Sand und Seide - Roman - Hardcover

Rainer Wochele

 
9783863510244: Sand und Seide - Roman

Inhaltsangabe

An einer abseits gelegenen Straßenbaustelle im Bayerischen Wald, nahe der Grenze, treffen eine erfolgreiche Unternehmerin aus der Modewelt und ein Mann aufeinander, der ein Gestrandeter, ein Randständiger, womöglich ein Obdachloser ist. Sie, 36, ist eine attraktive, aparte Frau, ist Inhaberin und Chefin eines florierenden Labels. Als sie erfährt, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bereits ein Haftbefehl gegen sie vorliegt, entschließt sie sich zur Flucht, prescht mit ihrem Porsche auf Nebenstrecken und Schleichwegen Richtung tschechische Grenze, um sich nach Moskau abzusetzen. An dieser Straßenbaustelle bleibt sie mit ihrem Wagen im Sand stecken. Er, 37, ist ein ehemaliger Computerspezialist aus der Druckbranche, dem mitten in seiner erfolgreichen Karriere gekündigt worden ist. Er campiert seit einigen Tagen neben der Baustelle: ein gescheiter, gebildeter, schlagfertiger Mann mit Ironie und Witz. Einer, der gern Mozart pfeift. Als die Frau ihn um Hilfe bittet, beginnt ein mit allen denkbaren Mitteln geführtes Duell. Das in Liebe endet. Doch da liegt er schon tot unter ihrem Auto.

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Über die Autorin bzw. den Autor

1943 in Brünn geboren. Studium der Psychologie, Philosophie, Theaterwissenschaft. Lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Stuttgart. Schreibt Romane und Theaterstücke. Mitglied im deutschen PEN, in der europäischen Autorenvereinigung »Die Kogge« und im VS Baden-Württemberg. Ausgezeichnet u. a. mit dem Thaddäus-Troll-Preis; erster literarischer Stadtschreiber in Rottweil. Langjähriger Moderator des Autorentreffens »Irseer Pegasus«. Bei Klöpfer & Meyer erschienen 2001 sein Roman »Das Mädchen, der Minister, das Wildschwein«, 2004 die Novelle »Der Flieger« sowie 2008 sein Roman »Der General und der Clown«, aus dem er, mit großem Erfolg, zusammen mit dem Schauspieler Dominique Horwitz las.

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»Du liebe Zeit, hatte er gedacht, was ist denn das für eine? Aber da hatte er mit zusammengekniffenen Augen, die alles scharf stellten, bemerkt, dass sie ziemlich erhitzt war und reichlich derangiert aussah. Und in einem plötzlich in ihm hochschießenden Gefühlsschwall hatte er gedacht, die knöpf ich mir vor. Aber so was von vor, knöpf ich mir die. Was? Unsereinem kann doch nichts passieren. Unsereinem ist schon alles passiert. Aber der ist noch gar nichts passiert. Sieht man doch, dass der noch gar nichts passiert ist. Aber das wird sich jetzt ändern. Hier, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und wo man seit drei Tagen hockt und wartet, wird sich das ändern. Für sie. Die schickt einem der Himmel überm Bayerischen Wald, und Maria, Schutzfrau des Böhmerwaldes, bitt’ für uns und Dank dir.« »Sie fand, der Mann, der da vor einem Zelt am Boden saß, diese hellgrüne Zeltfarbe wäre nicht schlecht für Outdoor-Sommersachen, der sah gar nicht übel aus. Rauchte eine zerknittert aussehende Zigarette, war herrlich unrasiert. Hatte doch eine starke Performance, der Kerl. Den könnte man, so wie er war, präsentieren am Stand einer Modemesse, als Frauenblickfang gebrauchen, könnte man den. Bitteschön, auf den Modemessen, die Männer doch immer extrem unrasiert, protzten förmlich mit ihren Drei-Tage-Bärten, wilder Haarschnitt oft, und diese Männer von oben bis unten auf verwegen gestylt, auf abgerissen gemacht, so als kämen sie direkt von einer Safari oder hätten, weil sie unbedingt ihre Mission erfüllen mussten, in einer dunklen Straßenecke die Nacht verbracht. So. So, der da ...«

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