Verwandte Artikel zu Enttarnt

Enttarnt - Softcover

Andy McNab; Robert Rigby

 
9783570305423: Enttarnt

Inhaltsangabe

Auf der Flucht vor dem Secret Service


Messerscharfe Spannung. - nervenzerreißender PSYCHOTERROR, actionreiche ERFOLGUNGSJAGDEN, LEBENSGEFAHR – vor diesen Thrillern wird eindringlich gewarnt! Nebenwirkungen wie akute Schlaflosigkeit, Herzrasen und schweißnasse Hände sind nicht auszuschließen.


»Ich bin kein Verräter!«, beteuert Ex-Agent Fergus Watts, als sein Enkel Danny ihn endlich gefunden hat – um ihn auszuliefern. Denn der Geheimdienst behauptet, Fergus habe sein Land verraten. Wem soll Danny glauben? Seine Entscheidung kann tödliche Folgen haben ...


Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorinnen und Autoren

Andy McNab war als SAS-Agent weltweit an militärischen Operationen beteiligt - bis hin zum Golfkrieg. Für die englische Presse ist er der 'Gulf war hero' schlechthin. Von seinen Erfahrungen handeln zwei Sachbücher, die sensationelle Bestseller wurden. 'Ferngesteuert' war sein erster Roman, der in McNabs englischer Heimat auf Anhieb zum Nr.-1-Bestseller aufstieg und dem Autor auch in Deutschland eine große Fangemeinde sicherte. Neben dem Schreiben berät Andy McNab Sicherheitsdienste in den USA und Großbritannien.

Robert Rigby begann sein Berufsleben als Journalist, arbeitete dann mehrere Jahre lang in der Musikbranche und schreibt seither vor allem Drehbücher fürs Fernsehen. »Enttarnt« ist das erste gemeinsame Jugendbuch der Autoren.

Andreas Brandhorst, 1956 in Norddeutschland geboren, schrieb bereits in jungen Jahren fantastische Erzählungen für deutsche Verlage. Mit der aus 6 Bänden bestehenden Kantaki-Saga (die Diamant-Trilogie: "Diamant", "Der Metamorph" und "Der Zeitkrieg", und die Graken-Trilogie: "Feuervögel", "Feuerstürme" und "Feuerträume") schrieb er sich an die Spitze der deutschen Fantastik. Seither sind von ihm außerdem die Space Operas "Kinder der Ewigkeit" und "Das Artefakt" sowie die Mystery-Thriller "Äon", "Die Stadt" und "Seelenfänger" erschienen. Andreas Brandhorst lebt als freier Autor und Übersetzer in Norditalien.

Aus dem Klappentext

»Andere Thrillerautoren müssen recherchieren. Er hat es alles selbst erlebt.«
Sunday Times

