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Die Zeitpolizei. Perry Rhodan 36 (Perry Rhodan Silberband, Band 36) - Hardcover

Buch 36 von 176: Perry Rhodan-Silberband
 
9783811820524: Die Zeitpolizei. Perry Rhodan 36 (Perry Rhodan Silberband, Band 36)

Inhaltsangabe

1990 415 Seiten 8°, 19,5 x 13,0 cm, Hardcover in Pappband, Mit montiertem Titelbild. Einband silberfarben Rastatt: Pabel Moewig Verlag,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Aus dem Klappentext

Ende August 2435, nach fast dreißig Jahren friedlicher Konsolidierung, wird das Solare Imperium durch das Auftauchen des Riesenroboters OLD MAN jäh überrascht. Der Gigant, vor mehr als 50.000 Jahren von Menschen als Geschenk an die Menschheit der Realzeit erbaut, zieht aus der Beobachtung eines Scharmützels zwischen Terranern und Kosmischen Freihändlern auf dem Planeten Rubin einen fatalen Fehlschluß. Es kommt zu der Folgerung, daß sich die Menschheit - infolge eines Sieges der Meister der Insel - aufgesplittert habe. Und für diesen Fall existiert eine uralte Programmierung mit dem Befehl: Angriff auf alle terranischen Einheiten, wo immer man sie trifft! So beginnt OLD MAN mit seinen über 15.000 Ultraschlachtschiffen, sein ultimates Vernichtungsprogramm zu befolgen. Doch da erscheinen aus dem intergalaktischen Leerraum ebenso unverhofft die Werkzeuge einer anderen, unheimlichen Macht: die Kristallagenten. Es sind Ballungen winziger Hypnokristalle, die jeden geistig versklaven, der in ihren Bann gerät, selbst die über 50.000 Jahre alten Kommandogehirne von OLD MAN. Die Kristalle übernehmen den Raumgiganten, der vorerst im System von Jellicos Stern Position bezogen hat und dort von 20.000 Einheiten der Solaren Flotte bewacht wird. Vier Robotraumschiffe allerdings, besetzt mit geistig versklavten Terranern, haben Kurs auf die Große Magellansche Wolke genommen und werden von Perry Rhodan verfolgt. Sie führen zum ersten der sogenannten Danger -Planeten, wo die Kristalle produziert werden. In diesem Stadium aber sind sie noch als harmlos einzustufen. Auf die Versklavung anderen Lebens programmiert, und somit zur furchtbaren Waffe gemacht, werden die Kristalle erst auf besonderen Planeten wie Modula II. Ein Kommando unter Major Hole Hohle findet die Zusammenhänge heraus, als es auf Modula II landet, und trifft auf die Perlians, die als Drittkonditionierte ein angebliches Zeitverbrechen der Terraner zu bestrafen haben. Ihre Waffen: die Kristallagenten und OLD MAN; ihr Ziel: Vernichtung der Menschheit. Vorher schon lernten die Terraner die sogenannten Generäle und die Gurrads als Magellan-Völker kennen. Die löwenmähnigen Gurrads beherrschten die Kleingalaxis, bis sie von den Perlians für ein Zeitverbrechen furchtbar bestraft wurden. Seitdem leben sie zersplittert und führen einen scheinbar aussichtslosen Guerillakampf gegen die Perlians, bis sie begreifen, daß in den Terranern wertvolle Verbündete aufgetaucht sind. Nach anfänglichem großem Mißtrauen kommt es zu einer Verständigung, und aufgrund der von den Gurrads gelieferten Daten können alle Danger-Planeten gefunden und die dort lagernden Kristalle in Howalgonium verwandelt werden. Die Programmierwelten werden ebenfalls unschädlich gemacht. Aber damit ist die Gefahr nicht gebannt. Noch immer gibt es OLD MAN mit seinen 15.000 Ultraschlachtschiffen, und der Riesenrobot steht nach wie vor unter der Kontrolle der Hypnokristalle. Und irgendwo tief in der Großen Magellanschen Wolke erwacht ein gigantisches Wesen zum Leben, um das zu vollenden, woran die Perlians gescheitert sind...

