne

Nach dem überragenden Erfolg der PERRY RHODAN-Taschenbuchserien LEMURIA und PAN-THAU-RA nun der neue, in sich geschlossene Taschenbuchzyklus PERRY RHODAN: DER POSBI-KRIEG. Ein atemberaubendes Weltraumabenteuer in sechs Bänden – von den besten und beliebtesten Autoren der Heftserie exklusiv für Heyne geschrieben.

Die Terraner von Ambriador leben in einer merkwürdigen Gefangenschaft mitten im Zentrum des feindlichen Reiches – auf dem Stern der Laren.


Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Innerhalb weniger Jahre ist der Name Leo Lukas in der Science- Fiction-Szene zu einem Markenzeichen für rasante, mit Ironie gespickte Romane geworden. Inzwischen gehört der Wiener Autor zum festen Team der PERRY RHODAN-Serie. Und als Kabarettist ist Lukas auch in anderen Kreisen bekannt. Bei zahlreichen Auftritten auf Bühnen und im Fernsehen konnte er sein Talent unter Beweis stellen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog
Das Lied von Rhodan

»Da kommt sie.«
»Die Untote.«
»Pst! Nicht hinschauen!«
Flip Kakuta senkt den Kopf, und die anderen Bengel tun es ihm nach. Während ich vorbeigehe, starren alle vier ängstlich zusammengekauert auf das Spielbrett am Boden, als gäbe es nichts Faszinierenderes im ganzen Universum.
Die Herrin, die durch meine Augen sieht, hält mich an, dreht mich um und beugt mich hinab. Auf den sechseckigen Feldern stehen winzige Kriegsschiffe: Kugelraumer, Fragmentwürfel, Troventaare; stellvertretend für Alteraner, Posbis und Laren.
Mein Mund öffnet sich. Lippen und Zunge formen Silben. Meine Stimme fragt, stockend, undeutlich, viel zu laut: »Naaa? Uwer ge-uwinn-t?«
»Ich«, murmelt Flip Kakuta, ohne den Wuschelkopf zu heben. Einer Untoten ins Gesicht zu blicken, bringt Unglück. »Ich spiele die Laren«, fügt er unnötigerweise hinzu. Es gewinnen immer die Laren, Dummchen. So sind die Regeln. Bei diesem Spiel, und nicht nur bei diesem, steht der Sieger von vornherein fest.
Ja. So sind die Regeln. Wer sie anzweifelt oder sich gar einbildet, dagegen aufbegehren zu können, muss mit den Folgen leben. Und sterben. Wie ich, langsam, qualvoll. Das will die Herrin, die durch meine Augen sieht, mir und den anderen demonstrieren. Seit Tagen, immer und immer wieder.
»Bra-uo!«, zwingt sie mich zu lallen. »Gra-tuu-lliere! Gut ge-mmoacht.«
Sie richtet mich auf und führt mich weiter, quer über den Marktplatz. Die Menschen weichen mir aus. Auch ein Maahk in seinem klobigen Druckanzug, der alle anderen überragt, bleibt stehen und wendet sich ab. Nicht einmal der Methan-Wasserstoff-Atmer erträgt meinen Anblick. Da kommt sie, die Untote; um Himmels willen, schau weg! Aber mich zu ignorieren, zu verdrängen, sich vorzumachen, es gäbe mich gar nicht, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Faustgroße Kameradrohnen umschwirren mich. In kurzen Abständen werden die bunten Reklamen auf den Holoschirmen, die den Platz säumen, von Bildern des wandelnden Leichnams ersetzt; es gibt kein Entrinnen vor mir und der Mahnung, die ich darstelle. So will es die Herrin, die durch meine Augen sieht. Sie hebt meinen rechten Arm und lässt mich winken, auf allen Holoschirmen zugleich, schneidet mir dabei mit meinem eigenen, mumienhaften Gesicht eine Grimasse.
Meine Beine tragen mich zu einer Imbissbude. Schlagartig löst sich die Menschentraube auf, die sie umstanden hat. So panisch fliehen sie vor mir, dass einige sogar vergessen, ihre Speisen und Getränke mitzunehmen. Kitai Lechnoir, der Besitzer, duckt sich zu Boden, verkriecht sich unter die Arbeitsplatte. Ich höre ihn leise schluchzen. Er kennt mich gut und weiß, wie gern ich seine Wurstkringel gegessen habe. Früher, als ich noch aß.
Köstlich riechen die Speisen; grauenvoll köstlich. Ich habe Hunger, wahnsinnigen Hunger und Durst. Meine Hand nimmt einen Becher, hebt ihn hoch, hält ihn unter meine Nase. Süßsauer, fruchtig. Olvidbeer-Sprudel. Was gäbe ich für einen einzigen Schluck. Doch mein Mund bleibt zu, während die Hand den Becher neigt und der dunkelrote Saft über mein Kinn rinnt, das schmutzig weiße Leibchen tränkt, zu Boden tropft, zwischen den Pflastersteinen versickert. Auf dem Holo hinter der Bude erscheint die bekleckerte, spindeldürre Untote und zwinkert mir höhnisch zu.
