1996 415 S. gebundene Ausgabe Rastatt : Pabel-Moewig Verlag KG,
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Bericht Perry Rhodan
Admiral Farros Gesicht wirkte wie eine Maske aus grauem Solitgestein.
Die hellblauen Augen verschleierten sich kurz, als die letzte glühende Gaswolke im All verwehte.
Ich wandte mich rasch ab und konzentrierte mich auf die Kontrollen, als ich merkte, wie die Starre von Admiral Farro wich. Der Admiral brauchte nicht zu wissen, daß ich ihn beobachtet hatte, wahrend das letzte Schiff seines Eliteverbandes von den Einheiten des Robotgehirns vernichtet wurde. Er würde niemals verstehen, daß mich der Tod seiner besten Männer nicht sonderlich erschütterte.
Vielleicht, wenn er wußte, wer ich in Wirklichkeit war . . .
Doch das war mein Geheimnis, das ich ohne zwingende Notwendigkeit nicht preisgeben würde. Meine Namen waren so zahlreich wie die Leben, die ich gelebt hatte. Noch hieß ich Ervelan, aber in spätestens fünfzig Jahren muhte ich eine neue Identität annehmen, wenn mein Geheimnis nicht offenbar werden sollte.
«Wie lange noch, Ervelan?«, fragte Admiral Farro unvermittelt.
«Nicht mehr lange, Admiral«, antwortete ich vage. Meine Finger glitten über das Kontrollpaneel mit den verschiedenfarbigen Tasten.
Die SALTEQUYN sprang vorwärts wie ein Uvair, als die Schubleistung sich erhöhte.
« Sind Sie . . .«, begann Farro aufgebracht. Er verstummte und biß sich auf die Lippen, als ich mich umwandte und ihn anlachte.
Kurz darauf heulten die Alarmpfeifen auf. Ortungsalarm. Auf den Kontrollschirmen des Objekttasters erschienen zahllose hellgrün leuchtende Punkte. Eine mechanische Stimme sagte Werte auf.
Ich schaltete die Alarmanlage ab. Es war unerheblich, daß die Robotschiffe die Energieemissionen unserer Triebwerke angemessen hatten. Die SALTEQUYN befand sich bereits zu dicht am Wechselpunkt, als daß sie noch eingeholt werden konnte. Sie konnte auch nicht mehr beschossen werden, denn die Energieentladungen waren
auf die Energiekonzentration des Wechselpunktes übergesprungen und hatten einen irreparablen Kontinuumsdefekt hervorgerufen.
Wenige Llarags später tauchten wir in den Wechselpunkt ein. Ein eigenartiges Glühen umgab die SALTEQUYN. Der normale Weltraum schien nicht mehr zu existieren. Ich schlug auf die AUS-Taste der Triebwerke, röhrend setzten die Aggregate aus.
Das rote Glühen kroch förmlich durch die Wände des Raumschiffes, sickerte in meinen Körper, bis alles davon erfüllt war. Dann erlosch es mit einer Plötzlichkeit, die wie ein Schock wirkte. Meine Sinne brauchten einige Llarags, um sich auf die veränderte Lage einzustellen.
Zuerst registrierten sie ein alles umfassendes Schweigen, danach gähnende
Leere - und mitten in der Leere das nervöse Blinken eines grünen Kontrollauges.
Neben mir zog Admiral Farro geräuschvoll die Luft ein. Ich wollte u ber seine Nervosität lächeln, merkte jedoch, daß meine Nervenenden ebenfalls kribbelten, als waren sie elektrisch aufgeladen. Es war nicht nur die völlige Ungewißheit, die mich so nervös machte, sondern auch die Nachwirkung eines verwirrenden Eindrucks, den ich wahrend des Wechsels gehabt hatte, des Eindrucks, dies alles nur zu träumen.
Doch es konnte unmöglich nur ein Traum sein, dazu lagen die Gegebenheiten viel zu klar vor meinem Bewußtsein. Es hatte mit dem mysteriösen Verschwinden des Ganjos Ovaron begonnen. Niemand konnte oder wollte sagen, was aus ihm geworden war. Folglich erschienen mir die Gerüchte, die von einer Rückkehr des Ganjos in ferner Zukunft wissen wollten, unglaubhaft. Wahrscheinlich war Ovaron von Mördern beseitigt worden, die der Nandor-Clan gedungen hatte.
Dafür sprach die Tatsache, daß der Nandor-Clan bald nach dem Verschwinden des Ganjos die Regierungsgewalt über das Ganjasische Reich an sich gerissen hatte.
Eine Revolte der Militars unter Kapitan Moshaken fegte die Usurpatoren bald danach wieder hinweg. Moshaken bildete eine Militärregierung und organisierte den Kampf gegen die Raumflotten des takerischen Volkes, dessen Taschkar die internen Machtkämpfe der Ganjasen ausgenutzt hatte, um seine Macht auf Kosten des Ganjasischen Reiches auszudehnen. Innerhalb der Galaxis Gruelfin tobten erbitterte Kämpfe. Die Fronten wogten hin und her, und jeder Cappin, der über die militärischen und wirtschaftlichen Potentiale der verfeindeten Reiche informiert war, konnte erkennen, daß es in diesem Krieg keinen Sieger, sondern nur Verlierer geben würde.