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Was für ein Mann! dachte Major Daveen Reis.
Sein aus widerwilliger Bewunderung geborener Gedanke galt dem Ersten Offizier der GOLDEN STAR, Captain Camaron Olek.
Olek hielt mit einer Hand noch die Tür fest, während er Reis mit der anderen zuwinkte. Sein hageres Gesicht war verkniffen und ließ den Eindruck entstehen, daß er Schmerzen hatte oder in tiefes Nachdenken versunken war. Aber weder das eine noch das andere traf zu. Oleks gesamter Körper war dürr und faltig; ein derart dynamischer Mann konnte keinen anderen Körper besitzen.
Olek galt als einer der besten Kosmonauten innerhalb der Solaren Flotte. Bevor man ihn zur GOLDEN STAR abkommandiert hatte, war er Oberstleutnant und Kommandant eines Schweren Kreuzers gewesen.
Daveen Reis kannte die Gründe, die dazu geführt hatten, daß Olek degradiert worden war.
Während er Olek entgegenblickte und ein sparsames Lächeln zustande brachte, überlegte er, wieviel ihn von diesem Mann unterschied.
Olek schloß die Tür schwungvoll. Er betrachtete Reis' Lächeln als Aufforderung, sich im Sessel vor dem Tisch niederzulassen.
Major Reis war ein rundlicher Mann mit roten Haaren und rosafarbenen Wangen. Er galt als ruhig und zuverlässig, aber die Besatzung der GOLDEN STAR wußte, daß ihr Kommandant keine sehr große Kämpfernatur war.
Wir werden in ein paar Minuten Kontakt mit der CREST IV aufnehmen , sagte Olek. Wir werden genau am berechneten Punkt in der Nähe von Keegans Stern ankommen.
Daveen Reis hatte nie daran gezweifelt. Die Wahrscheinlichkeit, daß Camaron Olek bei seinen kosmonautischen Berechnungen ein Fehler unterlief, war praktisch gleich Null. Reis' Blicke wanderten über Olek hinweg und blieben an dem automatischen Kalender über der Tür hängen.
Man schrieb den 22. Dezember 2435.
Die GOLDEN STAR befand sich auf dem Rückflug von der Galaxis in die Große Magellansche Wolke.
Unmittelbar nach dem Beginn der Aktion Sinfonie , am 18.12. 2435, die einen terranischen Angriff auf alle bekannten Kristallprogrammierungswelten einleitete, hatte Major Daveen Reis den Auftrag erhalten, die Milchstraße anzufliegen und die Heimatflotte unter dem Oberkommando von Julian Tifflor zu alarmieren.
Daveen wußte, daß Tifflor mit zwanzigtausend Schiffen der GOLDEN STAR folgte. Das Kursschiff flog nur voraus, um Perry Rhodan schnellstens Bericht zu erstatten.
Daveen Reis hatte sich längst damit abgefunden, daß die GOLDEN STAR als Kurierschiff eingesetzt wurde. Der Major besaß keine große Kampferfahrung, aber seine sprichwörtliche Zuverlässigkeit hatte dazu beigetragen, daß er mit seinem Schiff immer wieder zur Übermittlung wichtiger Nachrichten eingesetzt wurde.
Daveen wußte, daß nicht alle Besatzungsmitglieder damit einverstanden waren, aber er entschädigte die Ehrgeizigen durch seine ungewöhnliche Großzügigkeit in allen dienstlichen Belangen.
Reis überlegte, daß Camaron Olek sich an Bord eines Schiffes wie der GOLDEN STAR
vorkommen mußte wie ein gefangenes Raubtier.
Oleks nächste Worte bestätigten Reis' Vermutung.
Ich hoffe, daß man uns jetzt einen anderen Auftrag erteilt , sagte der Captain. Er strich mit einer Hand über sein schwarzes Haar, durch das sich von der rechten Schläfe nach hinten eine weiße Strähne zog. Daveen Reis ahnte, daß Olek auf die Schußspur eines unmittelbar vor seinem Gesicht abgefeuerten Paralysators besonders stolz war und sie als äußeres Zeichen seiner Kampferfahrung betrachtete.
Wir wissen nicht, was inzwischen geschehen ist , sagte der Major zögernd. Vielleicht ist der Kampf schon entschieden, und es gibt nichts mehr für uns zu tun.
Er erhob sich. Olek stand ebenfalls auf. Der Captain war nicht besonders groß, aber durch seine Hagerkeit wirkte er größer als der Kommandant der GOLDEN STAR.
Das kleine Bordobservatorium der GOLDEN STAR war Daveen Reis' Lieblingsplatz. Dorthin zog er sich bei jeder Gelegenheit zurück.
Reis ließ seine Blicke über die verschiedenen dreidimensionalen Sternkarten gleiten, die an den Wänden befestigt waren und ein angenehmes Licht verstrahlten. Nur anhand der Karten wurde noch offenbar, welch gewaltige Strecke die GOLDEN STAR in den letzten Tagen bewältigt hatte.
Gefühlsmäßig erschien es Daveen Reis fast unglaublich, daß sie zweimal rund 170.000 Lichtjahre zurückgelegt hatten. Das war die Entfernung von der Südgrenze der Galaxis bis zum Nordrand der Großen Magellanschen Wolke.
Olek war an ein kleines Spezialteleskop herangetreten und stützte sich mit den Armen auf die breite Halterung.
Wenn die Generäle und die Perlians erledigt sind, haben wir immer noch die Aussicht, gegen die Ultraschlachtschiffe OLD MANS kämpfen zu müssen , meinte er.
OLD MAN ist bereits am zweiundzwanzigsten November in Richtung der Großen
Magellanschen Wolke gestartet , erinnerte Reis den Ersten Offizier. Ich nehme an, daß auch Perry Rhodan nicht mehr daran glaubt, daß der Riesenrobot hier auftaucht.
Vier Wochen sind eine lange Zeit , räumte Camaron Olek ein. Trotzdem rechne ich noch immer mit der Ankunft OLD MANS. Was wissen wir von den kosmonautischen Schwierigkeiten, mit denen die wahnsinnigen Gehirne zu kämpfen haben?
Daveen Reis wußte, daß die beeinflußten Steuergehirne OLD MANS kaum noch in der Lage waren, exakte Schaltungen vorzunehmen. Vielleicht war der Robotgigant zur Großen Magellanschen Wolke aufgebrochen, ohne sein Ziel je zu erreichen. Reis nahm an, daß OLD MAN sich von der Galaxis mehr und mehr entfernen würde - auf Nimmerwiedersehen. Eine unblutigere Lösung des Problems gab es nicht.
Camaron Olek schien die friedfertigen Gedanken seines Vorgesetzten zu erahnen, denn er verkniff seine Lippen zu einem sarkastischen Lächeln.
Daveen Reis fragte sich, wie zwischen ihm und dem Kosmonauten so etwas wie eine
Freundschaft hatte entstehen können. Der Erste Offizier war ein unberechenbarer Individualist, aber er brachte seinem Kommandanten jenes Quantum an Respekt entgegen, das Daveen Reis genügte, sich sicher zu fühlen.
Gehen wir in die Zentrale, Major , schlug Olek vor. Die GOLDEN STAR wird den
Linearraum bald verlassen.
Wieder war die Ungeduld aus Oleks Worten herauszuhören. Besatzungsmitglieder der GOLDEN STAR, die Camaron Olek nicht mochten, behaupteten, der Kosmonaut schlafe niemals, um auf keinen Fall irgend etwas zu versäumen. Olek parierte solche Spötteleien mit unmißverständlichen Bemerkungen über die langweilige Kuriertätigkeit der GOLDEN STAR.
Daveen Reis hatte dem Ersten Offizier des Leichten Kreuzers solche Andeutungen nie übelgenommen. Oleks Spott fehlte jede Gehässigkeit, so daß er leicht zu ertragen war.
Die beiden ungleichen Männer verließen das Bordobservatorium und traten auf den beleuchteten Gang hinaus. Mit 34 Jahren war Olek ein noch verhältnismäßig junger Offizier. Wenn er lernte, seine oftmals extremen Meinungen für sich zu behalten, und es aufgab, seine verrückten Pläne in die Tat umzusetzen, stand ihm eine große Laufbahn bevor.
Daveen Reis bezweifelte jedoch, daß Olek sich mit zunehmendem Alter ändern würde.
Reis und Olek erreichten die Kommandozentrale des Schiffes durch einen Antigravschacht.
Übernehmen Sie das Schlußmanöver , sagte Reis zu Olek.

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