Jetzt wird es bald vorüber sein. Für diesmal. Gewöhnlich führt mich die Herrin, die durch meine Augen sieht, vormittags wie nachmittags etwa eine Stunde lang herum; dann widmet sie sich ihren sonstigen Pflichten. Sie hat viel zu tun in diesen Tagen. Dennoch weiß ich mit Bestimmtheit, dass sie es ist, die mich über den Chip in meinem Nacken steuert. Das lässt sie sich nicht entgehen, sie nicht.
Ich sollte sie wohl hassen, aber mir fehlt die Kraft dazu. Nur noch den Tod wünsche ich herbei. Jedoch tritt er nicht ein, so sehr ich mich danach sehne; auch diese Erlösung verweigert mir die Herrin. Sie will meine Hinrichtung zelebrieren, meine Schmach so lang wie möglich auskosten. Die Impulse des Chips dirigieren mich ins Ledigenhaus und legen mich auf die Pritsche. Meine Hand schließt die Infusionskanüle an. Was mir an Flüssigkeit eingeträufelt wird, ist zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Meine Lider klappen zu. Ich fühle nichts mehr; sie hat auf Paralysemodus umgeschaltet.
Hören kann ich noch.
Vorsichtige Schritte, nach unbestimmter Zeit.
Dann ein Flüstern: »Ich bin es, Guilder. Hab dir dein Sloppelle gebracht.«
Das sollst du nicht, möchte ich sagen. Doch meine Kiefer sind wie verschraubt. Die Herrin hat sich zwar höchstwahrscheinlich aus meiner Wahrnehmung zurückgezogen, aber gelegentlich macht sie Stichproben. Falls sie Guilder bei mir erwischt, wird auch er bestraft.
»Kuschelt sich zu dir, dein Sloppelle, und wärmt dich.« Der Alte ist sich dessen bewusst, dass ich das Tier nicht spüren kann. »Es glaubt an dich, wie wir alle.«
Außer mir selbst.
»Halte durch! Ein paar Tage noch, dann ist es ausgestanden. Die Schlampe will dich demütigen, nicht umbringen. Das haben sie noch nie getan, nicht auf diese Weise, keiner kann sich an so was erinnern. Du kommst wieder auf die Beine, ganz bestimmt.«
Ich will den Kopf schütteln, ihm sagen, dass er sich irrt und ich es besser weiß. Zwecklos, mein Körper gehorcht mir nicht, weil er mir nicht mehr gehört. Der Mund bleibt zu. Ich werde nie mehr aus eigenem Willen sprechen oder auf irgendeine andere Weise kommunizieren. Das darf die Herrin auf keinen Fall erlauben. Ich kenne ihren Plan. Wir alle sind längst zum Tode verurteilt. Bloß ahnen Guilder und die Übrigen noch nichts davon. Wenn der Stern der Laren explodiert, wird er uns alle, alle mit in den Untergang reißen.
Guilder beginnt fast unhörbar zu singen. Ein Kinderlied, ein Schlaflied. Uralt, verboten natürlich, wie alles aus der wahren Heimat. Dass es gut wird, jeden Tag besser, um ein klitzekleines Stück, singt Guilder. Dass wir die Zukunft zu meistern vermögen, weil wir Terraner sind. Und dass irgendwann, morgen oder in hundert Jahren, Perry Rhodan kommt, der Großadministrator, der biologisch unsterbliche Zellaktivatorträger, und uns rettet.
Dann geht Guilder in der Hoffnung, mich ein wenig getröstet zu haben. Ich aber weiß, was die Zukunft für uns bereithält; und den Glauben an Rhodan habe ich schon lange verloren. Das ist ein Mythos, eine Sage, ein Ammenmärchen. Zweieinhalb Jahrtausende warten die Alteraner bereits auf diesen Rhodan und singen sein Lied … Da wird er auch in den wenigen Tagen, die uns noch bleiben, nicht mehr auftauchen; wenn es ihn denn überhaupt je gegeben hat.
Ich döse ein und komme wieder zu mir, ohne dass sich mein Zustand verändert hätte. Ach, blödes Herz, hör endlich auf zu schlagen! Aber nein, ich liege in der Dunkelheit, und liege und liege.
Und halluziniere. Aus der Schwärze schälen sich Gestalten. Träume ich? Oder … geht es doch zu Ende? Man sagt, kurz vor dem Tod liefe das Leben noch einmal ab, wie ein Film, wenigstens die wichtigsten Stationen. Ist es nun so weit? Darf ich endlich, endlich sterben? Bitte. Das wäre zu schön.
Da ist das erste Bild. Ein Stiefel …

Erstes Buch
Zwiebelschalen

Gucky kletterte an Clees Cantu hoch, setzte sich ihm auf die Brust, stupste ihn mit der Nase an und piepste: »Kann ich noch ein Möhrchen?«
Clees seufzte, musste dann aber doch lachen. »Das ist jetzt ungefähr die siebentausendste Möhre, du Vielfraß. Bald wird dein Bauch platzen. Und außerdem heißt es ›ein Möhrchen haben‹.«
»Kann ich noch ein Möhrchen haben?«
»Was bekomme ich dafür?«
»Ein Bussi!«
»Na dann … Aber ich will eines von Tamra, nicht von dir ungewaschenem, miefendem Fellknäuel.«
Neben der Hand, die den Mausbiber hielt, wuchs ein zerstrubbelter, brünetter Haarschopf hinter der Sofakante empor. Clees Cantus Tochter zog einen Schmollmund. »Ich mag es nicht, wenn du Gucky beleidigst.«
»Der hält das schon aus,...

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