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Und wieder die Liebe: Roman - Softcover

Lessing, Doris

 
9783455043914: Und wieder die Liebe: Roman

Inhaltsangabe

Liebe und Sexualität im Herbst des Lebens: Sarah Durham ist eine Frau in gesetztem Alter, deren Leben in geordneten Bahnen verläuft. Aber bei der Inszenierung eines neuen Stücks in ihrem kleinen Privattheater geschieht das Unvorhersehbare. Sie verliebt sich in den jungen Hauptdarsteller und fast gleichzeitig in den etwas älteren Regisseur des Stücks. Sarah erlebt die lang verloren geglaubte Macht der Gefühle, die vielschichtigen Konflikte um Liebe und Altern, Leidenschaft und Vergänglichkeit.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und wuchs auf einer Farm im damaligen Süd-Rhodesien auf. Mit dreißig Jahren kam sie nach London und veröffentlichte dort 1950 ihren ersten Roman. Ihr umfangreiches literarisches Werk macht sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen. Im Hoffmann und Campe Verlag erschienen seit 1988 zahlreiche Werke, zuletzt ihre Romane Die Kluft (2007) und Alfred und Emily (2008) sowie das Erzählungsbändchen Die Schmuckschatulle (2007). Sie wurde mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 2013 wurde die fünfzehnbändige Werkauswahl abgeschlossen, in der u.a. Das goldene Notizbuch, Unter der Haut, Das fünfte Kind und zwei Erzählungsbände erschienen. Doris Lessing starb am 17. November 2013 in London.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Auf den ersten Blick hätte man es für eine Rumpelkammer halten können, lautlos und stickig, in warmen Dämmer gehüllt, aber dann bewegte sich ein Schatten, eine Gestalt tauchte auf, um Vorhänge zurückzuziehen und Fenster aufzureißen. Es war eine Frau, die rasch auf eine Tür zuging und dahinter verschwand, ohne sie zu schließen. Und nun sah man, daß der Raum übervoll war. An einer Wand standen alle möglichen Zeugen des technischen Fortschritts - ein Faxgerät, ein Kopierer, ein Computer, mehrere Telefone -, doch abgesehen davon hätte es sich ebensogut um einen Theaterfundus handeln können, denn neben der überlebensgroßen, goldenen Büste irgendeiner Römerin gab es Masken, einen purpurroten Samtvorhang, Theaterplakate und Stapel mit Notenblättern oder vielmehr Fotokopien, die die vergilbten und allmählich auseinanderfallenden Originale getreulich wiedergaben.

An der Wand über dem Computer hing eine vergrößerte Reproduktion von Cézannes Mardi Gras, auch schon arg mitgenommen. Der Riß, der mittendurch ging, war mit Tesafilm geklebt worden.

Die Frau nebenan war energisch am Werk, offenbar räumte sie Gegenstände hin und her. Dann tauchte sie wieder in der Tür auf und blickte ins Zimmer.

Keine junge Frau, wie man aufgrund ihrer kraftvollen Bewegungen leicht hätte meinen können, solange man sie nur undeutlich im Dunkeln sah. Une femme d'un certain Age, wie die Franzosen sagen, vielleicht sogar etwas älter, und nicht gekleidet, um sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, sondern in alter Hose und altem Hemd.

Die Frau war lebhaft und voller Energie, aber der Anblick der sich ihr bot, schien ihr nicht zu behagen. Doch sie schüttelte ihr Mißfallen ab, ging zu ihrem Computer, setzte sich hin und schaltete ein Tonband ein.

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.