Raymond FedermanRaymond Federman

Raymond Federman wurde 1928 in Paris geboren. Laut eigener Aussage war der Tag seiner wirklichen Geburt jedoch der 16. Juli 1942: Es war der Tag, an dem Federmans ganze Familie – die Eltern und seine beiden Schwestern – nach Ausschwitz deportiert und dort später getötet wurde. Federman überlebte, da seine Mutter ihn in einem Wandschrank versteckte. Dieses einschneidende Erlebnis sowie die nachfolgenden bewegten Jahre boten ihm immer wieder Stoff für Romane, Gedichtbände und Essays.

Raymond Federman sah sich selbst vor allem als Romanautor und prägte im Laufe seiner Schriftstellerkarriere zwei Literaturstile, von denen er selbst immer wieder Gebrauch machte. Die sogenannte Surfiction enthält viele autobiografische Elemente, distanziert sich aber auch von diesen, indem sie ausschmückt, auslässt und übertreibt. Unter dem Begriff der Laughterature fasste Federman seine oft trotz der Thematik humoristischen Werke zusammen, denn lachen bedeutete für ihn überleben. Auf seinem Blog ist zu lesen: "Lache: ja, denn wenn irgendwer irgendwo auf der Welt weint gibt es immer irgendwen anders, der woanders lacht: glückliches Gleichgewicht! Es verfehlt nie seine normale Ausgeglichenheit: lachen oder weinen, letztlich ist es alles das Gleiche!"

So halten sich die Tragik und die Komik auch in seinem Debütroman Double or Nothing die Waage. Der Roman erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich für ein Jahr in einem Zimmer einschließt. Er will die Geschichte eines anderen Mannes aufschreiben, die ihm ein dritter Mann erzählt. Beschrieben wird sie aus der Sicht eines vierten Mannes. 1986 erschien eine deutsche Ausgabe unter dem Titel Alles oder Nichts in der Reihe Die andere Bibliothek. Das Werk ist ein herausragendes Beispiel für die Macht der Typografie und wie sie den Text begleiten, untermalen und ausschmücken kann. Gemeinsam mit Raymond Federman kleidete Herausgeber Franz Greno die Geschichte in ein außergewöhnliches Gewand und schuf so ein wahres Highlight der Buchkunst.

Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in die Typografie dieses ungewöhnlichen Buches gewähren. Entdecken Sie zudem eine Auswahl weiterer Werke Raymond Federmans.


Inszenierende Typografie in Raymond Federmans Alles oder Nichts

 
 


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