Perry Rhodan, Bd.78, Suche nach der Erde: Perry Rhodan Band 78 (Perry Rhodan Silberband, Band 78) - Hardcover

Buch 78 von 176: Perry Rhodan-Silberband
 
9783811840560: Perry Rhodan, Bd.78, Suche nach der Erde: Perry Rhodan Band 78 (Perry Rhodan Silberband, Band 78)

Inhaltsangabe

April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im 'Mahlstrom der Sterne', einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren - und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von jahrzehnttausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausen Höllen...

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Aus dem Klappentext

April 3460 : Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im '' Mahlstrom der Sterne '', einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren - und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von jahrzehnttausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen...

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

»Sie kommen.«
Die Worte Akter tan Hars schreckten uns alle auf. In dieser Nacht hatte jeder einen leichten Schlaf, obwohl wir am vergangenen Tag härter denn je zuvor gearbeitet hatten. Vielleicht hatten wir aber bereits einen Grad von Erschöpfung erreicht, an dem ein wirklich tiefer Schlaf nicht möglich war.
Die stampfenden Schritte der Kampfroboter ließen die leichte Plastikkuppel in ihren Grundfesten erzittern. Ich blickte mich um. Alle Männer lagen flach auf ihren Betten und taten, als ob sie schliefen. Ich lachte leise, obwohl auch ich Angst hatte.
»Da liegen sie nun, die elitären Geister der Menschheit, und zittern vor ein paar dummen Maschinen«, sagte ich zu Esto Conschex.
»Halt 's Maul, Pferdegesicht!«, rief mir Akter tan Har mit gedämpfter Stimme zu. Er richtete sich etwas auf und blickte mich an. Ich fand, wenn ein Mann so hässlich war wie er, dann sollte er mit Vergleichen vorsichtig sein. Akter tan Har war ein Bolither und ein Mann, der eigentlich unsere Hochachtung verdiente. Bolith war ein kleiner, ziemlich unwichtiger Planet, der zur Zentralgalaktischen Union unter der Leitung der Kalfaktoren gehörte. Diese waren mittlerweile mit wehenden Fahnen zu Leticron, unserem Peiniger, übergelaufen. Akter tan Har jedoch nicht. Von ihm hieß es, er habe einem Überschweren eine Ohrfeige versetzt, um ihm seine Verachtung klar zu machen. Er hätte ebenso gut gegen eine Betonmauer hauen können. Jedenfalls trug er seine rechte Hand seitdem im Stützverband.
Ich verzichtete auf eine passende Antwort. Hätte ich ihm etwa sagen sollen, dass ich davon überzeugt war, dass er aus dem Liebesverhältnis eines entfernt humanoiden Wesens mit einer terranischen Bulldogge hervorgegangen war?
Die Schritte kamen näher. Bokk An schluchzte. Wir alle hatten Angst, aber keiner zeigte es so unbeherrscht wie er. Ich war versucht, ihm meine Meinung zu sagen, als es still wurde. Da wusste ich, dass die Roboter vor unserer Tür standen. Sie wollten jemanden von uns. Ich blickte Esto Conschex an. Er kaute auf den Lippen und hielt die Augen geschlossen. Sein breites Gesicht wirkte schlaff. Er hatte bereits einige »Verhöre« hinter sich. Ich hatte ihn gefragt, was dabei passiert war, aber er hatte sich ausgeschwiegen. Jetzt sah ich, wie er zusammenzuckte, als das Eingangsschott knirschend zur Seite glitt.
Wen von uns meinten sie? Bokk An? Nein, ihn bestimmt nicht.
Der Marsianer war ein Feigling. Akter tan Har? Möglich. Dieser Mann war für Krehan Dunnandeier besonders ärgerlich. Ich ahnte, dass der »Gouverneur« sich ihn noch vornehmen würde. Esto Conschex?
Dr. Dr. Conschex, Hypertransit-Mathematiker wie ich, dazu Abstrakt-Mathelogiker, mein engster Mitarbeiter in der Forschungs- und Direktionsetage von Galactic-Elex-Positronics, und Transmitterexperte.
Oder gar mich, Professor Dr. Goarn Den Thelnbourg, Hypertransit-Mathematiker und führender Spezialist für Großtransmitter?
