"Verzeih(t), oh Meister, ruhm- und glanzumgeben ..."

 
9783940310736:
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"Verzeih, oh Meister, ruhm- und glanzumgeben ..." sind Anfangsworte des Gedichts "An Gerhart Hauptmann", das Joachim Ringelnatz am 13. November 1909, als sich der Weber-Autor in München in sein Album eintrug, geschrieben hatte. Der Gedanke, den Hauptmann in einer kurzgefassten Sentenz im mittlerweile verschollenen Sammelbuch niederlegte, war schon damals weder neu noch geistreich, klingt aber aus heutiger Sicht wie ein Memento: "Kunst ist Religion". Dieser Philosophie hatten sich beide Brüder Hauptmann restlos verschrieben und sie entdeckten und erlebten sie hautnah in ihrer schlesischen Heimat. Schlesien als Vaterland der Kunst schlechthin. Der zarte Universalismus dieser Haltung konnte gegen die Mahlsteine der Geschichte und Politik wenig ausrichten. Carl Hauptmann war bereits zu Lebzeiten zu subtil, als dass seine Werke dem gemeinen Geschmack des sich zu Wort meldenden Massenpublikums hätten zusagen können; der bis zum Tod vergötterte Gerhart teilt heute das Los des gesamten deutschsprachigen schlesischen Kulturvermächtnisses - dem Vergessen preisgegeben.Und doch behielt das Horror-Vacui-Prinzip auch in diesem Fall sein Recht. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Pflege der schlesischen Hinterlassenschaft, die in erster Linie (aber nicht ausschließlich) von polnischen Germanisten getragen wurde. Die Brüder Hauptmann spielten da von Anfang an eine besondere Rolle. Die Arbeiten bewegten sich in den Grenzen des im geschlossenen System eines Staates des realen Sozialismus Möglichen und Zugelassenen.Erst mit der Wende von 1989 wurde dem Grundsatz der Freiheit der Forschung wieder zur Geltung verholfen. Tagungen, Übersetzungen ins Polnische, Monographien, in polnisch-deutscher Kooperation entstandene Sammelbände u. dgl. stapeln sich inzwischen, wenn noch nicht zu Bergen, so zumindest zu ansehnlichen Hügeln.Der vorliegende Band ist Ausdruck dieser ohne weiteres sichtbaren Tendenz im engeren und weiteren Sinne. Im weiteren geht es immer um die Pflege des Kulturerbes Schlesiens, im engeren um die Würdigung auf Grund der herausragenden Bedeutung, die man darin Carl und Gerhart Hauptmann zuerkennt. Das Sammelwerk verbindet alte, bereits früher in der Zeitschrift ORBIS LINGUARUM veröffentlichte, und neue Aufsätze zum Werk der beiden Schlesier.Cezary Lipinski

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