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Praxis des Designmanagements - Hardcover

 
9783939707516: Praxis des Designmanagements

Inhaltsangabe

Noch nie war Design so notwendig wie heute. Doch: Ist Originalität in der Produktgestaltung bereits Design? Und führt diese Vorstellung zu Wettbewerbsvorteilen, die sich auch langfristig sichern lassen? Wer Design nur auf 'life style' reduziert und als Stilbezeichnung für bestimmte Produkte des Konsumgüterbereichs versteht, verkennt das strategische Potenzial des Designs. Gerade deutsche Unternehmen können ihre Position im globalen Markt durch ein tieferes Verständnis und eine intensivere Nutzung von Design stärken. Dieses Buch zeigt die hierzu erforderlichen Führungsansätze auf und geht sogar so weit, ein 'Designed in Germany' als Wettbewerbsanspruch deutscher Unternehmen zu fordern. Es untersucht: - wie man eine Designstrategie entwickelt und im Unternehmen dauerhaft verankert, - wie sich der Designprozess in die Innovationabläufe des Unternehmens integrieren lässt, - wie Designressourcen organisiert werden und - auf welche Weise eine Designkultur entwickelt wird. Neun ausführliche Unternehmensbeispiele – Lufthansa, brand eins, der MINI von BMW, Metabo, dm-drogerie markt, Linde Material Handling, Dräger Medical, Porsche Design und designaffairs – illustrieren, welche Handlungsfelder sich erfolgreich für die strategische Nutzung von Design ableiten lassen. Zielgruppen dieses Buches sind Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte von Unternehmen aller Größenklassen und Branchen sowie Designer und Verantwortliche von Designagenturen. buch + digital Ohne Aufpreis erhalten Sie zusätzlich die digitale Ausgabe dieses Buchs.

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Das Designmanagementmodell in Fallbeispielen Design besitzt nicht nur im Konsumgüterbereich, sondern auch in der Investitionsgüterindustrie, in Teilen des Medien- und Dienstleistungssektors eine hohe Bedeutung. Hier hat Design weniger mit Originalität, dafür aber umso mehr mit Ergonomie, Funktionsgerechtheit, Produktivität, Effizienz und Systemkompatibilität zu tun. Die Fallbeispiele stehen für besondere Stärken in folgenden Teilbereichen: im Produktdesign (der MINI von BMW, Elektrowerkzeuge von Metabo, Gabelstapler von Linde Material Handling) und Systemdesign (Dräger Medical), im Kommunikationsdesign (Lufthansa, brand eins), im Environmentdesign (Lufthansa, dm-drogerie markt) und im strategischen Designmanagement (PorscheDesign, designaffairs). Design als Wettbewerbsinstrument Diskussionen über bemerkenswertes Design kreisen typischerweise um Designobjekte des Konsumgüterbereichs – neben Möbeldesign, Küchendesign, Badezimmerdesign, um das Design von Konsumelektronik- und Mobiltelefongeräten und sonst noch hauptsächlich um Büromöbel- und Bürogerätedesign. So beachtlich die Fülle von Designvarianten hier ist, so einseitig ist die dadurch entstehende und sich selbst bestätigende Vorstellung, dass Design vorwiegend mit originellen, extravaganten Objekten zu tun hat, für die eigenwillig kreative Designer immer wieder neue Varianten hervorbringen. So stellte das Kunstmagazin art in einer dem Design gewidmeten Ausgabe [1] das Ergebnis einer Umfrage nach den bedeutendsten Gestaltern der Gegenwart vor, bei der sich eine Jury aus führenden Designexperten auf eine ohne Zweifel fundierte Rangliste einigte. Da bei ist jedoch auffallend, dass zu den vorgestellten Bestleistungen des Designs der letzten 50 Jahre ein Hocker, einige Lampen, ein Schreibtisch, ein Plattenspieler, ein Stapelstuhl, eine Geschirrkollektion, ein Computer, eine Herrenmodekollektion, eine Liege und eine Sitzinsel gehören. Das festzustellen, ist nicht zynisch gemeint, denn die Gestaltungsweise dieser Objekte war häufig stilprägend für eine ganze Szenerie von uns umgebenden Dingen. Aber wenn Bilanz gezogen wird, dann werden eben Designerstühle en masse vorgeführt [2], dann dominieren Sessel, Tische, Leuchten, Haushaltsgeräte, Kaffeemaschinen, Geschirrservices, Konsumelektronik und Bürogeräte. Sogar der Harvard Business manager verrät hinter der Titelseite 'Erfolgsfaktor Design' [3] die Geheimnisse von designbewussten Herstellern am Beispiel von Möbeln, Lampen und Haushaltsgeräten. Nicht dass diese Designobjekte unverdient herausgestellt werden, sie sind unbestreitbar kreativ und zum Teil auch nützlich. Aber das Bild, das hier entstanden ist, muss aus drei Gründen korrigiert werden. Erstens findet Design nicht nur in den zur Genüge abgehandelten Produktbereichen statt, in denen meistens das einzelne Objekt gewürdigt wird, der sichtbare Wurf, den stilbewusste Konsumenten goutieren. Design besitzt vielmehr auch in der Investitionsgüterindustrie, in Teilen des Medien- und Dienstleistungssektors eine hohe, wenn auch anders geartete inhärente Bedeutung, in denen es weniger mit ins Auge springender Originalität, dafür aber umso mehr mit Ergonomie, Funktionsgerechtheit, Produktivität, Effizienz und/oder Systemkompatibilität zu tun hat. Zweitens nimmt die wirtschaftliche Bedeutung von Design gerade in den Branchen immer stärker zu, in denen die deutschen Unternehmen auf internationalen Märkten eine führende Position zu verteidigen haben – und das sind kaum mehr die Möbel- und Haushaltsgerätebranche, die Leuchtenhersteller und die Konsumelektronikindustrie. Es sind vielmehr in erster Linie die Automobilindustrie, der Maschinenbau, die Medizintechnik, der Infrastruktur-, Logistik und Dienstleistungssektor. Es sind die rasanten Wachstumsmärkte um die Medien- und Internetpotenziale herum. Uns sollte daher interessieren, wie Design hier funktioniert und als Wettbewerbsinstrument entfaltet werden kann. Drittens ist Design nur in den wenigsten Fällen das dominante oder zentrale Leistungsmerkmal von Produkten und Dienstleistungen, sondern steht in enger Wechselbeziehung mit technischen Entwicklungen und Systemen, mit produktionstechnischen Möglichkeiten, mit operativen Nutzeranforderungen und wirtschaftlichen Randbedingungen auf der Anbieter- und Käuferseite. Es geht also in starkem Maß darum, diese Integration der Designleistung in ein ganzes strategisches und operatives Unternehmenssystem zu verstehen und zu verbessern. Aus diesen Überlegungen heraus wurden die im Folgenden dargestellten Fallbeispiele ausgewählt: Unternehmen des Infrastruktursektors, der Konsumgüterindustrie, des Handels, der Medienbranche, der Automobilindustrie, der Medizintechnik, der Investitionsgüterindustrie sowie in diesen Sektoren tätige Designagenturen. Lassen wir die Beispiele für sich selbst sprechen.

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