Nicht zuletzt durch die Verfilmung von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1971 zählt A Clockwork Orange (1962), dt. Uhrwerk Orange, zu den bekanntesten Werken des britischen Schriftstellers Anthony Burgess. Auch wenn er sich später gewünscht hat, diesen Roman nie geschrieben zu haben, da er ihn Zeit seines Lebens nicht mehr losließ.

Am 25. Februar 1917 in Manchester geboren, verlor Burgess bereits früh seine Mutter und Schwester. Von seinem Vater verstoßen, wuchs er zunächst bei seiner Tante, danach bei seiner neuen Stiefmutter auf. Da er sich sehr einsam fühlte, brachte er sich selbst das Lesen bei, aus Leidenschaft zur Musik später auch das Klavierspielen. Bis zu seinem Tod schrieb er immer wieder Musikstücke, die jedoch nie bekannt wurden. Nachdem er für das Musikstudium nicht angenommen wurde, studierte er in Manchester Englische Literatur.

Nach seinem Studium trat er der Army bei und lehrte auf Gibraltar Deutsch, Französisch und Spanisch. Ab 1946 arbeitete er als Lehrer in England und kurze Zeit später in Malaysia. Dort schrieb er seinen Roman A Long Day Wanes, der in Malaysia verboten wurde und auch heute dort noch nicht gut aufgenommen wird. Hintergrund des Werkes bildet die Kolonialvergangenheit Malaysias.

Als Burgess mitgeteilt wurde, er habe einen Gehirntumor und nur noch ein paar Monate zu leben, widmete er sich ganz dem Schreiben. Diese Nachricht erwies sich jedoch später als Fehldiagnose.

Neben Englisch beherrschte Burgess eine Reihe anderer Sprachen, darunter Deutsch, Spanisch, Italienisch, Walisisch und Malaiisch. Auf einer Schiffsreise nach Leningrad frischte er sein Russisch auf, was ihn auf den Slang Nadsat brachte, den er sich für A Clockwork Orange ausdachte.

Zeitlebens blieb Anthony Burgess ein Außenseiter in literarischen Kreisen. Sein umfangreiches Werk blieb dabei immer überschattet durch den immensen Erfolg von A Clockwork Orange. Nichtsdestotrotz verdiente er mit seinen Romanen mehrere Millionen. 1993 starb er in London an Lungenkrebs.