Es ist eine fremde, abenteuerliche und gefährliche Welt, die der kleine Mowgli im indischen Dschungel erlebt, nachdem ihn der Tiger Shir Khan aus dem Dorf seiner Eltern geraubt hat. Er wächst bei einer Wolfsfamilie auf und schließt Freundschaft mit den Tieren der Wildnis, dem Bären Baloo und dem Panter Bagheera.
Aber auch das ungebundene Leben in der Natur, fernab von der menschlichen Zivilisation kommt nicht aus ohne feste Regeln und Gesetze. Mowgli und die Tiere des Dschungels müssen ihnen gehorchen, wenn sie überleben wollen.
Rudyard Kiplings Erzählungen faszinieren heute wie damals Leser aller Altersgruppen. Sie zählen zur Weltliteratur.
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Es war um sieben Uhr an einem sehr warmen Abend in den Seeonee-Hügeln, als Vater Wolf vom Tagesschlaf erwachte, sich kratzte, gähnte und eine Pfote nach der anderen spreizte, um den letzten Rest Müdigkeit aus den Spitzen zu kriegen. Mutter Wolf lag mit der großen grauen Nase quer auf ihren vier zappelnden, fiependen Jungen, und der Mond schien in den Eingang der Höhle, in der sie alle hausten. »Uaah!«, sagte Vater Wolf. »Es ist Zeit, wieder zu jagen.« Als er gerade im Begriff war, die Höhle zu verlassen, um den Hügel hinabzuspringen, tauchte ein kleiner Schatten mit einem buschigen Schwanz im Eingang auf und winselte: »Das Glück möge dich begleiten, o Häuptling der Wölfe; und Glück und starke weiße Zähne für deine edlen Kinder, damit sie niemals die Hungrigen dieser Welt vergessen.«
Es war der Schakal - Tabaqui, der Tellerlecker -, und die Wölfe von Indien verachten Tabaqui, weil er durch die Gegend rennt und Unheil stiftet und Klatschgeschichten verbreitet und Lumpen und Lederflicken von den Abfallhaufen des Dorfes verschlingt.
Aber sie fürchten ihn auch, denn mehr als die anderen im Dschungel neigt Tabaqui dazu, den Verstand zu verlieren. Und dann vergisst er, dass er jemals vor jemandem Angst gehabt hat, und rast durch den Wald und beißt jeden, der ihm über den Weg läuft. Wenn den kleinen Tabaqui der Wahnsinn packt, springt selbst der Tiger davon und versteckt sich, denn dieser Wahnsinn ist das Ärgste, was einem wilden Geschöpf zustoßen kann. Wir bezeichnen ihn als Tollwut, aber die Tiere nennen ihn dewanee - den Wahnsinn - und ergreifen die Flucht.
»Nun, so tritt ein und schau dich um«, sagte Vater Wolf steif, »aber Futter haben wir hier keins.«
»Vielleicht nichts für einen Wolf«, entgegnete Tabaqui, »aber für eine so geringe Person, wie ich es bin, ist schon ein abgenagter Knochen ein Festschmaus. Wer sind wir denn, die Gidur-log, die Schakalleute, dass wir wählerisch sein könnten?« Er schnüffelte zum Ende der Höhle, wo er den Knochen eines Bocks entdeckte, an dem noch etwas Fleisch hing, und damit ließ er sich behaglich nieder und kaute daran herum.
»Vielen Dank für dieses leckere Mahl«, sagte er und leckte sich die Lippen, »wie prachtvoll sind deine edlen Kinder! Wie groß sind ihre Augen! Und das bei ihrer Jugend! Wahrlich, wahrlich, ich hätte mich daran erinnern müssen, dass die Kinder von Königen von Anfang an Männer sind.«
Nun wusste Tabaqui so gut wie jedermann, dass nichts so misslich ist, wie Kinder in ihrer Gegenwart zu loben. Der Anblick von Vater und Mutter Wolf, die höchst unbehaglich dreinblickten, bereitete ihm Vergnügen, und er blieb sitzen, genoss das Unheil, das er angerichtet hatte, und sagte dann boshaft: »Shir Khan der Große hat seine Jagdgründe gewechselt. Er hat mir verraten, dass er etwa einen Monat lang in diesen Hügeln jagen will.«
Shir Khan war der Tiger, der zwanzig Meilen entfernt in der Nähe des Waingunga-Flusses lebte.
