Ist das alles?
Seit meinem Studium wurde ich umgetrieben von der Frage, ob es da nicht noch mehr gibt –jenseits von Chronologie, Genealogie und Narrativen.
Sind unterhalb der Ereignisgeschichte Muster erkennbar, fügen sich Strukturen ein in ein System?
Wiederholt sich gar die Geschichte – wenn ja in welchen Zyklen?
Oder gibt es einen Fortschritt in der Geschichte der Menschen – vielleicht zum Besseren, zu mehr Rationalität und gutem Regieren?
Es wäre vermessen hier kurze Antworten zu geben, doch lesen Sie selbst.
In drei großen Anläufen versuche ich, Klio zumindest teilweise zu enträtseln:
-- In meinem ersten Unterfangen untersuche ich 13 große Reformen, angefangen mit Tiberius Gracchus bis hin zur europäischen Integration. Es gibt große Reformer, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Geschichte ausübten, allen voran Martin Luther. Doch es gibt auch eine Anzahl gescheiterter Reformvorhaben, darunter die Perestroika Gorbatschows. Die erste Fassung von 2017 habe ich nun gründlich überarbeitet, doch an meiner quantitativen Einschätzung zur Zukunft der EU hat sich nicht viel geändert.
-- Danach habe ich mich intensiv mit der Entstehung von Kriegen beschäftigt.
Mit dem nun vorliegenden sechsten Band ist die Reihe Odins Urne abgeschlossen.
Nach unserem Tour-de-Force Ritt durch zweieinhalb Jahrtausend
Menschheitsgeschichte stellen wir uns hier ontologischen Fragen:
• Wie steht es mit der geschichtsgestaltenden Kraft des Individuums -
kann ein Einzelner den Lauf der Geschichte maßgeblich beeinflussen?
• Bewegt sich die Menschheit hin zur Vernunft?
• Ist die Antinomie von Freiheit und Notwendigkeit
auflösbar?
• Verläuft der historische Prozess linear oder zirkulär?
• Gelingt es der Menschheit den Krieg zu domestizieren?
• Sind Demokratien friedensaffiner?
• Liegt Krieg Monarchien näher als Republiken?
Unsere Antworten sind gleichermaßen fundiert und unbequem.
Hoffentlich bleiben wir auf der guten Seite der von mir errechneten Wahrscheinlichkeiten.
Näheres dazu in "zur unordnung der welt: 3 Fallstudien".
-- Ausstehend ist noch die Untersuchung des dritten großen Schmelztiegels der Geschichte - Revolutionen.
Stets verfolge ich dabei eine Leitidee - die Entwicklung eines Algorithmus zur Erstellung quantitativer Einschätzungen - und ja, auch zur Erstellung von Prognosen auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten. Des Öfteren kommt mir dabei der Gedanke, dass ich hoffentlich daneben liege.
Über Rückmeldungen freue ich mich.
Ich erlaube mir einen guten Rat zum Schluss: Lesen Sie die Print-Version meiner Bücher - die e-book Fassung schlägt allzu grausam zu bei der Formatierung der vielen Tabellen.