Beschreibung
8°. 48 SS. Schriftsatz in 9-Punkt Antiqua. (O)Rücken-Brosch. Aussenseiten leicht gebräunt u. blass stockfleckig. Alters- u. Lagerungs-, weniger eigentliche Gebrauchsspuren. Gesamthaft weitgehend sauberes, recht gutes Exemplar. - - Professbuch IV, p. 71, Nr. 49/Bibliogr. Nr. 2 - Barth 25002 (datiert 1800/50); nicht bei Haller, Möller u. Bornatico - Digitalis. in aleph.gr (s. swissbib) - ZB Zürich notiert: Dissertation (Hochschulschrift), dat. 1825 u. dt. Titel: Eine kurze und treue Nachricht von der Exemption und Immunität des ehrwürdigen Gotteshauses vor Gericht u. weltlichem Tribunal (beides nicht verifizierbar). PB IV/Bibliogr. Nr. 1 nennt eine Schrift: Über den Zehntenstreit mit der Gemeinde Disentis. In Einsiedeln gedruckt (o.A.; nicht bei Benziger u. nicht in swissbib u. BV Graubünden) - Die Diskussion oder Rechtfertigung, bzw. das Plädoyer oder Gutachten behandelt den rechtlichen Status der Exemtion und Immunität des Klosters Disentis, sowie dessen Freiheiten besonders gegenüber der Gemeinde: "Pertgei han pia ils Keisers, Reigs, e Princis Catholics schiglioc de lur Domini, e Jurisdictiun streings Defensurs tonatont l'Immunitat, & Exemptiun dellas persunas Ecclesiasticas, e dellas Baseilgias, [.] aprobau, e confirmau, sonder con tutta forza de lur Pussonza han ei quella defendiu, schermigiau?" (p. 45) - "1497 gewann die Gemeinde Disentis die Unabhängigkeit von der Abtei bis auf den Zehnten, den sie 1737 auskaufte." (F. Pieth, Bündnergeschichte, 1945, p. 138). - Im Zusammenhang mit der über lange Zeit dauernden Auseinandersetzung um Rechte und Zehnten ist denn auch der vorliegende Traktat zu sehen : "Nachdem das Kloster Disentis 1472 die halbe und 1643 die ganze Kriminaljurisdiktion der Gerichtsgemeinde überlassen hatte, zerfiel die Feudalherrschaft des Fürstabtes immer mehr. Durch diese Entwicklung zur Demokratie wurden allmählich auch die Zehntenrechte bedroht. [.] Der junge Johann v. Castelberg begann 1712 als Landammann der Cadi gegen die Rechte der Abtei aufzutreten. Als [. er] zwei Jahre später zum Landrichter erkoren wurde, beschwor er einen bitteren Streit wegen der Immunität herauf. Unter seiner Führung verlangte der Magistrat der Cadi, Abt und Konvent müssten sich in Zivilsachen dem weltlichen Gericht unterwerfen [.]. [. Nuntius Caracciola] verfasste am 19. Februar 1716 einen Erlass [.] an Hand dessen er die Pfarrherren aufforderte, dem Volk über die Immunität des Stiftes zu predigen. Zudem veröffentlichte P. Maurus Wenzin seine 'Cuorta, mo fideivla Informatiun'. So vermochte das Kloster seine Immunität zu retten." (P. Tomaschett, Der Zehntenstreit im Hochgericht Disentis 1728-1738. In: Jahresber. d. Hist.-Antiqu. Ges. von Graubünden, Bd. 84/1954, p. 49 f.; vgl. dazu auch Iso Müller, Die Abtei Disentis im Kampfe gegen die Cadi zu Anfang des 17. Jahrhunderts; bzw. Das Bündner Oberland und die Abtei Disentis zu Anfang des 19. Jahrhunderts; in: Jahresbericht ec., Bd. 78/1948, bzw. Bündner Monatsblatt 1965, H. 7-8). -- P. Maurus Wenzin (Disentis 1682-1745 ibid.), von Mompe-Tavetsch, Profess 1702, Priester 1706. "Ina quort, mo fideivla Informaziun [.]. Verfasst 1716 und in erweiterter Form 1748 auf Befehl des Abtes Bernhard [Frank von Frankenberg] (ohne Jahr und Ort) gedruckt, später neuaufgelegt. [.] Erregte das Missfallen des Rates von Disentis." (PB IV, loc. cit.). - Sprache: rm. Bestandsnummer des Verkäufers CHGR071701
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