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Open Source Software: Wirtschaftlichkeitsanalysen - Softcover

Hennig, Stephan

 
9783954851751: Open Source Software: Wirtschaftlichkeitsanalysen

Inhaltsangabe

Es scheint verlockend zu sein, die IT-Budgets durch lizenzkostenfreie Software zu entlasten und so einen Weg zu sinkenden IT-Gesamtkosten einzuschlagen. Das vorliegende Buch gibt Antwort auf folgende Fragestellungen: Wie sollen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gegenüber Open Source Software positionieren? Welche strategischen Aspekte sind beim Einsatz von OSS in KMU bedeutsam? Sinken die Total Cost of Ownership (TCO) durch den Einsatz von OSS? Hier sind widersprüchliche Aussagen und Empfehlungen in Studien und Veröffentlichungen bezüglich OSS zu klären. Und gibt es noch andere entscheidungsbeeinflussende Kriterien wie beispielsweise Benutzerakzeptanz oder technologische Trends, und welches Gewicht haben diese Kriterien auf die Entscheidungsfindung? Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die kritische Auseinandersetzung mit Open Source Software. Die wichtigsten Kompensationseffekte werden identifiziert und quantifiziert. Andere, z.B. qualitative oder psychologische entscheidungsbeeinflussende Faktoren, werden ebenfalls berücksichtigt und in die Gesamtbeurteilung einbezogen.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Textprobe:
Kapitel 4, Die Rolle von Open Source Software im Strategischen IT-Management:
4.1, Strategisches IT Management:
Im Folgenden soll der Begriff Strategisches IT-Management und Informationsmanagement als inhaltsgleich verstanden werden.
Das Informationsmanagement ist eine der Hauptaufgaben des dispositiven Faktors. Dabei begreift das Informationsmanagement die Information als strategischen Erfolgsfaktor und soll dazu beitragen, die Unternehmensziele unter Einsatz der Informationstechnologie zu erreichen.
Der Nutzen der Informations- und Kommunikationstechnologie wird daran gemessen, welchen Beitrag sie zur Verbesserung der Wettbewerbsposition und zur Ausschöpfung der Erfolgspotenziale des Unternehmens liefert. Die Planung und Gestaltung der IT-Infrastruktur muss deshalb strategisch und mit langfristiger Perspektive vorgenommen werden.
Die strategische Bedeutung von ICT hat in den letzten Jahren zugenommen, da nahezu alle Prozesse in Unternehmen jeder Größenordnung heute von IT maßgeblich beeinflusst werden.
Während früher IT überwiegend als Unterstützungsfunktion angesehen wurde, ist sie heute Teil des Geschäfts. Der Bereich IT wird in den Unternehmen aufbauorganisatorisch heute deutlich höher positioniert als noch vor 20 Jahren.
Ein wichtiges Indiz ist, dass auch auf oberster oder zweithöchster Ebene eine verantwortliche Stelle, z.B. in Form eines CIO, zu finden ist, die sich mit dem strategischen IT-Management explizit beschäftigt.
4.2, Hauptaufgaben des strategischen IT-Managements:
Als Kernaufgaben des Informationsmanagements kann man zusammenfassen:
Entwicklung und Fortschreibung eines Gesamtkonzepts der betrieblichen Informationssysteme, unter besonderer Berücksichtigung der Abhängigkeiten von den Unternehmenszielen und der Nachweis des Leistungsbeitrags zum Erreichen strategischer Unternehmensziele (IT-Bebauungsplan).
Entscheidungen hinsichtlich der Informationsinfrastruktur bezüglich der eingesetzten Hardware und einer Softwarestrategie.
Festlegung der Aufbauorganisation, einschließlich aller Entscheidungen über In- und Outsourcing.
Im Rahmen dieser Arbeit wird der Blickwinkel auf den Punkt Softwarestrategie eingeschränkt.
Die Softwarestrategie beschränkte sich oftmals darauf, Individualsoftware durch Standardsoftware zu ersetzen. Tatsächlich hat der Anteil von Individualsoftware abgenommen. Allerdings sind keine Angaben darüber zu finden, ob beim Wechsel auf Standardsoftware, nicht erheblicher Programmieraufwand in das Customizing geflossen ist.
Eine allgemeingültige Aussage zugunsten von Standard- oder Individualsoftware ist nicht möglich. Im operativen Bereich der Administration und Disposition wird überwiegend Standardsoftware eingesetzt. Für individuelle Lösungen und insbesondere zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen spielen Eigenentwicklungen oder erhebliche Weiterentwicklung von Standardsoftware eine bedeutende Rolle.
Für KMU gibt es in den meisten Fällen keine Alternative zu Standardsoftware, da die Kapazität für eigene Entwicklungen nicht vorhanden ist.
Umso bedeutsamer ist für KMU die Frage, wie aus den vorhandenen Möglichkeiten Wettbewerbsvorteile durch die Softwarestrategie gewonnen werden können und welche Rolle OSS dabei spielt. Stellt OSS für das Unternehmen Standardsoftware oder Individualsoftware dar? Der Standardanteil wird üblicherweise überwiegen.
Da KMU regelmäßig nur eingeschränkte Softwareentwicklungskapazitäten vorhalten, soll die Prämisse gelten, dass von den Möglichkeiten der internen Weiterentwicklung kein oder nur geringer Gebrauch gemacht wird.
4.3, Anwendungssoftware-Strategien
Anwendersoftware kann entweder als Standardsoftware am Markt gekauft werden oder die Anwendersoftware wird als Individualsoftware selbst vom Unternehmen entwickelt. Bei der Auswahl neuer Software für den Einsatz im Unternehmen muss zuerst die Frage nach den Wettbewerbsvorteilen beantwortet werden, die durch eine Eigenentwicklung erreicht werden

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