Firmung und Konfirmation - einmal anders
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Tilmann Haberer, geb. 1955, evangelischer Pfarrer. Nach langjähriger Tätigkeit in einer Münchner Citykirche sieben Jahre freiberuflicher Seelsorger, Journalist, Übersetzer und Autor. Seit 2006 evangelischer Leiter des ökumenischen Seelsorgezentrums „Münchner Insel“. Mitarbeit bei der deutschen Ausgabe des „EnlightenNext“-Magazins.
»Einen weiten Himmel wünsch ich dir. Ein Lock-Buch ins Leben« richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Es ist als Geschenkbuch zu Firmung oder Konfirmation konzipiert, kann aber auch zu anderen Anlässen verschenkt werden. Und auch Sie selbst, die oder der Sie dieses Buch verschenken oder empfehlen wollen, können darin lesen, wahrscheinlich auch mit Gewinn.
Denn die Themen, die das Buch verhandelt, sind Themen, die Menschen jeden Alters umtreiben. Und eine einfache Sprache können auch Erwachsene verstehen.
Zunächst aber wollen Sie das Buch verschenken oder Ihren Firmeltern, Ihrer Konfirmanden- oder Jugendgruppe, Ihren Ministrantinnen und Ministranten empfehlen. Nun ist das mit Geschenkbüchern so ein Sache. Mal ehrlich: Lesen Sie alle Bücher, die Sie selbst geschenkt bekommen? Ein Buch ist oft ein Verlegenheitsgeschenk. Es soll »etwas Sinnvolles« sein, einen gewissen finanziellen Rahmen nicht sprengen, und es soll auch noch »etwas hermachen« deswegen hat der Verlag das Buch auch schön ausgestattet.
Dieses Begleitbuch will nun dazu beitragen, dass die beschenkten Jugendlichen ihr Buch auch tatsächlich lesen. Und womöglich nicht nur lesen, sondern damit umgehen, sich mit den angesprochenen Themen wirklich auseinander setzen. Dazu können Sie ihnen helfen. Wenn Sie
als Patin oder Pate, als Mutter, Vater, Tante oder Großvater das Buch verschenken wollen, finden Sie in diesem Begleitbuch neben vertiefenden Hintergrundinformationen (S. 11 28) Ideen und Vorschläge, wie Sie selbst mithilfe des Buches mit Ihrem (Paten-)Kind in einen lebendigen Prozess kommen können (S. 35 46);
als Pfarrerin oder Pfarrer, Diakon, Gemeindereferentin, Pastoralassistent, Jugendleiter/in oder Erzieher/in für ihre Firm-, Konfirmanden- oder Jugendgruppe das Buch anschaffen wollen oder es den Eltern und Patinnen/Paten als Geschenk empfehlen wollen, erhalten Sie theologische und pädagogische Reflexionen (S. 11 34) und eine Fülle von Anregungen, vor allem für Wochenendfreizeiten oder längere Fahrten in den Ferien, aber auch für einen kompletten Firm- oder Konfirmandenkurs (S. 47 84).
In beiden Fällen möchte ich Sie vorsorglich warnen: »Einen weiten Himmel
wünsch ich dir« will auch Sie, die Erwachsenen, in einen Prozess hineinziehen oder,
mit der Sprache des Geschenkbuchs selbst, zu einer Reise verlocken.
Es bietet keinen »normalen« Konfi- oder Firmkurs, in dem bestimmte Themen der Reihe nach abgehandelt werden, die ein »guter Christ« eben so kennen muss.1 Es handelt sich um ein »Lock-Buch«. Es will dazu verlocken, Erfahrungen zu machen. Sich auf die Reise zu machen: auf die Reise in ein vertieftes und intensives Leben. Deshalb, liebe Leserin und lieber Leser, kommt nun gleich zu Beginn eine unverschämte Aufforderung an Sie selbst. Wer andere Menschen zur Erfahrung verlocken will, muss selbstverständlich selbst Erfahrungen gemacht haben. Wer mit Jugendlichen meditieren will, muss zumindest eine gewisse Erfahrung mit Meditation haben (und zwar etwas mehr als das berüchtigte »one lesson ahead«!). Wer mit jungen Menschen in die Natur gehen will, muss sich vorher selbst der Natur ausgesetzt haben: Wann haben Sie sich beispielsweise zum letzten Mal einen Wüstentag2 gegönnt? Gerade besonders intensive Prozesse wie ein Initiationsritual oder die Visionssuche können keinesfalls von Menschen durchgeführt werden, die sich dieser Art Erfahrung nicht selbst gestellt haben am besten mehrfach. Auch ein Bibliodrama kann nur leiten, wer oft Bibliodrama mitgemacht hat. Und wer sich nie selbst auf den Prozess einer seelsorgerlichen Begleitung eingelassen hat, kann kaum Seelsorger sein.
