Katja Ziegler

Schön, dass Sie sich hier hin verirrt haben. Mein Name ist Katja Ziegler. Ich könnte Ihnen an dieser Stelle ein wenig vom Pferd erzählen: Warum Sie dieses Buch unbedingt brauchen und warum ich genau die richtige Autorin für Ihre Lebenslage bin. Ich kann diesen Part aber auch einfach überspringen und Ihnen ein wenig über mich, mein Leben und meinen Weg zum zuckerfreien Leben erzählen.

Schon als Jugendliche war ich immer moppelig. Mal hat eine Diät kurzzeitig Erfolg gezeigt, aber sehr schnell waren die Kilos plus einen zusätzlichen Bonus wieder auf den Rippen. Das hat mich über die Jahre psychisch sehr mitgenommen. Immerhin waren meine ganzen Freundinnen rank und schlank und so naiv, wie ich damals war, ließ ich wirklich nichts unversucht, um ein Ideal zu erreichen, welches mich rückblickend krank gemacht hat. Ich habe also viele Diäten hinter mir – so ziemlich jede Diät, der letzten 20 Jahre.

Mit jedem Fehlversuch wurde ich frustrierter und habe mich immer weiter zurückgezogen. Schokolade und Co wurden letzten Endes zu meinen Verbündeten. Das hört sich für Sie paradox an? Das war es auch, so sehe ich es heute selbst. Doch damals gab es mir ein vermeintlich gutes Gefühl und das zu Zeiten einer schweren Depression. Was ich damals völlig aus den Augen verloren habe war, dass ich immer weiter zunahm. Insgesamt 60 kg mehr Gewicht hatte ich auf den Rippen und wog nun bei einer Körpergröße von 1,68 m knapp 139 kg! Wahnsinn, nicht? Heute erschrecken mich die Bilder, doch damals verspürte ich nur Zorn und Wut über mein Äußeres. Es begann eine Negativspirale, aus der ich so einfach nicht mehr herauskam. Im Alter von 33 Jahren teilte mein Arzt mir mit, dass ich unbedingt abnehmen müsse. Er erkenne auf den Röntgenbildern bereits Arthrose und das Gewicht sei nicht unschuldig daran. Ich war schockiert und die ersten Tage nach der Diagnose musste ich mich erst einmal sammeln.

Ich fasste den Plan zum ersten Mal, Zucker aus meinem Leben zu verbannen. Das hielt ich auch eine gewisse Zeit durch. Es waren knapp 3 Monate. Doch verfiel ich wieder in alte Verhaltensmuster. Zugegeben, Weihnachten hatte sehr an meinem Willen genagt. Besonders, weil es zu dieser Zeit so viele köstliche Leckereien gab. Im Januar brach ich mein Vorhaben, heute aus mir unbegreiflichen Gründen, wieder ab. Ich nahm in der Zeit knapp 14 kg ab. Anschließend aß ich wieder dieses Zuckerzeug. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass es sich nun in Grenzen hielt. Es war nicht mehr in solchen Massen wie zuvor. Trotzdem machte es sich auf der Waage umgehend bemerkbar und schnell waren ganze 7 kg wieder auf den Rippen. 132 kg! Ich schleppte mich durch mein Leben und zog mich weiter in die soziale Isolation zurück. Mein Selbstbewusstsein litt und die Schmerzen machten mich fertig. Doch anstatt erneut anzugreifen, ließ ich alles weiterlaufen. Das war irgendwie bequemer, als dem inneren Schweinehund die Stirn zu bieten.

Ein Jahr später, meine Knie haben mich vor Schmerzen fast umgebracht, schleppte ich mich erneut zum Arzt. Dieser nahm mir Blut ab, da er die Entzündungswerte wissen wollte und veranlasste zudem ein großes Blutbild im Rahmen des Check-Ups. Ich weiß noch ganz genau, wie er sagte: „Frau Ziegler, wenn Sie schon einmal hier sind und Blut geben, dann machen wir den Rest gleich mit!“

Eine Woche später erhielt ich dann die Ergebnisse und die waren mehr als nur niederschmetternd. Nicht nur die Entzündungswerte waren deutlich erhöht, sondern auch der Zuckerwert passte nicht. Vorsichtshalber überwies mich der Arzt zum Diabetologen. Ich ließ einige Tests über mich ergehen und wartete mit einem unguten Gefühl auf die Ergebnisse. Mein Bauchgefühl sollte mich nicht getäuscht haben! Der Arzt schaute mich ernst an. Ich kann noch ganz genau seine Stimme hören, als er mir sagte: „Frau Ziegler, Sie spielen gerade mit Ihrem Leben! Sie sind kurz davor, einen ausgewachsenen Diabetes zu bekommen!“

Der Schock hat gesessen! Ich war viel zu jung, um mir Gedanken über Insulinspritzen und Co zu machen. Doch die Aussage des Arztes hatte etwas in mir bewegt. Es war ja nun nicht so, dass mir kein Arzt bereits zum Abnehmen geraten hatte – ganz im Gegenteil: Jeder Arzt legte mir nahe, ich solle unbedingt abnehmen. Jetzt ist das wahr geworden, wovor mich alle Mediziner gewarnt hatten.

Es war kurz vor Zwölf und ich hatte nur noch die eine Chance. Also verbannte ich erneut allen Zucker aus meinem Leben. Ein hartes Stück Arbeit, zumal die Verlockungen nach wie vor groß waren. Doch die Angst um meine Gesundheit war größer. Also suchte ich nach Alternativen, denn mal eben zum Bäcker oder die Torte aus dem Gefrierfach waren ab sofort tabu. Doch verzichten wollte ich trotzdem nicht. Darum wurde ich vom Einkaufsstar zum Küchenprofi. Mit der Zeit änderte ich Rezepte ab, sodass sie zu meinem neuen Lebensstil passten. Ich konnte genießen und trotzdem gesund abnehmen und auch mein Gewicht halten – bis heute! Die Diagnose Diabetes ist längst vom Tisch und mittlerweile wiege ich 68 kg, fühle mich rundum wohl in meiner Haut, kann schlemmen und kann mein Gewicht halten.

Ich möchte mich Ihnen nicht aufzwingen, doch wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind oder aber einfach nur bewusst leben möchten, so habe ich in diesem Buch meine Erfahrungen, Rezepte und Tipps für Sie gesammelt und verfasst. Mir hat es geholfen – werde ich Ihnen auch helfen können?