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Zustand: Wie neu. 3. Auflage. 188 (4) Seiten mit Illustrationen von Don-Oliver Matthies. 21,2 cm. Umschlagabbildung von Dieter Wiesmüller. Sehr guter Zustand. Frisches Exemplar. Wie ungelesen. Seit über 100 Jahren lassen die Geschichten von Mowgli und seinen Freunden - dem Panther Bagheera und Balloo, dem Bär - Kinder und Erwachsene in die fremde Welt des Dschungels eintauchen. Geschildert wird ein Leben in der Natur, das nur vermeintlich frei und unbeschwert ist. Denn mit bitterer Feindschaft verfolgt der Tiger Shir Khan das verhasste Menschenkind, bis es schließlich zum entscheidenden Kampf kommt. Die prachtvollen Illustrationen von Don-Oliver Matthies machen aus diesem Band zugleich ein wunderbares Bilderbuch. - Joseph Rudyard Kipling ['d???z?f '??dj?d 'k?pl??] (* 30. Dezember 1865 in Bombay; 18. Januar 1936 in London) war ein britischer Schriftsteller und Dichter, der 1907 den Literaturnobelpreis erhielt. Sein bekanntestes Werk ist Das Dschungelbuch. Kipling wurde außerdem bekannt als umstrittener Propagandist des britischen Kolonialismus. Dabei prägte er in einem Gedicht den Begriff the white mans burden (zu deutsch: die Bürde des weißen Mannes). . Freimaurerei: 1886 wurde Kipling als Freimaurer in der Loge Hope and Perseverance in Lahore initiiert. Da er zu diesem Zeitpunkt noch keine 21 Jahre alt war, erteilte der Distrikts-Großmeister eine Ausnahmegenehmigung. Über dieses Ereignis schrieb Kipling in The Freemason am 28. März 1925, dass er dort für ein paar Jahre Sekretär der Loge war, die aus Brüdern aus mindestens vier verschiedenen Glaubensrichtungen bestand. Seine Aufnahme sei durch ein Mitglied von Brahmo Somaj (Hindu) erfolgt, seine Beförderung zum Gesellen durch einen Muslim und seine Erhebung zum Meister durch einen Engländer. Der Schneider der Loge sei ein indischer Jude gewesen. Seinen Mark Master Grad erhielt er in der Mark Loge Fidelity am 12. April 1887 und seinen Royal Ark Mariners Grad am 17. April 1888 in der Mt. Ararat Loge in Lahore. Als Kipling 1888 nach Allahabad versetzt wurde, affiliierte er bei der dort ansässigen Loge Independence with Philanthropy. 1889 nach England zurückgekehrt, war er 1927 Mitgründer der Silent Cities Lodge No. 4848 und ebenfalls der Author's Lodge No. 3456. In der berühmten Canongate Kilwinning Lodge No. 2 in Edinburgh wurde er nach alter Tradition zum Poet Laureate ernannt; ein Amt, das zuvor Robert Burns in ähnlicher Weise innehatte. Kiplings Novelle The Man Who Would Be King (siehe: englische Wikipedia und Der Mann, der König sein wollte) handelt von der Freimaurerei. In seinen Erzählungen The Wrong Thing, The Winged Hats und Brother Square Toes verarbeitet er Freimaurergebräuche. 1926 veröffentlicht Kipling eine Novellenreihe unter dem Titel Debits and Credits, in denen er freimaurerische Gebräuche, Ritualworte und Redewendungen verarbeitet. Diese Novellen, die im Ersten Weltkrieg spielen, lauten: In the Interest of the Brethren, The Janeits, A Madonna of the Trenches (Eine Erscheinung in den Schützengräben, 1924) und A Friend of the Family. Ebenfalls widmete er mehrere Gedichte der Freimaurerei, darunter The Mother Lodge, The Widow at Windsor, The Press, Banquet Night, Sons of Martha und The Palace. Das Hakenkreuz oder die Swastika: Da viele seiner Bücher ein Hakenkreuz auf dem Einband hatten, wird manchmal vermutet, Kipling sei ein Nationalsozialist gewesen. Hierbei handelt es sich aber um ein klares Missverständnis: Kipling meinte die hinduistische Swastika, nicht das nationalsozialistische Symbol. Die Haken konnten bei Kipling nach rechts oder auch nach links gebogen sein, während die des nationalsozialistischen Hakenkreuzes immer rechtsgebogen waren. Außerdem nutzte Kipling das Symbol bereits vor der Jahrhundertwende in völlig unschuldiger Absicht. Nachdem Hitler an die Macht gekommen war und die Nationalsozialisten sich des Zeichens bemächtigt hatten, sah Kipling von der Verwendung des Symbols ab. . . . Aus wikipedia-Rudyard_Kipling. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 348 Illustrierter Pappband. Bestandsnummer des Verkäufers 55171
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