Barbara Siwik

Es ist eine bekannte Geschichte - man ist selten das, was man sein möchte. Ich wäre so gern als Hexe zur Welt gekommen, am besten gleich mit dem Besen im Schlepptau.Dort, wo ich geboren wurde, spricht man heutzutage polnisch. Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich in Falkenberg/Elster. In Berlin studierte ich Sozialpädagogik und arbeitete danach als Erzieherin in einem Kinderheim, später in einem Kindergarten. Lernen fand ich schon immer aufregend. Das war auch der Grund fürs zweite Studium - Bibliothekswesen. Meine Karriere als Bücherwurm gipfelte in der Leitung der Stadtbibliothek in Merseburg (Sachsen-Anhalt). Mir bekamen diese Jahre gut und meinen Zeitgenossen auch, denn solange ich für das gedruckte Wort nur als Hüter verantwortlich war, verschonte ich die Umwelt mit eigenen geistigen Ergüssen. Erst im Ruhestand leistete ich mir den Luxus der Wortzauberei.

Häufig druckt man in Anthologien, was meinen grauen Zellen entspringt.

Der Faden, aus dem ich kurze oder auch lange Erzählungen für viel Jüngere als ich häkle, stammt noch aus der Gute-Nacht-Geschichten-Zeit meiner Töchter, daher ist das vor allem Hexen- und Teufelszwirn. "Das Erbe des Casparius" und "Das Buch der magischen Sprüche" sind die längste aller Fantasy-Häkeleien. In dieses Genre gehören auch "Die Märchenerzählerin" und "Der Schatz aus der Truhe".

Die Erzählungen in "Das nicht Greifbare" sind dagegen für jene gedacht, die eben doch nach dem Unerklärlichen zu greifen versuchen!

Gewissermaßen weltumspannend ist der Kriminalroman "Aqua Tofana", denn seine Protagonisten treiben sich außer in unserem lieben Vaterland auch in Italien, Schottland und den USA herum. Und das alles wegen einer toten Schauspielerin!

Meine Leidenschaft ist das Rückwärtsschauen. Was kommt, kann man ohnehin nicht ändern, aber Vergangenes lässt sich betrachten und deuten! Was bei mir dabei herauskam, ist in den beiden Romanen "Wohin du gehen wirst" und "Der unwegsame Pfad der Zeit" zu lesen.

Im Oktober 2018 wurde ich zu einer Lesung in meine Heimatstadt Liegnitz (Legnica, Polska) eingeladen, weil im " ... unwegsamen Pfad" u.a. auch der Ausweisung der Deutschen aus Schlesien eine Rolle zukommt. Es geschieht im Leben nicht oft, dass man das Gefühl hat, durch das "vorgetragene Wort" etwas Wesentliches zu Toleranz und Verständigung beigetragen zu haben. Ich erlebte diese Freude.

Im Übrigen reise ich gern und halte meine Eindrücke oft in lyrischer Form fest.

Alles in allem fantasiere ich zu meinem eigenen Vergnügen und teile es gern mit denen, die zwar auf der gleichen Wellenlänge schaukeln, aber lieber lesen statt schreiben.

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