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Exakte Vision: Helen Hessels 'Jules und Jim' - Hardcover

Haage, Ulrike; Voswinckel, Ulrike; Meret Becker; Andreas Grothgar

 
9783880300422: Exakte Vision: Helen Hessels 'Jules und Jim'

Inhaltsangabe

„Exakte Vision““ erzählt die Geschichte der legendären Liebesbeziehung, die François Truffaut als Vorlage für seinen Film „Jules und Jim“ diente.

München und das oberbayerische Hohenschäftlarn waren die Schauplätze der Affäre in den Jahren 1920/21. Die Liebenden trafen eine Verabredung für ein Tagebuch, in dem Franz, Pierre und Helen die Erlebnisse jeweils in eigenen Worten festhielten. Roché und Franz Hessel dienten ihre Aufzeichnungen als Romanvorlagen. Helen Hessels Schriften blieben Tagebuch, erst 1991 erschienen sie auf Französisch als ‚Journal d’Helen. Lettres à Henri-Pierre Roché‘. Jetzt wird ihr Journal ein Hörspiel, ein Vorfilm zu ‚Jules und Jim‘, den nur sie gesehen hat: eine exakte Vision.
Außerordentlich vielfältig sind die Darstellungsformen ihres Tagebuchs: in lebendiger, fast sprunghafter Abfolge gibt es Zeichnungen, Diagramme, Auflistungen und Dialoge in Englisch, Deutsch und Französisch. Diese Originale werden Spiel- und Soundelemente eines filmischen Szenarios, eingebunden in eine Klavier-Komposition, die Helen Hessels Gedanken verfolgen lässt darüber, wie es hätte sein können, wie es hätte sein sollen und wie es war.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Ulrike Haage lebt in Berlin. Theaterkompositionen, Konzerte, Featureproduktionen. Deutscher Jazzpreis 2003. BR-Produktionen u.a. ‚Apokalypse Live‘ (1994, Hörspielpreis der Kriegsblinden) und ‚Odysseus 7‘ (1997, von Ammer/Einheit/Haage), ‚7 Dances of the Holy Ghost‘ (1998, mit Andreas Ammer), ‚Bei unserer Lebensweise ist es sehr angenehm, lange im voraus zu einer Party eingeladen zu werden‘ (1999, von Jane Bowles, mit Katharina Franck), ‚Reise, Toter.‘ (2001, von Durs Grünbein), ‚Last Words‘ (2001, von William Burroughs, mit Barbara Schäfer), ‚ding fest machen. Nach Aufzeichnungen von Louise Bourgeois.‘ (2003).

Ulrike Voswinckel, geb. in Hamburg, lebt seit 1967 in München. Autorin und Filmemacherin. Studium der Germanistik und Romanistik in Tübingen, Paris und München. Funkfeatures über Literatur, Kunst und Bohème in München 1900-1933 und Exilliteratur (u.a. Franziska zu Reventlow, Franz Hessel, Helen Hessel).

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Dienstag 17.August
After Dinner. On cause. Ich trödele herum.
Brusquement sage ich zu Franz: Wir gehen jetzt spazieren, Pierre und ich. Auf dem Weg, ich fühle mich gut, erzähle. Keine Schwierigkeit zu sprechen. Über die Landwirtschaft, die ich im letzten Jahr in Pommern lernen wollte, über die Ehe mit Franz.
Pierre: D ailleurs, il est un saint. Franz ist ein Heiliger.
Helen: Er hat mich allein gelassen. Er hat es nicht begriffen, als ich ihn das erste Mal betrogen habe. Er schaut nie hin. Er möchte, dass ich glücklich bin, sogar wenn ich ihn betrüge. Unsere Ehe war auf der Idee von Treue aufgebaut. Ich hasse es, wenn er mich alles machen läßt. Ich mache manchmal blöde Dummheiten, vielleicht um ihm ein Schauspiel zu bieten .Au fond je l aime beaucoup. Aber ich brauche Leben und Bewegung..
J ai eu un tas d amants.
Das hab ich auf französisch gesagt. Eine Menge Liebhaber, das klingt nicht gut. Vielleicht übertrieben.

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