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Ovaron. Perry Rhodan 48 (Perry Rhodan Silberband, Band 48) - Hardcover

Buch 48 von 176: Perry Rhodan-Silberband
 
9783811820678: Ovaron. Perry Rhodan 48 (Perry Rhodan Silberband, Band 48)

Inhaltsangabe

1994 431 Seiten 8°, 19,5 x 13,0 cm, Hardcover in Pappband, Mit montiertem Titelbild. Einband silberfarben Rastatt: Pabel Moewig Verlag,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Januar 3434
Der unregelmäßige Kugelsternhaufen, Lasztman-Ballung genannt, lag
nach dem Passieren des staubfreien Durststrecken-Schlauches neunundvierzig
Lichtjahre hinter den drei Kugelschiffen.
Sie durchquerten den intergalaktischen Raum: zwei Schiffe mit einem Durchmesser von je 2500 Metern und eines mit 800 Metern Durchmesser. Die beiden großen Kugeln waren Supergiganten der GALAXIS-Klasse, Ultraschlachtschiffe des Solaren Imperiums: die INTERSOLAR, das Flaggschiff Perry Rhodans - und Staatsmarschall
Bulls Flaggschiff.
Das dritte Raumschiff gehörte nicht zur Flotte des Imperiums. Jeder Nichteingeweihte hätte es als infame Lüge zurückgewiesen, wäre ihm berichtet worden, daß dieses Fahrzeug im Verband mit den wichtigsten Flaggschiffen der solaren Menschheit flöge.
Denn der Achthundert-Meter-Raumer gehörte Tipa Riordan, der Chefin der Galaktischen Piraten.
Tipa Riordan, Perry Rhodan und Reginald Bull kehrten von einem Unternehmen zurück, das sie gemeinsam geplant und koordiniert ausgeführt hatten.
Ein Unternehmen, bei dem es darum gegangen war, einen Menschen zu rauben.
Ein Ungeheuer.
Ribald Corello - den Supermutanten! Jenes Monstrum, das mit seinen unvorstellbaren parapsychischen Mitteln sowohl der solaren als auch der extrasolaren Menschheit schon viel Schaden zugefügt hatte, das zahllose Lebewesen versklavt und viele gemordet hatte.
An diesem 8. Januar 3434 jedoch lag der Mensch mit dem Rumpf eines Kleinkindes und dem Schädel eines Giganten mit verkrampften Gliedmaßen in dem umgebauten Inkubator für Großtier-Frühgeburten an Bord der INTERSOLAR.
Eine Unmenge von Geräten maß die physischen und psychischen Vorgänge, Aggregate sorgten für eine gleichbleibende Temperatur von 37 Grad Celsius, für Luftzufuhr, Luftumwälzung und Luftregenerierung sowie eine dem mutierten Metabolismus angepaßte Zufuhr von Nährstoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Flüssigkeit.
Drei andere Lebewesen beobachteten den Supermutanten aufmerksam durch die transparenten Wände des Inkubators. Sie hielten ihre Paralysatoren schußbereit, denn trotz seiner merkwürdigen Starre war Ribald Corello noch immer eine tödliche Gefahr für Rhodans Flaggschiff.
Wenn er erwachte und es ihm gelang, sich zu konzentrieren, konnte er die Besatzung der INTERSOLAR innerhalb von Sekunden in seine geistige Gewalt bringen und sie veranlassen, Perry Rhodan, Atlan und die übrigen Unbeeinflußbaren zu töten.
Der Mausbiber Gucky saß in einem für Menschen gebauten Sessel, der ihn nun besonders klein erscheinen ließ. Ohne großen Appetit knabberte er an einer frischen Mohrrübe aus den hydroponischen Gärten des Schiffes. Auf der Lehne des Sessels lag die Waffe.
Fellmer Lloyd, der Orter und Telepath, saß ebenfalls in einem Sessel. Die Füße hatte er auf einen niedrigen Tisch vor sich gelegt.
Seine Augen waren geschlossen, und es sah so aus, als schliefe er. In Wirklichkeit aber kontrollierte er Corellos geistige Impulse.
Die dritte Person war der Teleporter Ras Tschubai. Der Afroterraner trank bereits die sechste Tasse Kaffee, um sich wach zu halten. Er konnte zwar Corellos Geist nicht kontrollieren, doch er war wie seine beiden Kollegen gefeit gegen psionische Angriffe des Supermutanten.
Ein Laut, hoch und unartikuliert wie das Weinen eines Säuglings, erscholl aus den Lautsprechern der Tonübertragung. Die drei Wächter beugten sich alarmiert vor.
Ribald Corello krümmte sich zusammen. Seine winzigen Hände fuchtelten ziellos herum. Der einundfünfzig Zentimeter durchmessende Schädel hob sich um einige Zentimeter. Die daumendicken bläulichen Adern schwollen unter der dünnen rotbraunen Kopfhaut gefährlich an. Dann fiel der monströse Kopf auf das Thermo-Polster zurück.
Ein Instrument summte warnend.
Tschubai stand auf und ging zu der Anzeigetafel am Sockel des Inkubators.
»Einundvierzig Grad überschritten«, teilte er beunruhigt fest. »Das ist schon zum dritten Mal an diesem Tag. Wenn das so weitergeht, stirbt Corello vor unseren Augen.«
»Was kein Verlust für die Menschheit wäre«, sagte Lloyd.
»Vielleicht doch!« protestierte Gucky. »Ohne seine Hilfe dauert es 12 Jahre, bevor wir auf technischem Wege stabilisiertes Sextagonium für den Dakkar-Tastresonator herstellen können. Eine psionische Stabilisierung des Minerals dagegen wäre eine Sache von höchstens wenigen Stunden.«
»Trotzdem«, beharrte Lloyd. »Er ist ein Scheusal und . . .«
Von weiteren abfälligen Bemerkungen hielt ihn Ribald Corello ab.
Der Supermutant lachte plötzlich hysterisch. Dann murmelte er einige unverständliche Worte vor sich hin. Speichel trat ihm vor den Mund.
Gucky watschelte besorgt zum Inkubator.
Corello öffnete die Augen, blickte mit dem irrlichternden Blick eines Wahnsinnigen um sich und schrie:
»Mutter!«
Dann verfiel er wieder in seine eigentümliche Starre.
Der Ilt seufzte. Sein Blick fiel auf den Paralysator. Schweigend, mit hängenden Schultern kehrte Gucky an seinen Platz zurück und verfiel in dumpfes Brüten.
Ras Tschubai schneuzte sich laut. Er zog die Beine an und blickte angestrengt zwischen den Knien hindurch auf den Boden.
Auch Lloyd fühlte sich seltsam berührt. Wie die beiden anderen Mutanten mußte er an die Szene denken, die ihm geschildert worden war: die rätselhafte Belebung der toten und energetisch konservierten Mutter Ribalds durch Alaska Saedelaeres Cappin-Fragment - und ihr jäher Tod und Zerfall. Ribald Corello war seiner Meinung nach noch immer ein Ungeheuer - doch die Reaktion auf den endgültigen Tod seiner Mutter war die eines Menschen gewesen . . .
Ein anderer Raum in der INTERSOLAR: die Kommandozentrale mit ihren vielfältigen gedämpften Geräuschen, den huschenden Lichtern zahlloser Kontrollen, dem Raunen aus den Interkomlautsprechern und dem Wispern des Bordgehirns, das durch eine Sonderverbindung indirekt an der Besprechung teilnahm.
Perry Rhodan sprach leise mit dem Chef der Ortungszentrale, Major Kusumi. Die Auskunft schien ihn zu erfreuen, denn er beendete das Gespräch mit einem zufriedenen Lächeln.
Dann wandte er sich seinen Gesprächspartnern am Kartentisch zu.
Atlan mit vor der Brust verschränkten Armen und ausdruckslosem Gesicht. Reginald Bull mit dem scheinbar jungenhaften Gesichtsausdruck - und Tipa Riordan, die lederhäutige, klapperdürre Chefin der Galaktischen Piraten.

