Der Elterntrainer: Jörg Winterscheid, anerkannter Heilpädagoge und dreifacher Vater, gibt in seinem Buch: Der Elterntrainer praktische Denkanstöße für den familiären Alltag und zeigt Strategien zum erfolgreichen und respektvollen Umgang mit Kindern auf. Gemäß dem Motto: "Du kannst den Wind nicht ändern, aber versuchen, die Segel richtig zu setzen" präsentiert der Autor wertvolle Anregungen für Eltern, die dazu führen, einen harmonischeren Umgang mit ihren Kindern im „alltäglichen Wahnsinn“ zu bekommen. Ein harmonisches Miteinander entsteht immer dann, wenn Kinder und Eltern einer Meinung sind. Doch was passiert, wenn die Kinder andere Vorstellungen haben als ihre Eltern?! Dann wird der familiäre Alltag schnell viel anstrengender und komplizierter, als wir Erwachsenen es uns während der Zeit des Kinderwunsches vorgestellt haben! Der Elterntrainer bietet Eltern eine Möglichkeit, sich mit der Theorie (Um was geht es!?) und der Praxis (Was kann ich tun?!) der Erziehung, vor dem Hintergrund des alltäglichen Zusammenlebens mit Kindern effektiv auseinandersetzen zu können. Dabei ist es dem Autor wichtig, mit praktischen Beispielen die Wege des „ganz normalen Wahnsinns“ zu beschreiben und praktische Impulse zu setzen, die helfen sollen, eine innere, von Sicherheit geprägte Haltung zu entwickeln und Anregungen zu geben, wie man im anstrengenden Alltag damit umgehen kann. Ein Buch entstanden aus der Praxis für die Praxis! Das Buch ist mit dem Internet gekoppelt, so dass Sie alle Fragebögen und Hilfestellungen zur dauerhaften, praktischen Verwendung direkt herunterladen und zum eigenen Gebrauch ausdrucken können.
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Winterscheid, Jörg, ist in zweiter Ehe verheiratet und dreifacher Vater. Er wurde 1965 in Bochum geboren und ist in Hattingen aufgewachsen. Berufsbegleitend zur Heimtätigkeit absolvierte er seine dreijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilpädagogen und eröffnete Ende 1993 seine erste heilpädagogische Praxis in Essen, der im Sommer 1997 die zweite heilpädagogische Praxis in Hattingen folgte. 1998 gründete er DIS-KURS als unabhängigen Partner für Familie und Co, in dessen Rahmen er Beratung und Seminare für Eltern, Pädagogen und soziale Einrichtungen anbot. 2007 ging DIS-KURS in Fit for Kids über. Das Fit for Kids-Logo ist 2008 als Wortbildmarke angemeldet und im Frühjahr 2010 eingetragen worden.
