Diskussion im Vorfeld über mögliche Krisen während einer Olympiade, wie in diesem Jahr bei den XXIX. Olympischen Sommerspielen in Beijing, sind nichts wirklich Neues. Die Olympischen Spiele waren im Laufe ihrer modernen Geschichte oftmals Ziel und Schauplatz von Betrugsvorwürfen, Dopingskandalen, Rassismus, Terrorismus und Kriegshetzerei.

Bereits im Jahr 1912 kam es im Rahmen der fünften Sommerolympiade zum Eklat, als der US-amerikanische Athlet Jim Thorpe seine Medaillen zurückgeben musste. Es stellte sich heraus, dass Thorpe bereits zwei Jahre lang in einer halbprofessionellen Baseball-Liga gespielt hatte, obwohl dies gegen die zu jener Zeit geltenden Amateur-Bestimmungen verstieß. Seitdem zogen die Skandale im Rahmen olympischer Spiele stets weltweite Aufmerksamkeit auf sich.

 

1936 – Berlin, Deutschland

Unter Adolf Hitler entwickelten sich die olympischen Sommerspiele 1936 zu einer gigantischen Propagandaveranstaltung für das Nazi-Regime. Der sportliche Erfolg des afro-amerikanischen Athleten Jesse Owens durchkreuzte jedoch den von Hitler erwarteten Siegeszug der arischen Rasse.

Amtlicher Führer zur Feier der XI.Olympischen Spiele Berlin 1936

Amtlicher Führer zur Feier der XI.Olympischen Spiele Berlin 1936

Organisationskomitee für die XI.Olympiade Berlin

Reichssportverlag Berlin 1936. illust. Buchdeckel, Pappband, mit einer Vielzahl von Abbildungen, mit einer Karte.

Des jeux et des crimes : 1936 Le piège blanc olympique

Der Sport-Führer

Achim Laude, Wolfgang Bausch

Dieses Buch dürfte im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele für Diskussionen sorgen. Carl Diem, Olympia-Organisator von 1936 und Gründer der Sporthochschulen Berlin und Köln, gilt bis heute als legendäre Figur der deutschen Sportgeschichte. Weniger bekannt sind seine damaligen Annäherungen an die nationalsozialistische Ideologie. Diems Mythos geriet ins Zwielicht, als sich der ehemalige ZDF-Chefredakteur Reinhard Appel an eine pathetische Durchhalterede Diems vom März 1945 erinnerte. Unser Buch berichtet nun ausführlicher über Diems Wirken während der Nazi-Zeit. Erstmals veröffentlichte Dokumente belegen, dass Diem jahrelang kriegsverherrlichende Propaganda und Durchhalteparolen verbreitete. Das offizielle Bild eines politisch integren Sportführers beruht auf Fälschungen oder Unkenntnis. Der Fall Diem ist dabei exemplarisch für eine unzulängliche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit im deutschen Sport.

Die Nazi Olympiade - Die olympischen Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen

Gerhard Zwerenz

Frankfurt, März, 1972. Unveränderter Nachdruck des Offiziellen Olympia Albums von 1936. Zwei Bände in einem. Am Rücken löst sich stellenweise die Schutzfolie, sonst guter Zustand

1972 - München, Deutschland

Am 5. September 1972 drangen acht palästinensische Terroristen in das olympische Dorf ein und nahmen elf israelische Sportler als Geiseln. Bis zum finalen Rettungsschlag vergingen 18 Stunden an dessen Ende der Tod von fünf der Terroristen, aller elf Geiseln und eines deutschen Polizisten stand.

Schwarzer September

Schwarzer September

George Jonas

Knaur Verlag, München, 2006. 1. Auflage. 509 Seiten.

Olympische Spiele München 1972

Olympische Spiele München 1972

Valerio Adami

Edition Olympia, Germany, 1972.

Die Rächer

Die Rächer

Aaron J. Klein

Wie der israelische Geheimdienst die Olympia-Mörder von München jagte. Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt. Remi-Exemplare mit leichten äußeren Mängeln, jedoch in gutem Zustand. Übersetzung: Christiane Bergfeld, Susanne Kuhlmann-Krieg, Sigrid Langhaeuser.