Tipa betrachtete den Terraner forschend.
»Nun, mein Junge, gute Nachrichten?«
Rhodan nickte.
»Wir treffen in anderthalb Stunden mit der 196. Abwehrflotte zusammen. Fünfhundert Großkampfschiffe und zehn große Lazarettschiffe unter General Tentasy. - Bully, ich habe eine Bitte an dich.
Würdest du den Oberbefehl über die Hundertsechsundneunzigste übernehmen und sie sicher durch die Durststrecke der Lasztman-Ballung führen?«
»Papperlapapp!« fuhr die Piratin dazwischen. »Seit wann fragt ein Großadministrator des Solaren Imperiums, anstatt zu befehlen?«
Atlan musterte Tipa unter halbgeschlossenen Lidern voller Verachtung.
»Mische dich nicht in unsere Angelegenheiten, Giftnatter!« fuhr er sie an.
»Maul halten, Beuteterraner!« gab die Piratin zurück. »Wenn ich mich nicht in >eure< Angelegenheiten gemischt hätte, liefe Corello immer noch frei herum.«
Sie drohte dem Arkoniden mit ihrem hydraulisch gefederten Spezialstock.
Zwischen ihr und Atlan herrschte noch immer die alte Haßfreundschaft,
die seit über fünfhundert Jahren bestand.
»Bitte«, sagte Perry Rhodan. »Bleiben wir doch sachlich. - Also, Bully?«
»Einverstanden, Perry.« Rhodans Freund und Stellvertreter nickte und zwinkerte der alten Piratin heimlich zu. »Ich nehme an, dir liegt das Schicksal der Menschen des Targo-Systems am Herzen?«
»So ist es. Diese bedauernswerten Marionetten sind subjektiv völlig unschuldig an den Verbrechen, die ihr Meister begangen hat oder zu denen er sie zwang.

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