Umfangreich präsentiert werden die beiden Wiener Maler Leopold Rothaug (1868–1959) und sein Bruder Alexander Rothaug (1870–1946). Beide Schüler der Wiener Akademie, entwickelten sie um 1900 eine autonome Bildwelt. Die Werke befinden sich in einer süddeutschen Privatsammlung und werden hier erstmals publiziert.
Alexander, zwei Jahre jünger als Leopold, schuf dekorative Malereien für das Kurhaus in Meran und eine Vielzahl von Theatervorhängen für Wien, Nürnberg und Graz. Seine Motive entnahm er gern dem antiken Mythos und der deutschen Sagenwelt. So entstanden OdysseusWiedergaben und Szenerien mit griechischen und römischen Göttern.
Der Bruder Leopold war vor allem als Theatermaler tätig und hat für die Metropolitan Opera in New York und für das Münchner Nationaltheater Entwürfe für Bühnenbilder geschaffen. Phasenweise favorisierte er römische Villenarchitektur, die er mit großem Aufwand und Detailreichtum visualisierte. Nach der Jahrhundertwende entdeckte er als Bildgegenstand den deutschen Wald.
Neben der Fülle von Werken der Rothaug-Brüder gibt es noch viele Dokumente zur Vita von Alexander, die eine detaillierte Biographie ermöglichen. Von Leopold wiederum existieren eine Menge Briefe und Karten an den Vater des Sammlers. So ergibt sich nicht nur ein vertieftes Verständnis des Jugendstils um 1900, vielmehr zeigen sich auch neue Aspekte der Kunst bis weit in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts.
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