„Entweder Dichter oder gar nichts“ – so lautete der Berufswunsch des jungen Hermann Hesse, der bereits als 10-Jähriger sein erstes Märchen geschrieben hatte. Seine Ausbildung als Buchhändler brach er konsequenterweise nach drei Tagen ab, machte dann aber eine Lehre als Mechaniker in einer Turmuhrenfabrik. Den hohen schulischen Druck seiner Jugend sowie seine Erfahrungen in einer monotonen, intellektuell unerfüllenden Tätigkeit verarbeitete Hesse in seinem Roman Unterm Rad. Ein zweiter Versuch einer Ausbildung im Buchhandel eröffnete ihm Zugang zur Literatur und eine erste finanzielle Unabhängigkeit, die ihm erlaubte, seinen schriftstellerischen Ambitionen nachzugehen.

Die erster Gedicht- und Prosasammlungen verkauften sich schleppend, der Durchbruch kam erst mit der Veröffentlichung seines ersten Romans Peter Camenzind im S. Fischer Verlag. Und er schrieb und schrieb und schrieb. Wenn er nicht gerade an Gedichten, Erzählungen, Märchen oder Romanen arbeitete, schrieb er trotzdem unermüdlich. Insgesamt verfasste Hermann Hesse über 3.000 Buchrezensionen, die in 60 verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften erschienen sowie unzählige weitere Artikel. Auch seine Korrespondenzen mit Bewunderern, Freunden und Geschäftspartnern wollte der unermüdliche Schreiber keinem Sekretär überlassen und bearbeitete diese selbst: Heute sind noch mehr als 17.000 Briefe aus der Feder des Schriftstellers erhalten, besonders aus dem Briefwechsel mit seinem Verleger Samuel Fischer und dessen Frau Hedwig. Viele seiner Briefe und Gedichte hat Hesse, der in seiner Freizeit gerne malte, mit eigenhändigen Illustrationen versehen, welche die Briefe zu begehrten Sammlerobjekten machen.

Zu Hesses größten schriftstellerischen Erfolgen zählen Der Steppenwolf, Siddharta und Das Glasperlenspiel. „Für seine inspirierten Werke, die mit zunehmender Kühnheit und Tiefe die klassischen Ideale des Humanismus und hohe Stilkunst verkörpern“ wurde Hesse 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.



Werke von Hermann Hesse