Wie kein anderes Konzil zuvor hat sich das Zweite Vatikanische Konzil der ökumenischen Aufgabe gestellt. Als wegweisend hierfür erwies sich das am 21. November 1964 feierlich verkündete Dekret über den Ökumenismus „Unitatis redintegratio“. Es ist zur Magna Charta für alle ökumenischen Bemühungen der katholischen Kirche geworden. Obwohl das Ökumenismusdekret sowohl in der katholischen Kirche wie in der weltweiten Christenheit rezipiert wurde, sind eine Reihe von Fragen offen geblieben, die das Konzil zu seiner Zeit nicht beantworten wollte oder auch nicht konnte. Dazu zählt vor allen Dingen die ekklesiologische Problematik. Darüber hinaus hat der Rezeptionsprozess des Textes gezeigt, dass zunehmend die Verbindlichkeit des Dekretes und seine Hermeneutik offen stehen. Die Diskussion des Dekretes in den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften hat zum Teil eine große Zustimmung gezeigt, aber auch bis heute unlösbar scheinende Probleme im Verhältnis der Kirchen untereinander aufgeworfen. So stellt sich schließlich die Frage, inwieweit das Ökumenismusdekret auch heute noch als Wegweisung dienen kann.
Der vorliegende Band dokumentiert die im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik im November 2004 anlässlich eines wissenschaftlichen Symposions gehaltenen Vorträge und Erwiderungen.
Mit Beiträgen von Christine Axt-Piscalar, Wolfgang Beinert, Kurt Koch, Grigorius Larentzakis, Manfred Marquardt, Peter Neuner, Johannes Oeldemann, Hermann Josef Pottmeyer, Wolfgang Thönissen, Hans Jörg Urban und Harald Wagner.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.