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Die H2-Revolution: Wenn es kein Öl mehr gibt... Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft - Hardcover

Rifkin, Jeremy

 
9783593370972: Die H2-Revolution: Wenn es kein Öl mehr gibt... Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft

Inhaltsangabe

Der Ölpreis steigt, der Irak will Öl als Waffe einsetzen, Präsident Bush sagt eine Ölkrise voraus, die alles Bekannte übertrifft. Für Rifkin ist das erst das Vorspiel. Die Ölreserven schwinden schneller, als berechnet. Die Industrienationen sind nicht vorbereitet, es droht eine Spirale von politischen Konflikten und Umweltproblemen. Jeremy Rifkin nimmt kein Blatt vor den Mund: Diese Mischung ist so explosiv, dass sie geeignet ist, die Menschheit in die Steinzeit zurückzubefördern. Rifkins Antwort ist verblüffend einfach: Er fordert die Wasserstoff- Revolution. Wasserstoff ist sauber und unbegrenzt verfügbar. Vor allem aber ist er auch für die Länder erschwinglich, die heute keinen Zugang zu Energie und Wohlstand haben. Die H2-Revolution beendet die Macht der Ölkartelle und ist Ausgangspunkt für eine gerechte Weltwirtschaft.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Jeremy Rifkin ist streitbarer Intellektueller und Querdenker im besten Sinne. Er ist Gründer der Foundation on Economic Trends und unterrichtet an der renommierten Wharton School. Nach dem großen Erfolg von Das Imperium der Rinder (1992), Das Ende der Arbeit (1995) und Access (2000) ist er aus der intellektuellen Diskussion in Deutschland nicht mehr wegzudenken.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Das leichteste, einfachste und häufigste Element im Universum ist Wasserstoff. Könnte er als Energiequelle genutzt werden, würde der Vorrat "bis in alle Ewigkeit" reichen. Außerdem enthält reiner Wasserstoff keine Kohlenstoffatome, das heißt, bei der Energiegewinnung fallen keine Kohlendioxidemissionen an. Wasserstoff ist überall auf der Erde verfügbar, er ist in Wasser, in fossilen Brennstoffen und in allen Lebewesen enthalten. Trotzdem liegt er selten in reiner Form vor, sondern muss aus den natürlichen Vorkommen extrahiert werden.

Die Wasserstoffwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Innerhalb der nächsten Jahre werden sich Computer- und Telekommunikationsrevolution mit der neuen Revolution der Wasserstoffenergie verbinden und damit eine Dynamik gewinnen, welche das Geflecht menschlicher Beziehungen im 21. und 22. Jahrhundert neu definieren wird. Mit der Energie aus dem unerschöpflichen, allgegenwärtigen Wasserstoff wäre bei angemessener Nutzung jeder Mensch auf Erden "mächtig". Damit rückt zum ersten Mal in der Geschichte eine wirklich demokratische Energieversorgung in Reichweite.

Die kommerzielle Produktion von Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis hat bereits begonnen. Brennstoffzellen werden in Fabriken, Büros, Häuser, Autos, Bussen und Lastwagen eingebaut und zur Energie-, Licht- und Wärmeerzeugung genutzt. Minikraftwerke in unmittelbarer Nähe zur Verbrauchsstelle bedrohen die Vorherrschaft der Energiekonzerne, die sich im Zeitalter der Kohlenwasserstoffe aus der notwendig in Großkraftwerken zentralisierten Energieproduktion ergibt. Die Endverbraucher und -verbraucherinnen könnten ihren Strom selbst erzeugen, und wenn zahlreiche Kleinkraftwerke überschüssige Energie ins Netz speisten, könnten sie ihre Energie auch untereinander handeln - in einer Infrastruktur, deren Architektur dem Vorbild des World Wide Web ähnelt. Energy-Sharing auf Augenhöhe würde die Macht der Energiekonzerne für immer brechen.

Ein weltweites Wasserstoffenergienetz (Hydrogen Energy Web oder HEW) wird den nächsten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch auslösen - eine Revolution in den Fußstapfen des weltweiten Kommunikationsnetzes, das sich in den letzten zehn Jahren des letzten Jahrhunderts ausgebreitet hat. Wie das Internet wird es neue Formen des Engagements fördern. Aber das HEW bietet nur das Potenzial für eine dezentrale, demokratische Energieproduktion, die dann auch zu einer völligen Umgestaltung bestehender Institutionen führen würde. Ob diese Entwicklung so eintritt, ist mit der bloßen Möglichkeit noch nicht ausgemacht. Auch hier ist die Geschichte des WWW lehrreich. Das elektronische Netz könnte Milliarden Menschen untereinander verbinden und für echte Informationsfreiheit sorgen. Die Internet-Aktivisten der neunziger Jahre haben sich für dieses Ziel eingesetzt. Aber ihre Initiativen - Community Nets und Free Nets- waren zu vereinzelt, zu schwach und zu arm an wirklichen Inhalten, als dass sie gegen die finanzstarken, auf hohem Niveau organisierten Kampagnen von Unternehmen wie AOL und Microsoft eine Chance gehabt hätten. Kommerzielle Kräfte haben sich von Anfang verschworen, um die unangefochtene Herrschaft über die Portale zum Cyberspace zu erobern. Heute bewachen diese Zerberusse und Oligarchen den Zutritt zum Informationszeitalter. Ähnliches Ungemach droht dem Wasserstoffenergienetz.

Ob Wasserstoff tatsächlich zur "Volksenergie" wird, hängt in hohem Maß von seiner Nutzung in der ersten Entwicklungsphase ab. Wie die Verfechter freier Informationsnetze im letzten Dezennium des letzten Jahrhunderts kämpft eine neue Generation von Aktivisten für eine demokratische Nutzung der Wasserstoffenergie. Diese Forderung wird sich nur dann durchsetzen, wenn Einrichtungen der öffentlichen Hand und gemeinnützige Organisationen - insbesondere Stadtwerke und andere nichtkommerzielle Versorgungsunternehmen, die Hunderte von Millionen Menschen mit Strom beliefern, und Genossenschaften, deren Mitgliederzahl weltweit 750 Millionen Bürger und Bürgerinnen übersteigt - die Energierevolution von Anfang an unterstützen und in allen Staaten dezentrale, untereinander vernetzte Minikraftwerke (Distributed Generation Associations, DGAs) vorantreiben.

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