Bei dieser Lage erschien der Gedanke nur allzu verlockend, den wahnwitzigen Krieg zu beenden, und genau das hatte jenes riesige Robotgehirn zu seinem Ziel erklärt. Nach seinen Anweisungen zog sich das ganjasische Volk systematisch von seinen Welten zurück und siedelte sich innerhalb der Kleingalaxis Morschatztas an, während die Flotte des Reiches die Flottenverbande der Takerer an Stellen band, von denen aus die Übersiedlungsaktion nicht beobachtet werden konnte. Die Befehle des Robotgehirns erreichten auch die ganjasische Volksgruppe der Nasoms, die von Admiral Farro geführt wurde. Die Nasoms hatten seit langer Zeit den Kugelsternhaufen Nasomes bewohnt, eine jener Sternenballungen, von denen rund siebenhundert im Halo von Gruelfin gruppiert waren. Eine gewisse Isolation und die erkämpfte wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Ganjasischen Reich hatten die Nasoms zu einem stolzen Cappinschlag gemacht. Sie waren deswegen keine Abtrünnigen geworden, sondern fühlten immer noch als !
Ganjasen, aber es widersprach ihrer Mentalität, den Befehlen eines Robotgehirns zu gehorchen und ihre Heimat aufzugeben.
Admiral Farro dachte nicht anders als seine Nasoms. Vielleicht hatte er gehorcht, wenn der Umsiedlungsbefehl von Kapitan Moshaken gekommen wäre, denn die beiden Männer hatten vor rund hundert Planetenumlaufen Borghas gemeinsam gegen den Nandor-Clan gekämpft. Aber Moshaken regierte nicht mehr. Er war verschollen, und an seiner Stelle gab eine Maschine die Befehle aus.
Farro schlug mit seinen Verbanden eine Flotte von Robotschiffen zurück, die in den Kugelsternhaufen Nasomes eingedrungen war, um die Evakuierung der besiedelten Welten zu erzwingen. Das war vor einem halben Planetenumlauf Borghas gewesen. Inzwischen hatten wir erfahren, daß es zwischen den Kugelsternhaufen Nasomes und Almaden einen Wechselpunkt gab, durch den man die Koordinaten des Robotgehirns erreichen konnte. Dieser Wechselpunkt wurde von einer Flotte Robotschiffe bewacht, und Admiral Farro hatte seinen Eliteverband geopfert, um die Wachflotte vom Alleingang der SALTEQUYN abzulenken.
Und nun waren wir hier, in einem Weltall ohne Sterne - und das blinkende Kontrollauge zeigte die unmittelbare Nahe eines Himmelskörpers an, der von keinem Panoramaschirm abgebildet wurde.
« Landen Sie, Ervelan!« befahl Admiral Farro mit rauher Stimme.
« Landen Sie auf dem - hm - Ortungsreflex!« Sein Gesicht glich wieder einer steinernen Maske, doch die Augen verrieten Unsicherheit.
Ich ließ meine Finger über das Kontrollpaneel gleiten. Die Leuchtkontrollen der Manuellsteuerung erloschen, dafür blinkte das rosa Auge der Automatsteuerung auf. Grollend erwachten die Triebwerke zu neuem Leben. Die SALTEQUYN drehte sich etwas nach Backbord und sank dann rasch weg.
Mehrere grüne Lichter zeigten einige Llarags später an, daß die Landebeine Kontakt mit festem Untergrund hatten. Im gleichen Augenblick erschien auf den Panoramaschirmen eine wogende gelbe Nebelmasse. Formen bildeten sich heraus, zuerst undeutlich, dann zu vertrauten Vorstellungen assoziierend.
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* Umfang/Format: 415 Seiten, Teil: 53., * Einbandart und Originalverkaufspreis: fester Pappeinband : DM 29.803-8118-2072-9 fester Pappeinband : DM 29.80 Auf der Suche nach Verbündeten im Kampf gegen Guvalasch und die Pedolotsen geraten Perry Rhodan und Atlan, mit den Bewußtseinen von Ovaron und Merceile, in die Unterwelt des Planeten Erysgan. Es ist eine Hölle mit schrecklichem Leben und unzähligen Fallen ? die Heimat der Farrog-Mutanten. Erst nach vielen gefährlichen Situationen kann Perry Rhodan diese davon überzeugen, daß er den Ganjo in sich trägt. Von da an kämpft eine unheimliche Streitmacht mit den Gejagten und verhilft Ovaron zur Anerkennung durch die Urmutter. Der Riesenrobot unterstützt den Ganjo, bis Guvalasch ihn blockiert und zu den Takerern überläuft. Er verrät das Geheimnis der Ganjasen ? und damit beginnt das Chaos. Morschatztas fällt aus dem Hyperraum zurück, und die Flotten der Takerer und Ganjasen prallen zur Vernichtungs- schlacht aufeinander. gutes Exemplar, ordentlich * Verlag: Lizens Bertelsmann, der Originalausgabe Rastatt : Moewig * Bindung: gebundene Ausgabe, blaue Reihe. Bestandsnummer des Verkäufers L00050486
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