»Ein actiongeladener Thriller.«
The Sun

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Kolumbien, 1997


Fergus hatte das Basislager sorgfältig gewählt. Er war immer vorsichtig. Diese Vorsicht hatte ihn während seiner zwölf Jahre beim Regiment am Leben erhalten, und jetzt, da er allein arbeitete, sollte sich nichts daran ändern.
Der Dschungelboden war feucht und schlammig, von vermodernden Blättern bedeckt. Der Sonnenschein bohrte sich mit kräftigen Strahlen weit oben durchs Blätterdach und erhellte die Lichtung.
Der Morgenregen hatte vor dreißig Minuten aufgehört, aber das Wasser tropfte noch immer von den Baumwipfeln, und alle kleinen Insekten, ob sie nun flogen oder krochen, schienen bestrebt, Fergus zu stechen. Es war heiß und stickig und ungemütlich, aber Gemütlichkeit zählte bei seiner Arbeit nicht zu den wichtigen Dingen. Wichtig war es, am Leben zu bleiben.
Bei SAS-Einsätzen hatte Fergus auf die harte Art den PPVVLL-Grundsatz gelernt: Perfekte Planung und Vorbereitung verhindern eine lausige Leistung. Diesem Prinzip folgend, hatte er vor der Einrichtung des Lagers dafür gesorgt, dass es für den Fall eines Überraschungsangriffs zwei Fluchtwege gab.
Sie waren zu beiden Seiten des Lagers ins Unterholz geschlagen und sorgfältig getarnt. Einer führte tiefer in den Dschungel, der andere zum Fluss, wo die vier Zodiac-Schlauchboote nur ein oder zwei Meter vom Ufer entfernt versteckt waren. Innerhalb von Sekunden konnte man mit ihnen aufbrechen.
Fergus musterte die jungen Guerillas, die vor ihm standen. Sie wirkten nicht sehr glücklich.
»Noch einmal«, sagte Fergus auf Spanisch und drückte sich so einfach wie möglich aus. »Wir machen es noch einmal. Macht es wie ich.«
Einer der Kolumbianer seufzte und murmelte seinen Freunden etwas zu. Fergus verstand ihn nicht - dazu sprach er zu schnell -, aber er kapierte, was gemeint war. Die jungen Leute langweilten sich. Sie wollten ihre Zeit nicht damit verbringen, ihre AK-47-Sturmgewehre auseinander zu nehmen und zu reinigen. Sie wollten sie benutzen.
Fergus hielt seine AK in der rechten Hand und das gewölbte Dreißig-Schuss-Magazin in der linken. Er überprüfte das Magazin an der oberen Seite, um sicherzustellen, dass die glänzenden Messingpatronen richtig saßen, bevor er das Magazin ins Gehäuse schob und auf das Klicken lauschte, das ein richtiges Einrasten anzeigte. Dann schüttelte er das Magazin, um zu prüfen, dass es fest saß.
»Jetzt ihr«, wandte er sich an die schwitzenden Guerillas. »Macht es mir nach.«
Fergus konnte eine Waffe mit geschlossenen Augen laden, entladen und auseinander nehmen - das hatte er zigtausend Mal getan -, doch diesmal hielt er die Augen offen und beobachtete die zwölf Männer, als sie seine Bewegungen nachahmten. Männer? Es waren Jugendliche, die meisten nicht einmal zwanzig und der jüngste vielleicht siebzehn.
Fast alle trugen zerrissene Jeans und alte Fußballtrikots. Bei einigen zeigte sich der erste Bartflaum. Sie schienen beweisen zu wollen, dass sie wirklich Männer waren, entschlossen und tapfer genug, um Guerillas der FARC, der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, zu werden. Die Wangen der Jüngeren waren völlig glatt; vermutlich hatten sie noch nicht einmal damit begonnen, sich zu rasieren.
Fergus sah den Verdruss in den jungen Gesichtern. Sie hatten ihre armen Dörfer nicht verlassen, um Waffen zu reinigen. Sie wollten ihr Glück machen. Sie wollten Action.
Und die sollten sie bekommen.
Der Angriff erfolgte ganz plötzlich, ohne Vorwarnung und im denkbar schlimmsten Moment. Offenbar hatten die Regierungstruppen das Lager beobachtet und auf den für sie günstigsten Zeitpunkt gewartet.
Zuerst hörte Fergus die Kampfhubschrauber. Das tiefe, kehlige Grollen ihrer Triebwerke, gefolgt vom Unheil verkündenden Klopfen der Rotorblätter. Die Baumwipfel gerieten in Bewegung und Regenwasser strömte herab.
»Mist!«, brummte Fergus, als er sich umsah und oben den ersten Helikopter bemerkte. »Auf eure Posten! Macht euch bereit!«
Die Guerillas schenkten seinem Befehl keine Beachtung. Die meisten von ihnen gerieten einfach in Panik und liefen in Richtung Fluss, ohne zu ahnen, dass der Schütze in der Tür des Kampfhubschraubers bereits mit einem schweren MG auf sie zielte.
Fergus nahm die einzelnen Teile seiner Waffe und warf sich zu Boden. »Nein!«, rief er und rollte durch den Schlamm. »Nicht zu den Booten! Haltet euch von den Booten fern! Bleibt unten! In Deckung!«
Aber es war bereits zu spät. Kugeln schlugen in die feuchte Erde, als die jungen Kolumbianer zum Fluss stürmten und ihre Waffen zurückließen. Nino, der Jüngste, stand aufrecht da, wie ein erstarrtes Kaninchen im Scheinwerferlicht eines Autos, die Augen weit aufgerissen vor Furcht.
Das Lager war umzingelt. Von allen Seiten näherten sich Soldaten und das Rattern von Automatikwaffen übertönte ihre Befehle. Der Angriff war gut geplant und im ersten Moment empfand Fergus so etwas wie Bewunderung dafür, als er seine AK lud.
Er packte den entsetzten Jungen und zog ihn zu dem Fluchtweg, der durch den Dschungel führte. Sie hatten erst wenige Meter zurückgelegt, als Fergus einen erstickten Schrei hörte. Nino zuckte zusammen und sank zu Boden; Blut quoll aus einer Schusswunde im Hinterkopf.
Fergus wurde getroffen, bevor er das Feuer erwidern konnte. Die Kugel bohrte sich ihm in den Oberschenkel, riss ihn zu Boden und warf ihn in den Schlamm. Ein heftiger Schmerz durchfuhr seinen Körper. Er hob den Kopf und sah den blutroten Knochen in der klaffenden Wunde in seinem Bein.
Vom Fluss her kam das Geräusch von schwerem MG-Feuer, und Fergus wusste: Die Guerillas, die es bis zum Fluss geschafft hatten, wurden von den Kampfhubschraubern erledigt, und ihre Leichen würden stromabwärts treiben.
Und dann war alles vorbei. Die Schießerei hörte so plötzlich auf, wie sie begonnen hatte. Fergus versuchte, ins Unterholz zu kriechen, als er weitere Befehle hörte und dann Männer sah, die in seine Richtung liefen. Er wurde an der Schulter gepackt und umgedreht. Vier kolumbianische Soldaten starrten auf ihn herab. Schweiß glänzte in ihren geschwärzten Gesichtern, als sie die Waffen auf ihn richteten und aufgeregt riefen: »Gringo! Gringo!«
Zwei Soldaten wichen beiseite, um einem Offizier in der Uniform der Anti-Drogen-Polizei Platz zu machen. Er musterte Fergus, lächelte und holte ein Foto aus der Tasche seiner Kampfjacke. Immer noch lächelnd, betrachtete er es und winkte einen Sanitäter heran, bevor er Fergus einen ordentlichen Tritt gegen das verletzte Bein versetzte. Der Schmerzensschrei verhallte im Dschungel.
Army Regulär Comissions Board, RCB, Wiltshire, England, 2005


Danny lief. Sein Tempo war so stetig wie sein Atem; er bewegte sich in einem natürlichen Rhythmus. Darauf hatte er gewartet - endlich konnte er zeigen, wozu er fähig war.
Wenn Danny lief, wenn er trainierte, hatte er meistens einen Walkman bei sich und sang leise vor sich hin, wobei er seine Schritte der Geschwindigkeit des jeweiligen Songs anpasste. Es bewahrte ihn bei längeren Läufen vor Langeweile und half ihm, das Tempo zu halten.

„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.