Dirk Fischer

Liebe Freunde,

als Autor möchte ich darüber berichten, was ich am Leben liebe oder genauer gesagt, im Laufe der Jahrzehnte zu lieben gelernt habe. Es geht wahrhaftig um die Gegebenheiten des alltäglichen Wahnsinns, aus denen ich den süßen Nektar der Lebensfreude sog, um nicht unterzugehen.

Ganz besonders viel liegt mir daran andere Menschen zum Lachen zu bringen. Das ist es, worauf es mir ankommt. Ich selbst lache unheimlich gerne. Deshalb liebe ich unverkrampfte Begegnungen mit alten Weggefährten, mit deren Hilfe ich in Gedanken an gemeinsame Rio-de-Janeiro-Exzesse und ausschweifende Nordamerika-Tourneen schwelgen, mühsam Erinnerungsfragmente zusammenpuzzeln oder mir die ausschweifenden Zeiten ins Gedächtnis rufen kann, in denen ich mal meinen Namen verloren hatte. Letztere waren nicht immer die besten Zeiten, aber im Nachhinein bringen auch sie mich zum Schmunzeln.

Was ich sonst noch mag? Sonntagmorgens beim Bäcker frische Brötchen holen. Irgendwann mal wirklich in die große Straße nach Süden einbiegen. Ein befreundetes Buch wiederentdecken. Ein Lied hören und eine gute Erinnerung dazu finden. Ein neuer Film, ein neues Buch, eine neue Platte, der/die/das mich überraschen. Ein guter Spielzug. Ein objektiv schöne Frau. Ein Tag ohne Verpflichtungen. Eine Nacht am Strand. Ein veröffentlichter Artikel. Ein Kuss. Ins Museum gehen und es nicht peinlich finden. Ein neues Stadion sehen. Eine neue Kapelle entdecken und für alle Zeiten ins Herz schließen. Ruhe. Hundespaziergang am Rhein. Surfen vor Neu-Ulm. Waterloo Sunset. Undercover im Schneetreiben unterwegs sein. Mit Kätzchen rumtollen und später süße Tierfilmchen anschauen. Pandas und Retrieverwelpen gehen eigentlich immer.

Soweit, so gut. Aber das war bislang alles nur Kleinkram zum Aufwärmen. Kommen wir von den lieblichen Kleinig- zu den Großartigkeiten des Lebens, und das können folgerichtig nur Leibesübungen sein. Beim Sport berücken mich die Tore von Gerd Müller, die rasanten Fahrten von Gentleman-Racer Damon Hill, die Returns von Andre Agassi, Björn Borgs Shorts, Jimmy Connors‘ Alterskarriere, das Bobbele im Boris, dem Fritz Walter sei‘ Wedder, Robby Naishs Gefühl für die perfekte Welle, die Kurven, die Ingemar Stenmark in den Schnee zaubert, die Ästhetik eines Carl Lewis, Helmut Schöns Mütze und die Nonchalance des Kaisers.

Ebenfalls zu den großen Duftmarken meines Lebens gehört verdammt viel von dem, was sich unter Pop/Rock subsumieren lässt. Music was my first love! Das ist beinah wahr. Als 1985 MTV in unser Kabelnetz eingespeist wurde, nahm dadurch mein Leben erst richtig Fahrt auf. Fortan konnte ich mit Debbie Harry, Annie Lennox oder Diana Ross zu Bett gehen. Ach, wäre ich doch dort nur mit ihnen liegen geblieben. Vieles wäre mir sicher erspart geblieben. Es ist nicht zu übersehen, dass ich mir Sport und Musik, das für ewige Zeiten untrennbare Kurt-Brumme‘sche Motto der Bundesliga-Konferenz, ebenfalls zu Eigen gemacht habe. Warum auch nicht?

In Sachen Musik schlägt mein Herz zum Takt der Beach Boys. Deren Mastermind Brian Wilson ist mein überlebensgroßer All-Time-Held. Ganz hoch in meiner Gunst musizieren zudem die Beatles, Queen, Eagles, Fleetwood Mac, Genesis, New Order, The Kinks, Hollies, The Who, Moody Blues, Pink Floyd, Kraftwerk, Supertramp, Rush, Chicago, Bee Gees und die Nits aus Holland. Ich verehre zudem die Sängerinnen Sharleen Spiteri (Texas), Chrissie Hynde (Pretenders) und Susannah Hoffs (Bangles), nicht nur für ihr musikalisches Vermächtnis, sondern auch für ihre unvergängliche Schönheit. Ich höre auf zu atmen, wenn "God only knows", “Hotel California“ und "While my Guitar Gently Weeps" erklingen oder wenn Art Garfunkel im Central Park “Bridge Over Troubled Water“ schmettert. Für mich ist das gleichbedeutend mit purer, apokalyptischer Gänsehaut! Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um die Besten der Besten. Mein Geschmack ist einzigartig, das muss ich zugeben.

