Thomas A. Ruhk

Für mich war das Verfassen von längeren Texten schon von Kindesbeinen an so etwas wie Urlaub - meine Gedanken gingen auf Reisen, hingen wie eine Kamera auf der Schulter der handelnden Figuren, und es war sehr beeindruckend für mich, wie tief man in seine eigenen Welten absinken kann.

Tatsächlich füllte ich im zarten Alter von zwölf Jahren vierzehn Schulhefte (die lustigen DIN A5-Hefte) mit einer fortlaufenden Story über die damals ungeheuer populären "Masters of the Universe". Diese Geschichten verteilte ich an Schulkameraden und baute mir auf diese Weise eine treue, sechs Köpfe zählende Lesergemeinde auf. Die Hefte habe ich noch heute (ob ich die sechs Leser noch habe, weiß ich nicht genau). Ich hüte die Bände wie einen Schatz, mehr noch als die erste "echte" Veröffentlichung, die ich mit sechzehn Jahren in Form einer Kurzgeschichte bei "John Sinclair" feiern durfte.

Die Steinmann-Krimis (erschienen im Pandion-Verlag) verhalfen mir volle zwanzig Jahre später zu einem gewissen Bekanntheitsgrad in einem kleinen Landkreis am südwestlichen Rand von Rheinland-Pfalz. Aus dem Schulhefte nutzenden Jüngling war also ein klassischer Regionalautor geworden.

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