Denn ist Situation ist irgendwie schon komisch: Die Umsatzzahlen der Buchbranche steigen zwar. Es gibt Jahr für Jahr immer mehr Neuveröffentlichungen, immer mehr Autorennamen, immer mehr Buchtitel. Das klingt nach einer Erfolgsstory. Aber die Branche stagniert. Betriebswirte und Buchclowns haben mehr Konjunktur als Autorinnen und Autoren. Immer mehr Erstveröffentlichungen werden inzwischen von den Autoren selbst herausgegeben: Der Eigenverlag ist allerdings der Anfang vom Ende des Schreibens. Wer sich nur noch selbst vermarkten muss, der kommt kaum zum Schreiben – vom Lesen ganz zu schweigen. Daher war nach fünf Jahren eine Wiederveröffentlichung des ironischen Romans „Der Buchmesser“ geboten, im handlicheren Taschenbuch-Format. Der Autor, Rainer Jogschies, aktualisierte das Buch mit dem Essay "Autor verschwindet" - dadurch wurde das Buch freilich umfänglicher als die Erstveröffentlichung.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Der Politikwissenschaftler Rainer Jogschies schrieb für TWEN, den STERN, SPIEGEL und andere Magazine. Er schrieb (Dreh-)Bücher für den NDR, das ZDF, Ullstein, C.H.Beck, Rasch & Röhring, Eichborn und viele andere.
Zeithöhe. Statt einer Einleitung: Rückblicke auf die Achtziger und auf die Jahre 2004 und 2009 Wenn Sie dieses Buch lesen, ist es schon „zu spät“. Denn die Zeit, in der dessen Handlung spielt, ist längst vorbei. Doch was darin beschrieben wird, ist damit noch nicht vorüber – es liegt teils erst noch vor uns. Das ist kein Widerspruch, im Gegenteil. Die folgende Geschichte spielt zwar in einer vermeintlich fernen Zeit: den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Alles ist seither anders geworden, sagt man so – doch nichts hat sich verändert. Man muss nur genau hinsehen. Aber das ist nicht so einfach. Denn die Gegenwart wird oft als „die Realität“ überschätzt. Kaum etwas ist jedoch unwirklicher als jene Eilfertigkeit, mit der ein Alltag gerade so angenommen wird, als sei er überhaupt und von vornherein der ersehnte Beginn der Ewigkeit. Mit solchem erstarrten Gegenwartsverständnis macht bei jedem Rückblick das eigene Leben „Sinn“ – und sei es noch so bescheiden: Alles wurde, wie es war und wie es selten genug sein sollte – so wurde es, so war es. Der Blick zurück – zumal in Büchern – zeigt oft schon eher, wie wir uns in der jeweiligen, bereits vergangenen „Gegenwart“ verzettelten; egal in welchem Jahrzehnt oder Jahrhundert, egal, ob „realistisch“ betrachtet oder „unrealistisch“, ob „nüchtern“ oder „verträumt“. Im Rückblick wirkt manches ziemlich verrückt, so wie es aufgeschrieben wurde. Wörtlich „verrückt“ zu dem, wie wir es erwartet hätten – wohl auch, weil wir amüsiert ahnen, was das Damalige mit dem verfahrenen Heute zu tun hat. Die seinerzeit schon absehbaren Auswirkungen nehmen wir aber oft erst viel, viel später wahr – wenn es uns denn in den Kram passt. Vorher konnte ja „keiner ahnen“, dass. Mit einem Blick zurück sind Sie also stets auf der Höhe der Zeit. Und wie es auf Höhen so ist: Man kann sich nicht nur nach hinten umsehen, wie auf engen Straßen, sondern in alle Richtungen, weit über das Gelände. Wenn man Glück hat, erkennt man sogar den eigenen Standpunkt, von dem aus man sich umsieht. Was also können wir in diesem Buch über eine Buchmesse irgendwann in Frankfurt/Main wieder sehen, das heute nicht so wäre – oder erst heute so ist? Gleich zu Beginn kollidieren vor dem Messegelände beispielsweise einige US-amerikanische Soldaten mit einem Zivilisten. Seit einiger Zeit hat man