Präambel – „Die Jugend von heute … !“ Es kann nicht darum gehen, die Jugend von heute immer schlechter zu reden. Die Erwachsenen müssen zu einer angemessenen und zeitgemäßen Erziehung bewegt werden. Die „Jugend“ nutzt nur die Spielräume die ihr das „Alter“ ermöglicht. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben! Zu dieser Aussage habe ich mich in einer Diskussion im Rahmen von Alkohol- und Suchtprävention für Jugendliche im September 2009 hinreißen lassen. Zu Hause angekommen habe ich es sofort niedergeschrieben und zur Diskussionsgrundlage meiner Arbeit mit Eltern gemacht. Ein Vater wies mich darauf hin, dass dies für ihn nicht neu sei. Er habe sich im Rahmen seines Abiturs schon einmal mit einer ähnlichen Aussage eines großen Philosophen auseinandersetzen müssen. Er versprach mir dies zu recherchieren und sandte mir noch am selben Abend eine Mail mit folgendem Zitat: „Unsere Jugend liebt den Luxus, hat schlechte Manieren, macht sich über die Autorität lustig, hat überhaupt keinen Respekt vor dem Alter. Unsere Kinder sind Tyrannen, sie erheben sich nicht vor Erwachsenen, sie widersprechen ihren Eltern, sie sind unmöglich. (Sokrates, 470 – 399 v. Chr.) Vielleicht ergeht es Ihnen jetzt genauso wie mir damals. Ich war überrascht, verwirrt und neugierig zugleich. Wie konnte es angehen, dass ein solch bekannter und offensichtlich gescheiter Mann vor über 2400 Jahren schon dieselben Gedanken hatte wie wir heute?! Dieser Zustand spornte mich an weiter nachzuforschen. Was ich daraufhin fand, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere heutige Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“ (Hesiod, 720 vor unserer Zeitrechnung) „Unsere Zeit befindet sich in einer kritischen Phase. Die Kinder hören auf ihre Eltern nicht mehr. Das Ende der Welt ist nicht mehr fern.“ (Ägyptischer Priester, etwa 2000 vor unserer Zeitrechnung) „Unsere Jugend ist verdorben bis auf den Grund des Herzens, böse und faul. Sie werden nie wie wir früher und können unsere Kultur nicht erhalten.“ (Inschrift auf einem Weinkrug in den Ruinen Babylons, mehr als 3000 vor unserer Zeitrechnung) Das bedeutet für mich, dass diese Diskussion der Generationen so alt zu sein scheint wie die Menschheit selbst. Ich könnte mir vorstellen, dass schon zu Zeiten des Neandertalers ähnliche Konflikte zwischen den Generationen herrschten. Die „Schlechtigkeit“ der Jugend von heute scheint seit Anbeginn der Menschheit ein „Dauerbrenner“ im Generationenkonflikt zu sein! : Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, seit über 25 Jahren arbeite ich als Erzieher und Heilpädagoge mit Eltern, Kindern und pädagogischen Einrichtungen zusammen. Freud und Leid des familiären Alltags sind mir durch meine eigene Familie (verheiratet, drei Kinder im Alter von 7, 13 und 25 Jahren) und meine langjährige Berufserfahrung bestens bekannt. Mein tägliches familiäres und berufliches Handeln steht unter dem Motto: Wir können den Wind nicht ändern, jedoch versuchen, die Segel richtig zu setzen! Hierbei steht der „Wind“ als Synonym für die kindliche Entwicklung. Ich behaupte: Wir können die naturgegebene kindliche (menschliche) Entwicklung nicht ändern, jedoch versuchen, als Eltern, unsere Segel richtig zu setzen! Der Elterntrainer will Eltern und Pädagogen helfen, ihren zukünftigen Kurs besser bestimmen zu können! Dass dies notwendig erscheint, ist meines Erachtens täglich zu beobachten, wenn Fachleute und Eltern mit besorgniserregenden Meldungen und Nachrichten über die Entwicklung unserer Jugend konfrontiert werden. Es wird von respektlosem Verhalten und Gewaltbereitschaft gesprochen. Von Kindern und Jugendlichen berichtet, die immer weniger bereit zu sein scheinen, sich an Regeln und Grenzen zu halten. Die Pisa-Studien zeigen uns, wie schlecht es um die Bildung unserer Kinder bestellt zu sein scheint. Schulen und Ausbildungsbetriebe bemängeln die Lern- und Anstrengungsbereitschaft sowie die Ausbildungsfähigkeit. Oft höre ich den Satz: „Das hat es früher alles nicht gegeben!