Erwähnte ich bereits, dass sich mein Leben zu einem Großteil vor der Glotze abspielt. Die 90er-Jahre verbrachte ich vorwiegend im Peach Pit, Beverly Hills 902010. Dylan McKay war mein “Bro“, nach dem ich mindestens einen meiner Söhne benannte. Juristischen Rat holte ich mir zu dieser Zeit bei den Kollegen von LA Law ab. Für den körperlichen Frohsinn waren die Jungs und Mädels von Baywatch zuständig (Übrigens, mit dem Spruch „Ich gucke Baywatch nur wegen der Jungs!“ habe ich mir im Studium überaus zwielichtige Verehrerinnen vom Hals gehalten). Für mich hätte es damals Sinn ergeben nach Los Angeles rüberzumachen. Nun, dazu kam es bekanntlich nicht. Die Düsseldorf-Gravitation war einfach stärker. So blieb ich aus der Ferne ein amüsierter Beobachter hochwertiger Glitzerwelt-Produkte “Made in USA“, wie Married With Children, Seinfeld, Breaking Bad, Blue Bloods, Mentalist, According to Jim, The X-Files, Two and a Half Men, 30 Rock, Monk, Dr. House, Curb Your Enthusiasm, Picket Fences, The Muppets oder Rich Man, Poor Man.

Die heimische Flimmerkiste ist aber bekanntlich nur eine Art Ersatzbefriedigung für die große Leinwand. Nicht umsonst spricht man vom Pantoffelkino. Das klingt schwer nach Chips, Coke und unfassbar ebenso deplatzierten wie hartnäckigen Speckröllchen. Dann lieber doch direkt das Original mit einem Schuss Eiskonfekt. Der erste Monumentalfilm, den ich im Kino sah, war 1980 Dr. Schiwago. Ich lieb(t)e ihn. Gigantische Kunst. Ein paar Tage lang weigerte ich mich Filme mit einer kürzeren Laufzeit als drei Stunden anzuschauen. Mit dem Doktor und Lawrence von Arabien hätte ich am liebsten ein uneheliches Kind gehabt. Man wird wohl noch träumen dürfen. Unmöglich ist bekanntlich nichts. Charlie Chaplin hat auch geträumt und damit die Menschen fasziniert und für sich eingenommen. So wurde er zu einem der größten Künstler unserer Zeit. Ebenso der weltbeste Woody Allen. Die Dialoge seiner Filme sind wahnwitzig und von einer unerreichbaren Komik.

Kino ist generell dort am besten, wo es die ganz großen Emotionen schürt: Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (Groundhog Day), Cary & Katharine in „Leoparden küsst man nicht“, „Der Hofnarr“ (der mit dem Becher mit dem Fächer und dem Kelch mit dem Elch), ZuckerAbrahamZucker mit ihren verrückten Filmen, Frank Drebin und seine „Nackte Kanone“, die Marx Brothers, Laurel & Hardy, Billy Wilder und „What’s up, Doc?“ haben mein Zwerchfell erschüttert. Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Sicher habt Ihr alle auch brav Euren rosaroten Panther gesehen. Wer bei Peter Sellers keine Lachkrämpfe bekommt, der hat nicht gelebt. Oft denke ich auch an „Zurück in die Zukunft“ zurück. Wenn Marty McFly „...es sind die Libyer“ ruft, dazu die legendäre Nummer mit dem Flux-Kompensator, dem DeLorean und der Rathausuhr... Einfach sagenhaft. Das hatte so viel Witz und Charme. Heute müssen meine Kinder durch Adam Sandler das Lachen lernen. Gespenstisch. Wie soll die Welt da besser werden?

Sehnsucht ist ohnehin ein großes Thema. Sehnsucht nach Orten, die eine magische Bedeutung für mich haben oder nach Absichten, die schon längst in die Tat hätten umgesetzt werden sollen, aber immer noch auf ihre Vollendung warten. Zu meinen großen Sehnsuchtsorten gehören San Francisco, Akaba, alle Filialen der Cheesecake Factory (die nächstgelegene befindet sich in Beirut!), MacArthur Park, Titus Jonas‘ Gebrauchtwarencenter, Pjöngjang, die Southfork Ranch, Mittelerde und - na klar - noch jeder mir unbekannte Winkel der Heimat. Und die Pläne, die ich bislang nie oder viel zu selten eingelöst habe: Im Rubikon (nackt) schwimmen gehen, in Melbourne aus dem Flieger steigen, als Veganer aufwachen, tanzen, reden, flirten, nette Menschen kennenlernen, feiern - LEBEN bis zum Morgengrauen. Ein Tiger sein, zur See fahren, den “Reset“-Knopf drücken und schauen was passiert. Schlimmstenfalls dann einfach wieder von vorne anfangen, Zeltinger live im Roxy erleben und den Untergrund zurückerobern! Ach, da draußen gibt es noch so viel zu tun für mich.

Von all diesen wunderbaren Elementen, die hoffentlich nicht nur mein Leben bisher bereicherten, berichte ich meinen Texten. Und noch von vielem mehr. Schaut mal hier rein...

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und ab Mai 2022 auch auf mein neues Portal: www.sportundmusik.de

Liebe Grüße, Euer Dirk

Düsseldorf, 7. März 2022

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