Beschreibung
8°. 12 SS. Schriftsatz in 7-Punkt Fraktur. OBrosch. (ungeheftet; marginal blass stockfleckig). Seiten etwas knittrig. Gebrauchs- u. leichtere Altersspuren. Gesamthaft weitestgehend sauberes, recht ordentliches Exemplar - - swissbib ('Verecund Schwyzer') nur mit 2 Standorten in Luzern - Motto 'Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele' (Apostelgeschichte IV, 32) - Aszetisch-erbauliche und moralische Predigt mit Betrachtungen zu Zweck und Sinn des Piusvereins mit gewissen Schwerpunkten auf Bildung und Schule : gut möglich, dass hier ein gewisser Zusammenhang besteht mit der Partialrevision der Bundesverfassung von 1866, die in einer Zeit des sich verschärfenden Kulturkampfes mit Bestrebungen zur Säkularisierung des Erziehungswesens stattfand (vgl. HLS, Kulturkampf), aber auch zu den zunehmenden Dissonanzen hinsichtlich des Pontifikats von Papst Pius IX ('Pio Nono'; so z.B. die Enzyklika 'Quanta cura' von 1864 mit dem Syllabus errorum) - "Ich komme [.] aus dem schönen Lande des hochseligen Nikolaus von Flüe, und bringe Ihnen dessen Grüße und dessen Segen, den ich vor meiner Abreise bei der Grabstätte des treuen Sohnes der hl. katholische Kirche und seines lieben Vaterlandes [.] herabgefleht habe." -- Prediger war wohl der Kapuzinerpater Verekundus Schwyzer (1808-1883), von Emmen LU, ein "vielgewünschter Prediger und Volksmissionär, begnadeter Beichtvater, Mitgründer des Frauenklosters auf dem Gubel im Kanton Zug" (E. Achermann, die Kapuziner im Seetal, in: Seetaler Brattig, 4. Jg., 1982, p. 78 f.) - "Mit aller kirchlichen Treue und männlichem Freimute verkündigte er in der aufgeregten Zeit der vierziger und fünfziger Jahre die Rechte und Freiheiten der Kirche" (P. M. Künzle, Die schweizerische Kapuzinerprovinz, 1928, p. 310) - "Zu Beginn des letzten Jahrhunderts musste P. Gaudenz Schultheiss von Schwyz als Prediger sehr beliebt gewesen sein [.]. Während dieser Zeit wurde 1808 einer seiner grössten Nachfolger [an St. Martin zu Altdorf], P. Verekund Schwyzer aus Emmen, in Altdorf geboren und getauft. Seine Mutter war eine Josepha geb. Stadler, sein Vater Josef von Beruf Müller. Wegen seiner Predigt in der Stiftskirche zu Luzern am 8. Dezember 1845 musste P. Verekund infolge politischer Ereignisse aus der Leuchtenstadt fliehen. Er begab sich für längere Zeit nach Rom. Nach diesem Aufenthalt war er von 1851-56 Prediger in Altdorf, wo er zuvor bereits einmal ein Jahr verbracht hatte." (S. Arnold, Kapuzinerkloster Altdorf 1581-1981, in: Hist. Njbl. Uri 72/1981, p. 125) - Sein rednerisches Engagement wurde etwas weniger gnädig von der (radikalen) Gegenseite rezipiert, und so fand er nach dem Sonderbundskrieg entspr. Eingang in Werke der zeitgenössischen Siegerliteratur (s. z.B. J. J. Leuthy, Die neuesten Kriegsereignisse in der Schweiz, 1848, p. 262; J. Amiet, Der siegreiche Kampf der Eidgenossen gegen Jesuitismus und Sonderbund, 1848: "der durch seinen Fanatismus berüchtigte Kapuziner Pater Verekund", p. 185); schon in der Berichterstattung zum Ende des Sonderbundskrieges 1847 war er in der Presse des nahen Auslandes namentlich genannt worden: "der beredteste und populärste Mann des Kantons [Luzern] [.] hatte [.] nicht wenig dazu beigetragen, die gläubigen Gemüther der Bauern zu entflammen. Er wohnte den Gefechten bei Muri und dem Treffen bei Gislikon [i.e. Gisikon LU] bei" (Beilage z. Allg. Zeitg. München Nr. 341, 7. Dez. 1847, p. 2724; ident. in Der Sammler, Beil. z. Augsburger Abendzeitung, Nr. 103, 24. Dez. 1847, p. 410). - Der Piusverein war eine auf Anregung von Josef Ignaz von Ah 1857 gegründete Organisation zur Bewahrung des Glaubens, für christliche Liebeswerke und die Pflege katholischer Wissenschaft und Kultur, ab 1899 Schweiz. Katholikenverein. [.] 1870 zählte er 5'600 Mitglieder in der Deutschschweiz, 2'000 in der Romandie und 800 in der ital. Schweiz. (HLS). - Sprache: de. Bestandsnummer des Verkäufers CH091905
Verkäufer kontaktieren
Diesen Artikel melden