Abserviert: Mein Leben als Humankapital - Hardcover

Iain Levison

 
9783882218657: Abserviert: Mein Leben als Humankapital

Inhaltsangabe

Iain Levison erzählt in dieser bitter-witzigen Gesellschaftssatire voll Galgenhumor von einer Odyssee durch über 40 verschiedene Jobs in 6 Staaten. Er beschreibt eine erbarmungslose neue Arbeitswelt, in der man sich nur mit zynischem Humor und listigen Überlebensstrategien durchzuschlagen vermag.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Iain Levison, Sohn deutscher Eltern, ist in Schottland geboren und in den USA aufgewachsen. Arbeitslosigkeit und permanente Jobsuche hat er am eigenen Leib erfahren. Sein Kriminalroman Betriebsbedingt gekündigt war ein großer Erfolg in Amerika, Frankreich, Italien und Deutschland.

Aus dem Klappentext

Er ist gebildet und höflich, sieht ordentlich aus, hat einen Hochschulabschluß und ist auf Arbeitssuche. Den Wunsch, einen Beruf ergreifen zu können, in dem er sich selbst verwirklichen kann, hat er aufgegeben, längst geht es nur noch darum, einen Job zu machen, mit dem er sich über Wasser halten kann. Allerdings ist er so anständig wie er aussieht und so klug wie sein Lebenslauf es verspricht, aber auch individuell und Selbstdenker genug, um für viele Jobs nicht in Frage zu kommen. Gezwungenermaßen nimmt er sie dennoch an, erweist sich jedoch stets wie erwartet als völlig unbrauchbar. Besonders dann, wenn es um Kompetenzen wie als Teamgeist bezeichnete Willenlosigkeit geht, Anpassungsfähigkeit, Arschkriecherei oder Sadismus. Und so ist er jeden Job auch bald schon wieder los

Gebannt folgt man dieser spannend, rasant und witzig erzählten Odyssee durch erniedrigende Jobs, von denen man noch nicht einmal wußte, daß es sie gibt. Levison beginnt mit dem Durchblättern der Stellenangebotsanzeigen und endet konsequent damit: Der Arbeitnehmer muß mobil sein und flexibel, er hat eine unendliche Reise begonnen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

"... irgendwo in Chelsea. Ich werde an der Tür von einem zappeligen jungen Mann in einem Anzug und mit Schlips begrüßt, der mir ernst in die Augen schaut, als er seine Liste nach meinem Namen absucht. Er wirkt wie ein Rausschmeißer eines Elite-Nachtclubs, der darauf achtet, nur die Leute reinzulassen, die es durch den erforderlichen Selektionsprozeß geschafft haben, der darin besteht, ihnen den Namen zu sagen. Oder nicht einmal. Ein anderer jungenhafter Mann, auch nett gekleidet, taucht hinter mir auf und sagt zu dem Rausschmeißer, Ich hab von euch Typen was gehört", und wird durchgewinkt. Ich lungere eine Minute lang in der Lobby herum, mustere die Anwesenden, und frage mich, ob ich noch Zeit genug habe, eine letzte Zigarette zu qualmen, bevor der Spaß beginnt. Das sind Leute meines Schlags, Leute mit Hochschulabschluß in Englisch, die Augen weit in die Ferne gerichtet der Tausend-Meter-Blick von hundert öden, unterbezahlten Jobs. Aber ich stelle fest, daß einige !
Gruppen vor positiver Energie nur so vibrieren. Rechts von mir reden zwei Frauen aufgeregt von einer tollen Gelegenheit". Eine Frau, hübsch und gut angezogen, schüttelt
meine Hand und stellt sich vor. Etwas stimmt hier nicht. Frauen reden niemals zuerst mit mir, es sei denn, es sind Nutten oder sie brauchen jemanden, der ihnen etwas Schweres hochhebt. Mein Mißtrauen wächst. Wir setzen uns auf Klappstühle aus Metall, etwa dreißig Leute, und der junge
Mann, der die Leute am Eingang überprüfte, kommt rein und fragt uns, wie es uns geht. Ein paar Leute brechen in Jubel aus. Wer von Ihnen möchte mehr Geld verdienen?", fragt er."

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