Nach einer kaufmännischen Lehre und einem abgebrochenen Studium der Sozialpädagogik verließ Miethe 1979 seine Heimatstadt Hamburg – auf der Suche nach einem tieferen Leben jenseits von Konventionen und Karriereleitern. Es war der Beginn einer langen inneren und äußeren Reise, die ihn für zwölf Jahre in die USA führte. In Honolulu, Los Angeles, Berkeley, Oakland und Boston verdiente er seinen Lebensunterhalt als Koch, Bäcker, Masseur, Deutschlehrer, Teppich- und Schuhverkäufer, Kampfkunstlehrer und Plakatkleber – stets unterwegs zwischen den Welten, zwischen Körper, Geist und Alltag.
In dieser Zeit ließ er sich in einer Vielzahl körperzentrierter Heilweisen ausbilden – stets geleitet vom Wunsch, Heilung und Bewusstsein miteinander zu verbinden. Zu seinen Lehrerinnen und Lehrern zählten Robert van Heckeren (Yoga), Frieda Goralewski (Atemtherapie), Michio Kushi (Makrobiotik und Do-in), Kathy Robinson (klassische Massage), Marie Riley (Jin Shin Jyutsu), John Pasqualetti (Reiki), sowie Manocher Movlai und John Schreiber (Breema).
Nach einem Burnout, der ihn an die Grenze seiner Kraft führte, erinnerte er sich 1989 an eine alte, nie ganz vergessene Liebe: das Schreiben. Erste Texte erschienen in deutschen und amerikanischen Zeitschriften. 1991 kehrte er nach Deutschland zurück, übernahm die Chefredaktion der Zeitschrift Connection und arbeitete später als Lektor des Integral Verlags – einem Ort spiritueller Begegnung und intellektueller Weite.
Auch die Kampfkunst war für ihn nie nur Technik, sondern ein Weg der Achtsamkeit, Präsenz und inneren Sammlung. Von 1972 bis zu zwei Hüftoperationen 2013 und 2017 widmete er sich Judo, Aikido, Wing Tsun, Taiji, Stockkampf und Qigong – als Schüler, Lehrer und Lernender zugleich. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Andrew Lum, Francis Pang, Gia-Fu Feng, Wong Jack Man, Tsung Tsai Liang, William C. C. Chen, Y. C. Chiang, Rupert Sonaike, Irmgard Hölzel und Rosa Ahrens.
Seit 1993 arbeitete Miethe als freier Autor und Übersetzer. Bis zu seiner Pensionierung 2015 übertrug er mehr als 160 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche – darunter Werke von spirituellen Lehrern, Visionären und Heilern wie Jiddu Krishnamurti, Louise Hay, Dan Millman, Virginia Satir, John Perkins, Michael Murphy, Diana Cooper und Elizabeth Clare Prophet. Er selbst schrieb 26 Bücher, davon fünf als Ghostwriter – stets mit dem Anliegen, Tiefe verständlich und zugänglich zu machen.
Seit 1997 lebt Miethe mit seiner Frau in der Schweiz. 2011 nahm er zusätzlich zur deutschen die Schweizer Staatsbürgerschaft an. Heute (2025) lebt er zurückgezogen in einem kleinen Dorf im Berner Oberland – im Rhythmus der Berge, im Einklang mit den Jahreszeiten, im Frieden mit sich und der Stille.