sich schamlos angewöhnt so etwas „Kolateralschaden“ zu nennen. Allerdings müsste man für solch eine Situation heutzutage eher nach Bagdad reisen – und es ginge gewiss nicht so glimpflich aus wie in dieser Erzählung, sondern es gäbe gleich zu Anfang viele Tote und Verstümmelte. In einer späteren Szene überwältigen nervöse Polizisten einen mutmaßlichen Terroristen – mit einer Kofferbombe, so fürchten sie. Damals nannte man Sprengstoff in einem Behältnis nur noch nicht so. Und was damals peinlich lächerlich wirkte, heute wäre es tödlich „realistisch“. An den eigenen Ängsten und der allgemeinen Hysterie hat sich seit dieser vermeintlich harmloseren Situation wenig gewandelt. Damals galt es andererseits und allerdings im Großen und Ganzen noch als wenig „realistisch“, dass die „Ost-West-Konfrontation“ ein jähes Ende haben würde und das nicht einmal mit Schrecken. Obwohl die Jahrzehnte seit den Fünfzigerjahren das Zeitalter der „Abschreckung“ genannt wurden: Der bloß „kalte“ Krieg und das „Blockdenken“ machten eine völlig unspektakulär banale „Öffnung“ der Grenzzäune unmöglich, „unrealistisch“ – und doch fand sie 1989 so statt, mit billigem Sekt und Bananeneinkäufen. „Die Mauer“ wurde wenig später ganz aufgegeben wie ein Gebäude mit Hausschwamm. Aber in den Köpfen lagert noch ihr Mörtel und verhindert ein fortschreitendes Denken. Die eigentliche, wenn auch eigenartig nebensächliche Geschichte des Buches handelt von einem Manuskript über den Unsinn eben der Abschreckungsphilosophie mit Atombomben. Der Autor in der Erzählung "Der Buchmesser", der dafür einen Verleger sucht, wird belächelt. Wieso eigentlich? Man weiß es heute nicht (mehr). Wie denn? Noch im Februar 2008 nahm jedenfalls kaum jemand Anstoß daran, dass Carla Bruni auf den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy „scharf“ sei, wie Agenturen ohne Rücksicht auf die eigene Obszönität meldeten, weil jener über Nuklearwaffen verfüge. Und als geradezu selbstverständlich war ein Gutachten der britischen „Sicherheitsexperten“ Dan Plesch und Martin Butcher vom 28. August 2007 hingenommen worden, wonach der Iran nötigenfalls innerhalb weniger Stunden mittels Atombomben von jeweils 300 Kilotonnen gegen die elf vermuteten iranischen Massenvernichtungswaffenlager und trotz durchaus kalkulierter „Kolateralschäden“ insgesamt atomar ausgelöscht werden könne – mit nahezu drei Millionen „sofort Getöteten“. Die USA hätten, so Plesch und Butcher, seit 2001 die Rolle des amerikanischen Strategischen Kommandos (US Strategic Command - STRATCOM), das früher als nukleares Abschreckungsmittel gegen die Sowjetunion diente, modifiziert, „um überall und jederzeit, rund um den Globus, nahtlos Maßnahmen mit maßgeschneiderten Wirkungen zu ermöglichen.“ Im Januar 2008 schließlich forderten frühere Oberbefehlshaber aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden eine „Reform der NATO von Grund auf“, um in einer „Groß-Strategie“ die drohende Verbreitung von atomaren und anderen Massenvernichtungswaffen zu stoppen, nötigenfalls auch durch einen „Präventiv-Angriff mit Nuklearwaffen“. Der „nukleare Erstschlag“ bliebe ein „unverzichtbares Instrument“. Würde "Der Buchmesser" also erst 2008 „spielen“ – der Autor würde erst recht keinen Verlag finden, sondern offene Verachtung für seine vermeintlich altmodischen Überlegungen. Allerdings aus völlig anderen Gründen: Er wäre nun wiederum „unrealistisch“, weil alles so kam, wie er es befürchtete – die Abschreckungsthese galt gar nichts und war so etwas wie