Beschreibung
Berlin, bei Christian Friedrich Voß, 1756, 4°, (38), 348, (12) pp., 43 Kupfertafeln, Halbledereinband d.Zt.; Deckel frisch bezogen; Portrait fehlt; die untere Hälfte der Folio-Situstafel in Faksimile; breitrandig, frisches Expl. KLASSIKER DER GEBURTSHILFE. MOST CELEBRATED MIDWIFE OF THE 17th CENTURY Justine Siegemundin (1651-1705) vollst. Titel: Die Königlich Preußische und Chur-Brandenburgische Hof-Wehe-Mutter, Das ist: Ein höchst nöthiger Unterricht von schweren und unrechtstehenden Gebuhrten, In einem Gespräch vorgestellet, Wie nehmlich, durch Göttlichen Beystand, eine wohlunterrichtete Wehe-Mutter mit Verstand und geschickter Hand dergleichen verhüten, oder wanns Noth ist, das Kind wenden könne; Durch vieler Jahre Übung selbst erfahren und wahr befunden: Gott zu Ehren und dem Nechsten zu Nutz, Auf gnädigst - und inständiges Verlangen Duchlauchtigst und vieler hohen Standes Personen verbessert, mit einem Anhange heilsamer Artzney-Mittel, und mit denen dißfalls erregten Controvers-Schrifften vermehret, Nebst doppelter Vorrede, Kupffern und nöthigem Register zum Druck befördert von Justinen Siegemundin, gebohrner Diettrichin, von Ronnstock aus Schlesien, im Jaurischen Fürstenthum gelegen. Seltene Ausgabe des berühmten Lehrbuches der Siegemundin in einem vollständigen Exemplar. Für ein sonst im Gebrauch zerschlissenes Werk in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand. Erweiterte Edition in der die "Artzney-Mittel" für die Kinder-Mütter in einer Abteilung mit eigenem Titelblatt zusammengetragen sind. Zum Schluss sind die Streitschriften mit dem Leipziger Prof. Petermann abgedruckt. Eines der einflußreichsten Hebammenbücher überhaupt, ein in Text und Abbildungen ganz originales Werk, das nicht auf Vorbildern wie Roesslin und Rueff fußt. Ein Lehrbuch, das für fast ein Jahrhundert ein Thesaurus und Berater war, aus dem Hebammen und Ärzte schöpften. Das Werk ist in Gesprächsform zwischen zwei "friedliebenden Wehemüttern" abgefaßt. Die großformatigen, klaren Abbildungen zeigen diverse Fehllagen, zu deren Behebung die Siegemundin verdienstvolle Neuerungen einführte. Der "doppelte Handgriff" bei der Wendung von Querlagen, sowie die Punktierung der Fruchtblase zur Stillung der Blutung der Placenta praevia verdanken ihre Einführung unserer Autorin. Die Siegemundin hat nur ihre Erfahrung zu Rate gezogen und die Natur zur Lehrmeisterin gemacht. - Ein "Rarissima" der älteren deutschen medizinischen Literatur und eine Zierde jeder gynäkologischen Bibliothek. Rare edition of this classic in Obstetrics and Gynecology. Justine Siegemundin was the most celebrated German midwife of the 17th century. In 1672 she obtained a copy of De Graff's book of generation, which started her on her career as a really scientific midwife. Basically self-taught she developed her skills to the degree that she was made Court Midwife by Frederic III and the royal family of Prussia. The book, a result of her own experience, is of major interest and importance for its original obstetrical illustrations not copied from Roesslin or Rueff. The fact that the work was written in German instead of Latin aroused a great deal of criticism. The major portion of the book consists of a dialogue between Justine and her pupil Christina. Generously illustrated with instructive copperplates, the "Siegemundin" had a great influence and new editions appeared up to 1756. cf. Garrison & Morton 6149 (1st. Ed. 1690); Hirsch V, 394-95; Thomas, Classical Contributions to Obstetrics and Gynecology, pp.54-59; Waller 8294; Fasbender 213-16; Neuburger-Pagel III, 894-96. Bestandsnummer des Verkäufers 62705
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