Das ist der Grund, weshalb in diesem Buch keine Entwürfe stehen, die einfach sofort nachvollziehbar sind nach dem Motto: Wenn ich das Buch vor mir habe und ab und zu mal einen Blick hineinwerfe, werde ich die Stunde schon schaukeln. Das funktioniert schon bei »normalen« Unterrichtsentwürfen für Schulstunden nicht so besonders gut, selbst wenn sie beste Kopiervorlagen enthalten.
Auch dieses Buch ist eben ein »Lock-Buch«. Es will Sie verlocken, sich mit den Themen und den Methoden zu befassen. Es will Sie verlocken, eigene Erfahrungen
zu machen oder Ihre schon gemachten Erfahrungen auf den Prüfstand zu stellen.
Denn Jugendliche sind unbestechliche Prüfer, die genau spüren, was authentisch ist und was nur angelesen.
Ob Jakobsweg, Initiationsritual oder Vorbereitungskurs zu Firmung, Feier der Lebenswende oder Konfirmation alle Entwürfe wollen Sie anregen, etwas Eigenes daraus zu machen. Nehmen Sie dieses Buch als Wegweiser, aber suchen Sie Ihren eigenen Weg. Dann können Sie »Ihren« Jugendlichen eine Ahnung vermitteln von dem, worum es in der Tiefe geht: um mehr als alles, um den »weiten Himmel«.
Übungsanleitungen, die Sie geben wollen, sollten Sie daher so weit verinnerlicht haben, dass Sie ohne »Spickzettel« auskommen. Deshalb habe ich im Folgenden auch bei den Beschreibungen bewusst auf Spaltenschreibweise oder ähnliche optische Hilfsmittel verzichtet, die dazu verleiten könnten, Übungen ohne ausreichend Selbsterfahrung »einfach mal auszuprobieren«.
Denn und jetzt kommt vor dem Aufbruch noch eine Warntafel: Ein gewisses Maß an Selbsterfahrung setzt die skizzierte Arbeitsweise schon voraus. Zwar brauchen Sie keine therapeutische Ausbildung, um die Rituale, Spiele und Übungen durchzuführen. Aber Sie müssen darauf vorbereitet sein, dass teils heftige Prozesse bei Einzelnen oder innerhalb der Gruppe ausgelöst werden. Manche der Übungen gehen ans »Eingemachte«. Das muss Sie nicht schrecken, denn oft kommen auf diese Weise wichtige Entwicklungsschritte zu Stande. Aber Sie sollten über ein gewisses Handwerkszeug verfügen:
Sie dürfen keine Angst vor Tränen oder Wut haben.
Sie brauchen Erfahrung darin, starke Emotionen auszuhalten und eine Gruppe wieder zusammenzubringen, wenn sie auseinander zu fliegen
droht.
Und Sie müssen in der Lage sein, eine Auswertungsrunde anzuleiten.
Überprüfen Sie also Ihren Rucksack und überlegen Sie gut, was Sie sich zutrauen. Sie müssen nicht gleich mit einer hochalpinen Klettertour beginnen, auch eine Wanderung im Mittelgebirge oder in der Ebene bringt vieles, was die Reise lohnt.
Ein Großteil der praktischen Anregungen und Vorschläge im Teil 4.2 dieses Begleitheftes stammt von Stefan Wolff, Initiatischer Therapeut und Visionssuche-Leiter in München, dem ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für die bisherige gute Zusammenarbeit aussprechen möchte. Bedanken möchte ich mich auch bei Dorothea Jüngst von der Evangelischen Jugend München, die mir ebenfalls wichtiges Material bereitwillig zur Verfügung gestellt hat.
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Anbieter: Buchpark, Trebbin, Deutschland
Zustand: Gut. Zustand: Gut | Produktart: Bücher | Keine Beschreibung verfügbar. Bestandsnummer des Verkäufers 1153855/203
Anzahl: 1 verfügbar