Die teuersten Buchkäufe
Das teuerste Buch der Welt?
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Der Naturforscher Beispielseite aus Der Naturforscher

Ein Streifzug durch die Liste der teuersten Buchkäufe 2013 zeigt, dass wissenschaftliche Literatur hoch im Kurs war. Ganz oben auf der Liste befindet sich die Zeitschrift Der Naturforscher aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, die vielfältige Themen rund um Flora und Fauna enthält. Nicht nur sind die Bilder schön anzusehen, aber der Inhalt der Fachzeitschrift verdeutlicht dem heutigen Leser den Wissensstand von damals. An zweiter Stelle steht Lagranges Werk über die analytische Mechanik, die der Mathematiker begründete.

Des Weiteren wurden zwei wertvolle Faksimiles verkauft: der Codex Manesse und das Stundenbuch der Anne de Bretagne. Faksimiles sind perfekt dazu geeignet, die Entstehungszeit der Originale wieder aufleben zu lassen. Auch die fiktionale Literatur ist nicht zu kurz gekommen; verkauft wurden Gedichte von Charles D'Orléans und Komödien von Miguel de Cervantes.

Welche weiteren Werke sich dieses Jahr für 3.000 Euro und mehr verkauft haben, entdecken Sie auf der folgenden Liste – viel Spaß beim Stöbern!


Die teuersten Buchkäufe auf AbeBooks 2013

1. Der Naturforscherca. 48.000 €
Die Zeitschrift Der Naturforscher wurde zwischen 1747 und 1804 von Johann Ernst Immanuel Walch und Johann Christian Daniel Edler von Schreber herausgegeben und widmete sich Themen wie Entomologie, Mineralogie, Geologie, Zoologie und Botanik. Die insgesamt 30 Ausgaben wurden hier in 13 Bänden gesammelt verkauft, die teilweise in zeitgenössisches Kalbsleder eingebunden sind, teilweise in Halbleder.

Méchanique analitique Mécanique analitique
Joseph-Louis Lagrange

2. Mécanique analitique von Joseph-Louis Lagrangeca. 10.360 €
Joseph-Louis Lagrange war ein bedeutender Mathematiker und ist vor allem aufgrund seiner Arbeit im Bereich der Analysis, Zahlentheorie und Mechanik bekannt. Auf Empfehlung d'Alamberts hin wurde er nach Leonhard Euler Direktor der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. In seiner Zeit dort entstand die hier verkaufte Méchanique analitique, die 1788 erschien. Die Erstausgabe ist in zeitgenössisches Kalbsleder gebunden.

3. Codex Manesseca. 6.600 €
Das Faksimile des Codex Manesse wurde zwischen 1925 und 1927 vom Insel-Verlag in Leipzig in einer Auflage von 320 Stück hergestellt und ist mit einem weißen Schweinslederband und Goldprägung versehen. Der Codex Manesse – auch Große Heidelberger Liederhandschrift oder Manessesche Liederhandschrift genannt – entstand zwischen 1300 und 1340 in Zürich und ist die umfangreichste Sammlung mittelhochdeutscher Lied- und Spruchdichtung. Auch wegen der farbenprächtigen ganzseitigen Miniaturen, die den Strophen vorangestellt sind, wurde diese Handschrift weltberühmt.

4. Historia Genealogica Da Casa Real Portugueza von Antonio Caetano Sousaca. 6.000 €
Die Erstellung dieses monumentalen Werkes über die Genealogie des portugiesischen Adels dauerte 23 Jahre und konnte erst ein Jahr vor Tod des Klerikers Sousa fertiggestellt werden. Das hier verkaufte Faksimile stammt aus den Jahren 1946-1955 und umfasst 26 Bände.

Poèmes Poèmes
Charles D'Orléans

5. Poèmes von Charles D'Orléansca. 4.100 €
Diese von illustrierte Ausgabe der Poèmes entstand im Jahre 1950. Enthalten sind 100 originale Lithografien von Matisse, davon nehmen 54 eine ganze Seite ein. Auf diese Weise erhält das Werk des Dichters D'Orléans aus dem 15. Jahrhundert ein neues Gesicht. Die Gedichtausgabe ist limitiert auf 1230 Stück und ist von Matisse handsigniert.

6. Mémoires relatifs à la cour de Louis XV von Marquis d'Argensonca. 4.000 €
Diese Memoiren von René-Loius de Voyer, Marquis d'Argenson, stellen ein außergewöhnliches Portrait des Hofes zur Zeit Ludwig XV. dar und wurde circa 1750 veröffentlicht. Die hier verkaufte Kopie basiert auf de Voyers eigenhändigem Original-Manuskript. Der hochwertige Einband wurde von den Cottys gestaltet und stammt ungefähr aus dem Jahre 1810. Er besteht aus hellbraunem Kalbsleder und ist gerahmt von Reben.

7. Le Livre d'Heures de la Reine Anne de Bretagne, Traduit du Latin et Accompagne de Notices Inedites von Abbé Henri Delaunayca. 3.700 €
Dieses Stundenbuch der Herzogin der Bretagne (1477-1514) wurde aus dem Lateinischen ins Französische übersetzt, ist in rotes Marokkoleder eingebunden und mit zwei schweren Goldverschlüssen versehen. Die Reproduktion umfasst zwei Bände.

Les amours pastorales de Daphnis et Chloé Les amours pastorales de Daphnis et Chloé
Longus

8. Comedias y Entremeses von Miguel De Cervantes ca. 3.600 €
Dieser Band von 1749 enthält Komödien und satirische Einakter, sogenannte "Entremeses", von Miguel de Cervantes, dem Autor von Don Quijote. Die Texte wurden in rotes Leder eingebunden und mit Goldbeschlägen versehen.

9. Les amours pastorales de Daphnis et Chloé von Longusca. 3.550 €
Bei dieser Ausgabe von Longus' Daphnis et Chloé handelt es sich um eine Übersetzung von d'Amyot aus dem 16. Jahrhundert. Die Bilder stammen von Benoit Audran, der sie nach Vorlagen des Regenten Philippe d'Orléans im 18. Jahrhundert umgesetzt hat. Deshalb wird diese Ausgabe von Longus' Klassiker auch "des Regenten" genannt. Eingebunden ist das Buch in einen marrokoroten Umschlag aus zeitgenössischem Leinen.

10. Ausführliche Erläuterung der Pandecten nach Hellfeld von Christian Friedrich von Glückca. 3.500 €
Bei den Pandekten handelt es sich um eine spätantike Zusammenstellung aus den Werken römischer Rechtsgelehrter, die den wichtigsten Teil unserer Überlieferung des römischen Rechts darstellen. Diese Ausführliche Erläuterung bildet das Hauptwerk des deutschen Rechtswissenschaftlers Christian Friedrich von Glück und ist in den Jahren 1790 bis 1830 entstanden. Die hier verkaufte Ausgabe besteht aus 62 Bänden plus vier Register- und vier Ergänzungsbände.

 

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