Kim Amber lebt in Berlin und ist in den verschiedensten Subkulturen zu Hause.
Zigarettenrauch hing noch über den Klokabinen und eine defekte Spülung plätscherte. Sebastian Dünow war allein in der Toilette. Die Schulglocke hatte geläutet und alle waren wieder im Unterricht. Er spürte ein leichtes Unbehagen. Die Waschräume an Oberschulen besaßen einen ganz eigenen Geruch, das hatte sich in all den Jahren nicht geändert. Er fühlte sich in seine Schulzeit zurückversetzt.
Kein besonders gutes Gefühl.
Denk nicht darüber nach, sagte er sich. Du musst dich ohnehin beeilen.
Der Kontaktperson hatte er zugesagt, pünktlich zu sein. Der Schulsozialarbeiter wartete in der Cafeteria auf ihn. Sebastian kam nicht umhin sich einzugestehen, dass er aufgeregt war.
Das hätte er sich denken können.
Mit einem Kopfschütteln stellte er fest, dass er für solche Unternehmungen einfach nicht gemacht war. Die Idee war aus einer Bierlaune heraus entstanden. Es war sein eigener Vorschlag gewesen. Und nun musste er erkennen, dass sich seine Nervosität kaum vertreiben ließ.
Er stellte sich ans Pissoir und öffnete seine Hose.
Mit einem Knall flog die Tür auf. Es war ein Schüler, der offenbar nicht den Unterricht besuchte. Er stellte sich dicht neben ihn und öffnete ebenfalls die Hose. Sebastian erstarrte. Die plötzliche Nähe des Fremden irritierte ihn. Seine Blase zog sich zusammen wie eine Auster in Zitronensaft. Pinkeln war unmöglich. Er konnte nicht mehr. Sein Gesicht lief rot an, und er starrte gegen die Fliesen.
Mein Gott, ist das peinlich!, dachte er hilflos.
Er kannte diese Reaktionen von Orten, an denen er sich eingeschüchtert fühlte. Auf Diskothekentoiletten wie im GMF zum Beispiel, wo lauter große, blonde, durchtrainierte Männer am Pissoir standen und über seinen Kopf hinweg miteinander flirteten.
Aber dies ist eine Schule, verdammt noch mal! Und ich bin erwachsen!
Er konnte sich doch nicht von einem Kind einschüchtern lassen. Aber es half alles nichts. Er würde warten müssen, bis der Junge verschwunden war.
Endlich hörte es neben ihm auf zu plätschern. Der Junge blieb jedoch stehen mit offener Hose. Es dauerte, bis Sebastian begriff. Ungläubig schielte er zur Seite. Hübsches Gesicht. Anzügliches Lächeln. Er ließ seinen Blick herab wandern ...
Und wieder erstarrte er fixierte erneut die Fliesen.
Er war auf einem Schulklo. Im Einsatz. Es war nicht zu fassen.
Der Junge hatte verstanden. Er packte alles wieder ein, knöpfte seine Hose zu und verschwand. Sebastian atmete erleichtert durch.
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Taschenbuch. Zustand: Neu. "Allah wird dich strafen" Ellen Kant und Sebastian Dünow ermitteln. | Krimi. Krimi | Kim Amber | Taschenbuch | Englisch Broschur | Kartoniert / Broschiert | Deutsch | 2005 | Konkursbuch | EAN 9783887697167 | Verantwortliche Person für die EU: Konkursbuch, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen, gehrke[at]konkursbuch[dot]com | Anbieter: preigu. Bestandsnummer des Verkäufers 102294749
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