1980 – Moskau, UdSSR

Aus Protest gegen die 1979 erfolgte sowjetische Invasion in Afghanistan verweigerten die USA die Teilnahme an den olympischen Spielen. 62 weitere Länder schlossen sich daraufhin den USA an. 15 weitere Nationen marschierten zum Auftakt mit der olympischen Flagge statt mit ihren Landesfarben in das Stadion ein. Auch zur Medaillenverleihung wurde die olympische Hymne statt der jeweiligen Landeshymne gespielt. Ironischerweise nahm Afghanistan selbst nicht an dem Boykott teil.

Der US-Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau

Thomas Wiegand

Vdm Verlag Dr. Müller, 2008. Der Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau war ein zentrales Element der Sanktionsmaßnahmen, die die amerikanische Regierung unter Präsident Jimmy Carter als Reaktion auf die sowjetische Intervention in Afghanistan Ende Dezember 1979 verhängte. Insgesamt verweigerten 65 Nationen die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau, darunter große Sportnationen wie die USA, die Bundesrepublik Deutschland, Kanada, Japan und die Volksrepublik China. Der Autor Thomas Wiegand untersucht, woher die Boykottidea stammte, wie die interne Diskussion innerhalb der Carter-Administration verlief, welche Gründe die Carter-Regierung für den Boykott hatte, welche Argumente die Carter-Regierung für den Boykott verwendete, welche Ziele die Carter-Regierung mit dem Boykott verfolgte und wie die nationale und die internationale Boykottkampagne verliefen. Die einleitenden Kapitel über die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen Ende der 1970er Jahre und die politische Geschichte der Olympischen Spiele im 20. Jahrhundert stellen den Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau in einen größeren historischen Rahmen.

1984 – Los Angeles, USA

Im Zuge des Kalten Krieges beantworteten die Sowjetunion und ihre Alliierten den Boykott der USA 1980 ihrerseits mit einem Boykott der Sommerspiele 1984. Offiziell wurde jedoch die Sorge um die Sicherheit der Athleten aufgrund anti-sowjetischer Stimmung in den USA als Begründung genannt.

Moskauer Spiele

Günter R. Müller, Dieter Kühnle

Gütersloh. Bertelsmann, ca 1985. Olympia im Zwielicht. Bericht, Kritik, Kommentar. Hrg. von der Fotoagentur Sven Simon. Über die Wechselbeziehungen zwischen Sport und Politik (Boykott). Mit zahlreichen zum Teil farbigen Fotografien.

1988 – Seoul, Südkorea

Überschattet wurden die Spiele in Südkorea durch den positiven Dopingtest des kanadischen Sprinters Ben Johnson. Als Konsequenz wurden ihm Goldmedaille und Weltrekord aberkannt, die er im Wettkampf gegen seinen Rivalen Carl Lewis errungen hatte. Mit diesem Vorfall rückte auch die Bedeutung von Dopingtests mehr in den Vordergrund der Spiele und machte deutlich, dass nicht nur Sportler der damaligen DDR verbotene Mittel zur Leistungssteigerung nutzten.

Olympia 88 - Die Spiele der XXIV. Olympiade in Soul

Olympia 88 - Die Spiele der XXIV. Olympiade in Soul

Sportverlag, Berlin. Erschienen um 1988. Reichhaltig illustriert mit zahlreichen, überwiegend s/w, Abbildungen. Großformatige Broschüre zu den Olympischen Spielen 1988 in Seoul unter besonderer Berücksichtigung der Erfolge der DDR - Sportler.

Die unendliche Doping-Story

Klaus Ullrich Huhn

Spotless, Berlin, 1997. Recht pauschal wurde der DDR-Sport nach der "Wende" unter den Verdacht gestellt, die Medaillenerfolge der DDR bei Weltmeisterschaften und Olympiaden wären nur durch systematische Dopingvergehen ermöglicht worden. Der Autor nimmt sich dieser Vorwürfe aus einer Perspektive an, die differenziert, im Zweifel jedoch eher für die DDR Partei nimmt. Immerhin war Huhn ja auch langjähriger Sportreporter des SED-Organs "Neues Deutschland".