vorgeschobene Scham angesichts maßlos geplanter militärischer und politischer Verbrechen. Mit diesem Wissen und dieser aktuellen Weltsicht liest sich "Der Buchmesser" also ganz anders, zugegeben. Zum Glück geht es auch gar nicht so sehr um irgendeine Weltsicht, wer „recht gehabt“ hatte oder nicht, sondern darum, wie wir auf die Welt sahen – einst in Büchern, heute im Fernsehen. Einst in den Achtzigerjahren hatten wir Angst vor irgendwo gebunkerten Bomben, die die ganze Welt zerstäuben könnten. Und in den Neunzigerjahren sahen wir während des *Zweiten Golfkriegs+, dem des George Bush senior, sogar im Fernsehen dabei zu, wie „intelligente Bomben“ einfach so und vor unseren Augen „ihr“ Ziel „chirurgisch“ trafen und dabei Tausende töteten – was wir lieber nicht sehen wollten und auch nicht gezeigt bekamen. Bomben sind keine Skalpelle. Sie sollen nicht heilen, sie töten. Militärs sind keine Mediziner. Gleichwohl wird so getan, als wäre es anders. Das gilt als „realistisch“. Es ist so realistisch, als würde man einem psychisch labilen Mann, beispielsweise einem Alkoholiker, die Macht geben, nicht nur sich, sondern die Welt zu zerstören. Auf solch einen Gedanken käme kein Mensch mit unbeirrbarem Blick für die Realität. Wie also sollten wir durch einen Rückblick mehr Sinn für die Wirklichkeit bekommen? Wenn wir uns mit Bedacht umwenden, wird der Blick nach vorn womöglich klarer. Die Schilderungen von der Buchmesse in den Jahren zwischen 1983 und 1989 wurden bei Lesungen nach der Erstveröffentlichung 2004 als scheinbar „überzogen“, gar „satirisch“ verstanden. Beim erneuten Lesen wird hoffentlich deutlicher, was zwischenzeitlich wörtlich verrückt wurde gegenüber dem, was wir heute als Wirklichkeit zu akzeptieren bereit sind. Das Buch ist in Zeiten des weltweiten Internets dafür vermutlich das letzte verbliebene und das einzig statthafte Medium – und es steht nicht einmal gut darum, wie die Erzählung und die Schlusskapitel zeigen. Dieses Buch "Der Buchmesser. Reloaded" erscheint fünf Jahre nach der Erstveröffentlichung und zwanzig Jahre nach dem Abfassen des Manuskripts. Jochen Potröck unterstützte uns durch die...
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
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Taschenbuch. Zustand: Neu. This item is printed on demand - it takes 3-4 days longer - Neuware -Ein unbekannter Autor will sein Manuskript endlich an den Verlag bringen . Er hat sogleich Erfolg. Aber was für einen! Statt Bestseller wird er Restseller - von der Buchmesse kehrt er als Ramscher zurück.Es sei eine 'Aufputschpille für Autoren', schrieb Anne von Blomberg gleichwohl im Internet-Portal 'Read Me' nach der Erstveröffentlichung des Romans 'Der Buchmesser' in 2004.Und im Fachmagazin für Journalisten 'Menschen machen Medien' hieß es seinerzeit: 'Früher beschrieb man solche Pilgerreisen unter Titeln wie `Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen`. Die Erstausgabe von 'Der Buchmesser' sei allerdings 'fast schon ein Tatsachenroman!'.2009 erschien die beißend ironische Erzählung von einem schriftstellernden Don Quichotte noch einmal als erweiterte Neuauflage im Nachttischbuch-Verlag: 'Der Buchmesser. Reloaded': Denn die Windmühlenflügel der Branche kreiseln scheinbar belebt, aber ein frischer Wind fehlt .'Der Buchmesser. Reloaded' - diese kleine, böse Satire im Stil von Heinrich Bölls 'Doktor Murkes gesammeltes Schweigen', die der Journalist und erfolgreiche Buchmesse-Besucher Rainer B. Jogschies erdacht hat, sollte jeder lesen, der sich seine Liebe zu Büchern melancholisch bewahren will .Und jeder, der wissen möchte, was schief geht: Ein umfangreicher Essay, 'Autor verschwindet', ist bei dieser Wiederveröffentlichung hinzugekommen. 220 pp. Deutsch. Bestandsnummer des Verkäufers 9783937550169
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kart. Zustand: Sehr gut. Neuaufl., stark erw. 215 S. : Ill. , Gebraucht, aber gut erhalten. - Hergestellt on demand. - Zeithöhe -- Statt einer Einleitung: Rückblicke -- auf die Achtziger und die Jahre 2003 und 2009 -- Makulierte Lieben Nachwort zur Originalausgabe, 2004 -- Autor verschwindet -- Fragen, 2009: -- Warum es trotz Verlagen, Buchhändlern und Autoren -- immer noch Bücher geben sollte. -- Der Autor Biographische Notizen -- ISBN 9783937550169 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 550. Bestandsnummer des Verkäufers 935286
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Kartoniert / Broschiert. Zustand: New. Dieser Artikel ist ein Print on Demand Artikel und wird nach Ihrer Bestellung fuer Sie gedruckt. Über den AutorrnrnRainer B. Jogschies ist Politologe und Publizist. Er hat immer wieder Harburger Leben liebevoll geschildert, sowohl in vielen seiner hier ausschnittweise nachgedruckten Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge als auch in . Bestandsnummer des Verkäufers 5689694
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Taschenbuch. Zustand: Neu. This item is printed on demand - Print on Demand Titel. Neuware -Ein unbekannter Autor will sein Manuskript endlich an den Verlag bringen . Er hat sogleich Erfolg. Aber was für einen! Statt Bestseller wird er Restseller - von der Buchmesse kehrt er als Ramscher zurück.Es sei eine 'Aufputschpille für Autoren', schrieb Anne von Blomberg gleichwohl im Internet-Portal 'Read Me' nach der Erstveröffentlichung des Romans 'Der Buchmesser' in 2004.Und im Fachmagazin für Journalisten 'Menschen machen Medien' hieß es seinerzeit: 'Früher beschrieb man solche Pilgerreisen unter Titeln wie `Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen`. Die Erstausgabe von 'Der Buchmesser' sei allerdings 'fast schon ein Tatsachenroman!'.2009 erschien die beißend ironische Erzählung von einem schriftstellernden Don Quichotte noch einmal als erweiterte Neuauflage im Nachttischbuch-Verlag: 'Der Buchmesser. Reloaded': Denn die Windmühlenflügel der Branche kreiseln scheinbar belebt, aber ein frischer Wind fehlt .'Der Buchmesser. Reloaded' - diese kleine, böse Satire im Stil von Heinrich Bölls 'Doktor Murkes gesammeltes Schweigen', die der Journalist und erfolgreiche Buchmesse-Besucher Rainer B. Jogschies erdacht hat, sollte jeder lesen, der sich seine Liebe zu Büchern melancholisch bewahren will .Und jeder, der wissen möchte, was schief geht: Ein umfangreicher Essay, 'Autor verschwindet', ist bei dieser Wiederveröffentlichung hinzugekommen.Books on Demand GmbH, Überseering 33, 22297 Hamburg 220 pp. Deutsch. Bestandsnummer des Verkäufers 9783937550169
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Der Buchmesser. Reloaded | Kurze Erzählung vom Ende des Erzählens nebst eines Berichtes zur Lage der Schriftstellerei | Rainer B. Jogschies | Taschenbuch | 220 S. | Deutsch | 2009 | Jogschies, Rainer | EAN 9783937550169 | Verantwortliche Person für die EU: BoD - Books on Demand, In de Tarpen 42, 22848 Norderstedt, info[at]bod[dot]de | Anbieter: preigu Print on Demand. Bestandsnummer des Verkäufers 101535130
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