Karl May (1842-1912) prägte die literarische Welt des Wilden Westens wie kein anderer. Er ist bis heute Deutschlands produktivster und meistgelesener Autor.

Der Weg zu Ruhm und Ehre war jedoch ein mühsamer für Karl May. In jungen Jahren kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, ganz im Gegensatz zu seinen ehrenhaften Helden Winnetou, Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi nahm May es mit Ehrlichkeit und Moral nicht so eng. Er beging Diebstähle, nahm falsche Identitäten an und bediente sich immer wieder eines unechten Doktortitels (Dr. phil.). Aus diesem Grunde saß Karl May des Öfteren im Zuchthaus ein. Erst im Alter von 32 Jahren schaffte er es, seinen Unterhalt auf legalem Wege zu verdienen.

Es war die Zeit der Industrialisierung. Lesen wurde populär, doch Bücher waren teuer und nicht für jedermann erschwinglich. Eine neue Vertriebsart von Romanen war die Kolportage. Karl May, erst frisch aus dem Zuchthaus entlassen, begann seine Karriere als ärmlicher Zeitschriftenredakteur solcher "Groschenromane". Woche für Woche unterhielt er die neue Leserschaft meisterlich.

Mit seinen spannenden Abenteuergeschichten entführte Karl May seine Leser gekonnt aus ihrem tristen Alltag und nahm sie mit auf ferne, exotische Kontinente. Das Vermächtnis des Inka führt nach Südamerika, Im Lande des Mahdi I-III beschreibt Ägypten und den Sudan und in Winnetou I-III erlebt der Leser den Wilden Westen Amerikas.

May selbst war es erst viel später möglich, an die Schauplätze seiner Romane zu reisen. So sind die Lebendigkeit und Detailfreude seiner Beschreibungen umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Karl Mays Bild vom Wilden Westen fast vollständig seiner Phantasie entsprang. Durch den Reihentitel Reiseerzählungen erzeugte Karl May gezielt den Eindruck, seine Bücher basierten auf seinen eigenen Erfahrungen. Immer wieder brachte ihm dies auch Kritik ein. Die intensive Traumwelt, die sich Karl May schuf, nahm ihn völlig ein. Er lebte in ihr und zerbrach letztendlich an der Unfähigkeit, Fiktion und Realität trennen zu können.

Zahlreiche Biografien und Studien, die Sie in unserer Auswahl finden, beschäftigen sich mit dem Mythos Karl May.
Auch nach seinem Tod gab es noch Aufruhr um seine Person. 1950 verschmähte die DDR Karl May als Unmensch, der die Jugend verderbe. Der Karl-May-Verlag sah sich daraufhin gezwungen, nach Bamberg überzusiedeln. Erst Jahre später, auf Drängen von Karl-May-Interessengemeinschaften, erlebte die DDR die Karl-May-Wende. Schließlich veröffentlichte der Berliner Verlag Neues Leben wieder Karl Mays Werke in der DDR, die von nun an kurioserweise zur "Vertiefung des sozialistischen Heimatbewusstseins" genutzt wurden.

Aus dem Werk Karl Mays

Gesammelte Werke

Interessantes über Karl May

Sammlungen zu Karl May und seinem Werk

Suchen Sie nach Büchern von Karl May auf AbeBooks:

Beachten Sie auch unsere Seiten zum Thema: