Simon Gensichen

Meine Leidenschaften haben die Entstehung von 'Anpfiff' möglich gemacht. Seit 17 Jahren arbeite ich als Psychiater und Psychotherapeut - stationär im Krankenhaus und ambulant im medizinischen Versorgungszentrum. Das ist ein sehr schöner Beruf, besonders gut gefallen mir die Arbeit in Behandlungsteams und die intensiven Begegnungen mit seelisch erkrankten Menschen, deren Schicksale mich aber auch immer wieder erschüttern. Viele von ihnen haben in ihrer Jugend sexuelle Gewalt erleben müssen. Während der Berufsjahre wuchs mein Bedürfnis, über dieses leider nach wie vor aktuelle Thema aufzuklären und damit zum Kinderschutz beizutragen.

Schon als Junge habe ich mir emotionale Geschichten ausgedacht, in denen Jugendliche sich gegenseitig aus der Patsche helfen. Und vom Bücherschreiben habe ich immer geträumt, wenn ich mal nicht auf dem Fußballplatz für meine 'Profikarriere' trainierte. Aus Letzterer ist nichts geworden, aber die anderen Wünsche habe ich mir erfüllen können:

Kinder werden von ihren Eltern und Betreuungspersonen beschützt. Aber spätestens im Jugendalter gehen sie eigene Wege und müssen über 'sexuelle Gewalt' Bescheid wissen. In Romanform habe ich mich dem Thema angenähert. Die Geschichte Anpfiff erzählt von Oleks (9) Einsamkeit im Fußballverein, aber auch von Konkurrenz und dicker Freundschaft unter Jugendlichen und nicht zuletzt von der launenhaften Liebesbeziehung zwischen der unsicheren Bente und dem exzentrischen Sportfreak Jan (beide 16). Als sich die Ereignisse um Olek zuspitzen, steigen beide über ein Baugerüst in schwindelnde Höhe und brechen in eine Wohnung über dem Hamburger Hafen ein, um ihren Freund aus den Fängen des pädophilen Fußballtrainers zu befreien. Dabei müssen Bente und Jan sich bedingungslos aufeinander verlassen können und wachsen über sich hinaus.

Meine Verlegerin schlug mir vor, die Geschichte um einen erklärenden Ratgeber zu ergänzen. Während die spannende Rettungsaktion Mädchen und Jungen das Eintauchen in ihre eigene Lebenswelt ermöglicht, erläutert der zweite Teil des Buches die psychologischen Zusammenhänge der sexuellen Übergriffe in den fiktiven Alltagsszenen und klärt altersgerecht auf. Mädchen und Jungen ab 12 Jahren können sich informieren und untereinander, mit ihren Eltern bzw. Betreuungspersonen diskutieren: Wie kann ich mich gegen Übergriffe behaupten und wen kann ich um Hilfe bitten!

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