Agatha Christies erster Roman entstand auf eine Wette hin: Sie soll mit ihrer Schwester gewettet haben, dass es ihr gelinge, eine Detektivgeschichte zu schreiben, bei der es keinem Leser gelingen könne, den Täter selbst zu entlarven. Das Rätseln um den wahren Täter stellt das größte Vergnügen beim Lesen ihrer 66 Detektivromane dar. Dabei wartete Christie immer wieder mit falschen Fährten und überraschenden Wendungen auf. Ein besonderer erzählerischer Kniff war es auch, der ihr mit ihrem sechsten Krimi Alibi zu einem sprunghaften Anstieg ihrer Popularität verhalf. Der Ich-Erzähler des Romans, der dem Detektiv Hercule Poirot bei der Aufklärung des Mordes zur Hand geht, wird im letzten Kapitel als Täter überführt. Das Buch wurde 2014 von der Crime Writers‘ Association zum besten Krimi aller Zeiten gewählt und Christie selbst betrachtete Alibi als ihr Meisterwerk.

Auch ansonsten lesen sich Christies schriftstellerische Erfolge wie eine Liste von Superlativen: Laut Guiness Buch der Rekorde ist sie mit rund 2 Milliarden verkauften Exemplaren die bestverkaufteste Autorin aller Zeiten und laut Index Translationum der Autor mit den meisten Übersetzungen (mindestens 103 Sprachen). Allein Und dann gabs keines mehr (in Deutschland auch unter den Titeln Zehn kleine Negerlein und Das letzte Weekend veröffentlicht) verkaufte sich weltweit mehr als 100 Millionen Mal.

Ein besonderes Highlight von Christies Romanen sind auch die ungewöhnlichen Schauplätze, die von englischen Landhäusern über ein Kreuzfahrtschiff auf dem Nil bis zum berühmt berüchtigten Orient-Express reichen. Dabei verwendete sie meist Handlungsorte, die sie selbst besucht hatte. Ihr kam zugute, dass sie bereits in ihrer Jugend viel gereist war und ab den 30er Jahren ihren zweiten Ehemann, den Archäologen Max Mallowan, auf vielen seiner Expeditionen in den Mittleren Osten begleiten konnte.

Mit ihren Detektivromanen, allen voran mit ihren Hauptpersonen Hercule Poirot und Miss Marple prägte sie nicht nur das goldene Zeitalter des Detektivromans, sondern rettete sogar mindestens drei Menschen das Leben. Es sind mehrere Fälle bekannt in denen nach der Lektüre von Das fahle Pferd die darin geschilderten Symptome einer schleichenden Thallium-Vergiftung gerade noch rechtzeitig erkannt wurden..