“ Dem auffälligen Verhalten unserer Kinder und Jugendlichen begegnen wir mit vielfältigen Förder- und Therapieformen. Erziehungsberatungsstellen, Gesundheits-, Jugend- und Sozialämter, Heilpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden, Motopäden, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Kinderärzte, Fachärzte und Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialpädiatrische und Kinderneurologische Zentren, etc. versuchen, diesem vermeintlichen Trend unserer Zeit entgegenzuwirken und Hilfestellung zu geben. Die Vielfalt der Förder- und Therapiemöglichkeiten war noch nie so groß wie heute. Doch trotzdem scheint dies diesen Trend nicht wirklich umzukehren. Im Gegenteil, es erreichen uns immer neue Schreckensmeldungen über gewaltbereite Kinder und Jugendliche, bis hin zum Extremfall des Amoklaufes an Schulen. Woran mangelt es also?! In meinem täglichen Kontakt mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Schulen und Kindergärten erfahre ich oft Rat- und Hilflosigkeit. Ich erlebe verunsicherte Erwachsene, die zwischen der pädagogischen Autorität der 1950er Jahre und den antiautoritären Ansätzen der 1970er / 80er Jahre pendeln. So wie früher wollen sie nicht erziehen, so wie sie es sich heute vorstellen, scheint es auch nicht wirklich zu „klappen“! Selbst unter Fachleuten ist ein Streit entbrannt, welcher denn nun der „richtige“ Weg zu sein scheint, um unseren Kindern die pädagogische Haltung zu geben, die ihnen hilft, einen angemessenen Weg einzuschlagen. In dem Spannungsfeld der Verunsicherung in den pädagogischen Grundhaltungen stehen unsere Kinder. Sie scheinen die Verunsicherung zu übernehmen, fallen im Alltag wegen ihrer Desorientierung, die sie zu überfordern scheint, immer wieder auf, weil sie nach Sicherheit und Orientierung durch die Erwachsenen suchen!? Im Zusammenhang mit den vermeintlichen Fehlentwicklungen unserer Jugend und dem einhergehenden Verfall von Werten und Normen, erlebe ich eine mediale Berichterstattung, die sich meiner Meinung nach eher auf die Behebung der Auswirkungen und Symptome bezieht. Im politischen Rahmen werden immer neue Gesetze geschaffen oder alte Gesetze verschärft. Es wird über Sicherheitskontrollen und den Einsatz von Sicherheitsdiensten an Schulen diskutiert, schärfere Waffengesetze werden gefordert, strengere Auflagen und Kontrollen für Computerspiele sollen erfolgen, Internetforen sollen besser kontrolliert werden und so weiter. Mein Gefühl ist, dass das weit an dem vorbeigeht, was notwendig erscheint. Im Rahmen von Nachsorge wird durch Gesetze versucht, den Auswirkungen des vermeintlichen, pädagogischen Desasters zu begegnen, präventive Gedanken finden hier selten ihren Platz. Diese Bestrebungen sind sicherlich wichtig, jedoch glaube ich, dass es in erster Linie darum gehen muss, Eltern durch Aufklärung, Information und Training, beim Finden einer individuellen, jedoch auch sicheren inneren Haltung, zu stärken. Es gilt, sie in ihrer Rolle zu festigen, ihnen zu einer angemessenen Sicherheit im familiären Alltag zu verhelfen. In meinem beruflichen und familiären Alltag erlebe ich häufig eine hohe Verunsicherung oder Rat- und Hilflosigkeit, wenn es um Fragen der Erziehung geht. Oft werde ich gefragt: • Was soll ich tun, wenn mein Kind nicht auf mich hört!? • Bin ich eine gute Mutter / ein guter Vater, wenn mein Kind weint?! • Was ist richtig? – Was ist falsch?! In meinen Beratungsgesprächen mit Eltern habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Beispiele, Bilder und Grafiken, die ich benutze, um ein Gefühl für das meines Erachtens notwendig Erscheinende zu verdeutlichen, gut angenommen werden und von den Erwachsenen als hilfreich beschrieben wurden, um es in ihren Alltag übertragen zu können. Oft hörte ich den Satz: „Wenn ich das vor einigen Jahren schon so gesehen / gewusst hätte, dann wäre wahrscheinlich einiges anders gelaufen!“ Im Laufe der Jahre entwickelte sich bei mir der...
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