Natürlich fürchtete ich mich vor einem nächtlichen Verhör ebenso wie die anderen. Zugleich aber fragte ich mich, weshalb der Gouverneur mich bislang missachtet hatte. Die Erde war aus dem Solsystem verschwunden.
Für mich war längst klar, dass Leticron erkannt hatte, auf welche Weise das geschehen war. Hatte er die Erde schon wieder gefunden?
Ich konnte es mir nicht vorstellen. Dennoch fragte ich mich, warum sich dieser »Erste Hetran der Milchstraße« nicht Männer wie mich holte. Ich war an dem Projekt nicht beteiligt gewesen, weil ich im privaten Sektor gearbeitet hatte. Dennoch wäre ich ohne weiteres in der Lage gewesen, Leticron darüber aufzuklären, was Rhodan mit der Erde angestellt hatte. Aber ich würde es ihm nicht sagen.
DieRoboter betraten den Schlafraum. Ich schloss die Augen und versuchte, ruhig dazuliegen. Ich hoffte, dass der Kelch an mir vorübergehen würde. Wie kam ich überhaupt darauf, dass Leticron mich schonen würde, nur weil ich einer der bedeutendsten Transmitterexperten des Solaren Imperiums war? Vielleicht hatte er längst einen anderen Mann gefunden, der mit ihm zusammenarbeitete?
»Sie da! Aufstehen!«
Die Stimme des Roboters schreckte mich auf. Ich öffnete die Augen.
Meinte er mich?
Die Kampfmaschine stand vor dem Lager Akter tan Hars. Der Bolither klammerte sich mit seinen Händen an die weichen Polster. »Nein«, sagte er stammelnd. »Nein, ich komme nicht.«
Zwei Roboter gingen um das Bett herum. Ihre stählernen Klauen packten seine Arme und rissen sie hoch. Har schrie gellend auf. Ich fürchtete, dass die Automaten ihm die Knochen zermalmten. Der Bolither trat mit den Füßen nach ihnen, warf sich wild hin und her und versuchte immer wieder, ihrem grausamen Griff zu entkommen. »So helft mir doch!«, brüllte er uns zu.
Wir lagen wie gelähmt auf unseren Betten und rührten uns nicht. Wir wussten, dass wir nichts gegen die Roboter ausrichten konnten, jedenfalls nicht in dieser Situation. Esto Conschex und ich hatten bereits einen Plan entwickelt, wie wir die Maschinen auf lange Sicht umprogrammieren konnten, aber vorläufig waren wir machtlos.
Ich presste die Hände auf die Ohren. Die Angstschreie des Bolithers peinigten mich. Ich war froh, als endlich das Türschott zufiel - und haßte mich dafür. Ich wünschte, ich hätte etwas für Akter tan Har tun können.
Und ich war erleichtert, dass sie nicht mich oder Conschex geholt hatten. Die wenigen Tage der Gefangenschaft aufWatsteyn hatten mich bereits verändert. Sie hatten die moralischen Grundfesten erschüttert, auf denen ich bisher so sicher stehen zu können glaubte.
Was wird aus Menschen, die tatenlos zusehen, wenn andere gequält werden, weil sie glauben, doch nichts tun zu können?
»So geht das nicht weiter«, sagte ich leise zu Conschex. »Wir müssen etwas unternehmen.«
»Was wollen Sie tun?«, fragte er verbittert. »Wollen Sie eine Revolte anzetteln?«
»Warum nicht?«
»Seien Sie nicht naiv. Dunnandeier ist ein hervorragender Psychologe.
Er wird mit einer Revolte fertig, bevor wir uns überhaupt formiert haben.«
»Dann müssen wir fliehen.«
»Wohin denn? In den Busch? Die Echsen fressen Sie noch am ersten Tag auf. Nein, Professor, wir haben einen Fehler gemacht und uns selbst in die Falle manövriert. Nun ist es zu spät.«
Wie Recht er hatte. Wir hatten die Wahl gehabt. Wir hätten ohne weiteres von Titan zur Erde fliegen können. Mit der Erde hätten wir in die Galaxis hinausfliehen können. Stattdessen hatten wir es vorgezogen, uns in der Forschungsstation auf dem Saturnmond gefangen nehmen zu lassen und uns der »Versklavung« durch die Horden Leticrons zu unterwerfen.
Welche Narren wir doch gewesen waren. Wir hatten uns eingebildet, »Agenten hinter der Linie« spielen und aus dem Hinterland des Feindes heraus für Rhodan arbeiten zu können.
Nun saßen wir in der Patsche.
»Vielleicht können wir eine Hyperfunkstation in unsere Gewalt bringen und einen Funkspruch an Rhodan absetzen.«
Esto Conschex lächelte ironisch. »Ich gratuliere Ihnen«, sagte er.

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