75 Pasta-Rezepte zum Nachkochen und spannende Geschichten über Pasta, Köche und Südtirol
In seiner direkten Sprache stellt Markus Holzer, der eingefleischte Südtiroler Jungkoch, den Leserinnen und Lesern seine Welt der Pasta und Nudeln vor.Auf humorvolle und unterhaltsame Weise werden die verschiedensten Geheimnisse gelüftet. Wie man es schafft, dass die Sauce an der Nudel hängenbleibt und nicht nur am Tellerboden. Warum das Abschrecken der Nudeln mit kaltem Wasser Sünde ist. Viele weitere wertvolle Tipps, direkt aus seiner Mountain Dining Küche in Innichen.Dies alles wird verpackt, in spannende Geschichten aus seiner Zeit in Deutschland, Italien und natürlich Südtirol. Wobei auch nicht immer alles glatt lief. Er wirft einen Blick auf seine Landsleute, seine Heimat Südtirol und verschafft einen einzigartigen Einblick in das Leben der Köche.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Wie der Titel schon sagt, ich war nicht immer ein guter Koch, wu rde sogar behaupten, ich war besonders untalentiert. Jedenfalls empfand ich es selber stets so. Ru hrte ich als Kind zuhause den Milchreis um, brannte er trotzdem an. In der Hu tte, die meine Eltern gepachtet hatten, war ich Tellerkosmetiker und begann dann langsam, den Ko chen mit zu helfen. Die Kekse, die ich ins Backrohr schob, waren meistens schon in Sterzing (von Su dtirol aus gesehen, kurz vor dem Brenner ) am Verbrennen also. Meine Kuchen glichen einem Vulkankrater in der Mitte ein tiefes Loch und schwarz. Ich schaffte es immer, viel zu viel Salate vorzubereiten, die dann schon beinahe von alleine den Weg in die Tonne fanden.Meine ersten Gehversuche beim Strauben backen (eine Su ßspeise aus meiner Heimat) katastrofu rchterlich. Dazu eine kurze Erkla rung: Eine Straube (oder ein Strauben) wird zubereitet, indem man eine Art Pfannkuchenteig durch einen Trichter ins heiße Backfett rinnen la sst. Dabei entstehen recht abenteuerliche Formen. Bei mir waren sie meistens besonders abenteuerlich. Entweder ich vergaß, das Geba ck umzudrehen, dann gab es die Yin & Yang-Straube auf einer Seite schwarz, auf der anderen weiß. Oder der Teig war zu flu ssig und das Ding zerfiel in tausend Bestandteile. Manchmal war er zu dickflu ssig und ich musste ihn durch den Trichter locken . Am ha ufigsten aber vergaß ich, dass ich die Flamme unter dem Backfett eingeschaltet hatte. Wenn von den Ko chen der Kommentar kam Welche Straße mo chtest du heute teeren? dann wusste ich, dass es in meinem Fettto pfchen heiß her ging und das Frittiero l wieder einmal kohlschwarz war.Abgesehen davon, hatte ich noch ein paar weitere Eigenschaften, die nicht unbedingt fu r eine Karriere als Koch sprachen. Ich war vor allem langsam. Ich ging langsam, ich dachte langsam, ich checkte langsam, ich kochte langsam, ich aß langsam ... das einzige was schnell ging, ich wurde schnell mu de. Natu rlich durfte ich mir deswegen viel von meinen Kollegen anho ren. An einem Ort hieß es Wu rdest du bitte mal den ersten Gang rein machen? Du la ufst ja auf Stuhl-Gang! Andernorts hatte mir ein Mitarbeiter den Spitznamen Landsmann gegeben, weil er aus derselben Ecke Su dtirols wie ich stammte. Was reimt sich auf Landsmann ? Richtig langsam ! Das wurde natu rlich voll ausgekostet. In Florenz holte mich mein Chef zur Seite und sagte mir, ich sei etwas zu langsam. Hier muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass zu der Zeit absolut nichts los war und alle in der Ku che (inklusive des Ku chenchefs) rumstanden und Eier schaukelten. Warum er mich rausholte, weiß ich nicht, aber ok. Dies nistete sich natu rlich alles in meinem Kopf ein und ich wurde eher noch langsamer.Was außerdem noch furchtbar war, mein Ordnungssinn. Auf meinem Arbeitsplatz herrschte immer das absolute, totale Chaos. Schnitt ich ein Bund Schnittlauch, so fand man diesen in der ganzen Ku che. Ich schaffte es immer, den gesamten Herd wegen eines einzigen Gerichts zu versauen. Meine Kochjacke war eine Katastrophe. An ihr konnte man genau ablesen, was ich an diesem Tag gemacht hatte. Hatte ich meine Mise-en-place (Fu r Nichtko che: Meine Vorbereitungen fu r den Mittags- bzw. Abendservice) abgeschlossen, schaffte ich es nie, meinen Arbeitsplatz aufzura umen, bevor der Service los ging. Nein, wa hrenddessen wurde das Chaos noch gro ßer. Auf den Regalen konnte man schreiben, im Ku hlschrank befand sich vieles, was schon fast wieder lebendig wurde. Ich verwendete fu r alles unpraktische Beha lter, sodass die Unordnung noch gro ßer wurde und ich immer am Suchen war. Das kostete nicht nur meinen Mitarbeitern Nerven, sondern auch mich.Was noch gegen mein Talent sprach, war das Resultat meiner Gesellenpru fung. Ich hatte zuvor meine Matura am Realgymnasium abgeschlos- sen. Was auch Reifepru fung genannt wurde, ist heute von jedem mit links zu schaffen. Ich hatte mein Abitur und war Tellerwa scher, wofu r es ja auch keiner besonderen Einschulun
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