Hazrat Inayat Khan

Hazrat Inayat Khan ist der Begründer der internationalen Sufi-Bewegung und des internationalen Sufiordens. 1882 in Baroda an der West-Küste Indiens geboren, wurde der Sufi-Mystiker in seiner Heimat als Virtuose der klassischen indischen Musik verehrt. Schon in jungen Jahren wurde dem Sänger und Vina*-Spieler der Titel "Tansen" - bedeutendster Musiker Indiens - verliehen. Sein geistiger Lehrer war Kwaja Abu Hashim Madani. Dieser gab ihm den Auftrag: "Ziehe hinaus in die Welt und bringe den Osten und den Westen mit Deiner Musik in Einklang". Khan emigrierte 1910, um seine Lehre in den Vereinigten Staaten und Europa bekanntzumachen. Seine Kenntnis der durch Musik bewegten Seele war es, die ihm Meisterschaft im "Stimmen menschlicher Seelen" verlieh. Er verstand es damit, uns Europäern das tiefe, alte indische Wissen des Vedanta nahe zu bringen. Seine Sprache war und ist wie Musik, die von ferne in unseren Ohren klingt. Die Lehre, die er in den Westen brachte, ist die "Botschaft von Liebe, Harmonie und Schönheit".

Pir-O-Murshid (persisch: Pir =spiritueller Lehrer; Murshid = hoher spirit. Meister) Hazrat Inayat Khan steht in der uralten Tradition des Sufitums, in der Kette der Meister des Chishti-Ordens, welcher die Botschaft der geistigen Menschheitstradition seit dem 13. Jahrhundert in getreuer Überlieferung verbreitet. Diese brachte der westlichen Welt, in welcher esoterische Traditionen nahezu vollständig verschüttet waren, einen vollständigen metapyhisischen und esoterischen Schulungspfad, welcher in der modernen Welt nicht nur überlebt hat, sondern heute wie einst praktisch umgesetzt und gelebt werden kann.

Sufismus in diesem Sinne ist demnach keine eigene Konfession, sondern die Erkenntnis im Streben auf dem Weg zur Entwicklung wahren Menschentums - in welcher Glaubensrichtung auch immer.

Hazrat Inayat Khan sagte dazu: "Der Sufismus ist die antike Schule der Weisheit, wie sie seit Menschengedenken besteht und in den verschiedenen philosophischen und mystischen Schulen der Menschheit ihren Ausdruck fand. So z.B. in den alten Mysterienschulen Ägyptens, in der Zarathustrischen Tradition; auch Abraham empfing seine Einweihung in diesem Geiste".

Als besondere religiöse Aktivität seines Ordens schuf Khan den konfessionsübergreifenden Universellen Gottesdienst. Dieser gelebten "Einheit im Geiste" - im Gottesdienst wie im Alltag - kommt heute mehr denn je eine integrierende Rolle, neben politischer Verständigung, zu. Als Voraussetzung für mehr Harmonie und Mitmenschlichkeit, indem jeder Einzelne sich auf dem Inneren Pfad entwickelt, um dann auch von der Menschheit verwirklicht werden zu können.

Hazrat Inayat Khan kehrte 1926 nach Indien zurück; 1927 starb er während dieses Aufenthalts in Neu Delhi. Sein Grab ist im Stadtteil Basti, einem Armenviertel im Herzen Neu Delhis.

*wichtiges indisches Solo-Instrument mit 2 Klangkörpern

Informationen zur internationalen Sufigemeinschaft erhalten Sie unter:

www.inayatiyya.de

www.sufi-bewegung.de

www.inayatiyya.at

www.sufismus.ch

www.ruhaniat.org

www.inayatiorder.org

www.sufimovement.org

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