Kapitel 3, S. 31-32
L U N G E N H O C H D R U C K
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen des Lungenhochdrucks:
primärer Lungenhochdruck: Ursache ist nicht bekannt
sekundärer Lungenhochdruck: mögliche Ursachen sind Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen, Lungenembolie etc.
Symptome
Der Lungenhochdruck ist gekennzeichnet durch einen sehr langsamen, untypischen Krankheitsbeginn mit zunehmender Verschlechterung.
Die ersten Symptome sind oft mild und nicht charakteristisch, so daß diese Patienten sehr oft fehldiagnostiziert werden und über Jahre mit anderen Diagnosen wie Depression oder gar als psychiatrisch auffällig geführt werden. Die Behandlung geht entsprechend fehl und schadet im besten Fall nicht. Vom verhängnisvollen Zeitverlust einmal abgesehen, denn wenn die Diagnose
dann schließlich richtig gestellt wird, ist die Erkrankung in der Regel schon weit fortgeschritten.
ATEMNOT
Erstes Symptom ist in den meisten Fällen Atemnot bei Belastung, welche sich im Laufe von Monaten oder einigen Jahren zunehmend entwickelt. Bei sechzig Prozent der Patienten ist die Atemnot ein Frühsymptom der Erkrankung. Mit dem weiteren Fortschreiten findet sich die Atemnot jedoch bei allen Patienten.
LEISTUNGSSCHWÄCHE
Leistungsschwäche und rasche Ermüdbarkeit sind ebenfalls häufige Frühsymptome. Sie weisen auf eine bereits verminderte Herzleistung hin.
HERZSCHMERZEN
Ähnliche Beschwerden wie bei einer Angina pectoris können auftreten. Der rechte Vorhof und die rechte Herzkammer werden nämlich von der rechten Herzkranzarterie versorgt. Da normalerweise das rechte Herz nicht sehr viel Arbeit zu leisten hat und auch keine hohen Drucke verarbeiten muß, ist diese Herzkranzarterie klein. Wenn aber ein Lungenhochdruck besteht, dann ändert sich dies, und das rechte Herz muß viel mehr Kraft und Energie aufwenden, um mit dieser Belastung fertig zu werden.
Energiegewinnung benötigt Sauerstoff, und der wird über das Blut in der rechten Herzkranzarterie transportiert. Das rechte Herz benötigt aber beim Lungenhochdruck wesentlich mehr Energie, als über die in diesem Fall zu kleine rechte Herzkranzarterie herangeführt werden kann. Vor allem bei Belastung macht sich dies stärker bemerkbar als in Ruhe. Sauerstoffmangel im
Herzmuskel aber verursacht Schmerzen. Wenn der Lungenhochdruck lange andauert, wird das rechte Herz ausgeweitet, was die
Durchblutung des Herzmuskels zusätzlich verschlechtert, denn die Herzkranzgefäße können nur ein bestimmtes, zylinderförmiges Areal ausreichend mit Blut versorgen. Wenn das Herz vergrößert ist, dann wird auch dieses Versorgungsareal größer und irgendwann ist die Grenze der Kapazität erreicht. In den äußeren Randbezirken treten dann Durchblutungsstörungen auf. Bei Feingewebsuntersuchungen unter dem Mikroskop kann man bei vielen Patienten mit Lungenhochdruck Infarkte in der rechten Herzkammer finden, obwohl die Herzkranzarterien unauffällig waren. Andere Gründe für die Herzschmerzen könnten eine Dehnung der Lungenarterie oder ein krampfartiges Zusammenziehen der Herzkranzarterie (Koronarspasmus) sein.
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